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»Politik trifft Jugend«

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Ruhpolding. »Politik trifft Jugend« hieß das Motto einer Wahlveranstaltung des SPD-Ortsvereins Ruhpolding im »Spielei« im Wellenhallenbad »Vita Alpina«. Die Veranstaltung wurde von Theresa Haßlberger und Thomas Baumgartner moderiert. Allerdings hatten sie sich ein etwas größeres Echo bei den 360 Erstwählern gewünscht, die eigens eingeladen worden sind.


Nach der Begrüßung durch den Ortsvorsitzenden Johannes Hillebrand gab Landratskandidat Sepp Konhäuser einen Einblick in die Kreistagspolitik. Der Landkreis Traunstein gebe für Infrastruktur und Bildung rund 137 Millionen Euro aus, wovon alleine 80 Millionen auf die Bildung entfallen. Neben guter Industrie bestehen hier starke Handwerksbetriebe. Alleine der Tourismus stelle rund 10 000 Arbeitsplätze. Man solle nicht vergessen, dass ohne Tourismus viele Freizeiteinrichtungen nicht vorhanden wären. Die Arbeitslosenquote belaufe sich auf circa drei Prozent, im Jugendbereich sogar unter zwei Prozent. Eine Technikerschule im Landkreis sei bereits vorhanden und eine Hochschule geplant. »Optimale Zukunftsperspektiven für die Jugend«, meinte dazu Konhäuser.

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Thomas Baumgartner und Theresa Haßlberger machten deutlich, dass Ruhpolding ein Dorf sei, »in dem wir leben und welches wir selber gestalten können«. Ruhpolding biete viel Positives, habe noch viel Potenzial, aber auch seine Nachteile. Die Besucher wurden gefragt, wo sie die Stärken sehen und was besser gemacht werden könne. »Wir sind kein Schicki-Micki-Ort und wollen es auch nicht sein«, war eine der Antworten. Der Tourismus bleibe aber die Haupteinnahmequelle. Mit einem Konzept solle man spezielle Gruppen ansprechen beziehungsweise mit anderen Ländern eine Zusammenarbeit anstreben. »Für jeden Ruhpoldinger Bürger besteht die Möglichkeit, etwas zu machen, nur so kann sich Ruhpolding weiter entwickeln«.

Es gebe viel Arbeit, aber auch Gegner, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. »Die Jugend muss lauter werden«, sagte Baumgartner. Ideen würden von ihr nicht ausreichend eingebracht, wofür es aber genug Möglichkeiten gebe. Diese Problematik würde auch dann bestehen, wenn es darum ginge, junge Leute für den Gemeinderat zu nominieren. Baumgartner erläuterte auf Nachfrage den aktuellen Stand zum Bikepark am Unternberg. Drei bekannte Firmen seien als Sponsoren vorhanden. Auch der Gemeinderat habe dem Projekt zugestimmt, aufgrund aufwändiger Verwaltungsarbeit gehen aber die Planungen momentan nur zögerlich voran. Die Bestrebungen, den Landkreis zur Hochschulregion werden zu lassen, begrüßte die Jugend. Positiv sieht Theresa Haßlberger die Bemühungen, Familien im Ort zu halten.

Johannes Hillebrand habe zusammen mit den Jugendbeauftragten Elisabeth Holzner und Ulrike Pfeifer versucht, den Jugendtreff aufrecht zu erhalten. Leider mangele es derzeit am Besuchernachwuchs. »Es gibt kaum eine Gemeinde, in der sich drei Gemeinderäte wöchentlich einmal für die Durchführung einsetzen und ihre Freizeit dafür opfern«, lobte Bürgermeister Claus Pichler. Aus der Diskussionsrunde heraus kam der Einwand, dass man zwar immer sage: »Die Jugend ist die Zukunft«. Elisabeth Holzner als langjährige Jugendbeauftragte meinte, dass immer die gleiche Forderung von der Jugend komme. »Jugend ist nur Zukunft, wenn sie sich auch einbringt«, motivierte Bürgermeister Pichler die jungen Zuhörer. hab