weather-image
19°

»Polarbär« dominiert die heimische Rinderzucht

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Eine Einheit  waren  Vorführer  Seppi Niederbuchner  und die Kuh »Einmal« von seinem Onkel Christian Niederbuchner aus Aiging bei Nußdorf .

Traunstein – Mit 14 Schaukühen und drei Nachzuchtkühen nahmen die Traunsteiner Rinderzüchter an der Tierschau zum 40-jährigen Bestehen der Rinderzucht Süd in Weilheim teil. Die Rinderzucht Süd besteht aus den fünf oberbayerischen Rinderzuchtverbänden und den vier oberbayerischen Besamungsstationen.


Von den 65 Schaukühen hatte knapp ein Drittel einen Vater, der in Traunstein gezüchtet wurde. Bei den jüngeren Schautieren dominierten »Waldbrand«-Töchter mit sieben Kühen das Geschehen. Unter den neun Kühen mit mehr als sechs Kalbungen waren drei »Engadin«-Töchter und Töchter der Stiere »Vanstein«, »Ruap« und »Regio« – alles wertvolle Traunsteiner Vererber. Auch bei zwei der vier Nachzuchtkollektionen waren Stiere aus Traunstein die Väter.

Anzeige

Von den Besamungsstieren ohne genetische Besonderheiten besitzt der Stier »Polarbär« vom Gut Sossau momentan den höchsten Gesamtzuchtwert von allen nachkommen-geprüften Stieren. Herdenmanager Toni Astner wurde für die züchterische Leistung von der Besamungsstation CRV Deutschland geehrt. Der Stier »Herzogstand« ist der beste aktuelle Milchvererber in Besamungseinsatz. Für die züchterische Leistung erhielt Hubert Hartl aus Bürghub bei Seeon ein großes Bild des Stieres von Dr. Thomas Grupp von der Bayern-Genetik. Beide Stiere sind breit einsetzbar, weil die wichtigsten Linien der Fleckviehzucht in ihrem Pedigree nicht vertreten sind.

Bei den Kühen mit einer Kalbung waren Traunsteiner Züchter mit vier Kühen vertreten. Johann Breu aus Schwaig bei Brannenburg errang mit seiner »Romario«-Tochter den zweiten Platz von sieben Kühen. In der zweiten Gruppe wurde Gabriele Noichl aus Pettendorf Gruppenreservesiegerin mit ihrer sehr eleganten »Wichtl«-Tochter. In der vierten Gruppe errang Andreas Kaiser aus Höpperding, mit seiner »Wille«-Tochter einen 1c-Preis. Gruppensieger und Klassenreservesiegerkuh bei den Erstlingskühen wurde die »Waldbrand«-Tochter »Marilyn« von Georg Mayer aus Saaldorf. Jungzüchter Seppi Niederbuchner hatte sie bei der Schau betreut. Der Preisrichter lobte ihre Ausstrahlung und gute Euterstrichplatzierung.

Bei den Kühen mit zwei Kalbungen stellte sich nur Johann Mayer aus Rimsting dem Wettbewerb. Bei den Drittkalbskühen platzierte sich der Familienbetrieb Kellner aus Asten sich mit der »Manton«-Tochter »Mida« in der Gruppe. Einen 1c-Preis errang Uwe Hörl mit seiner »Narr«-Tochter »Gitta«. Besonders beeindruckte den Preisrichter das weit in den Bauchraum vorgehende Euter der Kuh. Alle fünf Mitbewerber hinter sich ließ die »Domingo«-Tochter »Larissa« von Rudolf Kaltner aus Seeon. Ein hoch ansitzendes Euter mit guter Strichstellung waren entscheidend für den Klassensieg.

In der Klasse Kühe mit vier und fünf Kalbungen kam »Zaira« von Willi Siglreitmeier aus Übersee auf 1c. Das für eine »Rau«-Tochter typische, drüsige Euter und ein hervorragendes Seitenprofil waren dafür entscheidend. Christian Niederbuchner aus Aiging war mit der »Mal«-Tochter »Einmal« erfolgreicher. Ein feinadriges Euter mit guter Strichstellung, gutes Zentralband und trockene Fundamente bei kompaktem Körper beeindruckten Preisrichter Hubert Schönenberger so, dass er der Kuh den Klassensieg und den Preis einer von vier Champion-Kühen zuerkannte. Niederbuchner hatte die Kuh von Alois Oblinger aus Pfaffenhofen zugekauft.

In der Klasse Kühe mit sechs und mehr Kalbungen vertraten Josef Thaler aus Leobendorf und Anton Hasholzner aus Palling den Zuchtverband. In dieser Klasse geht es neben der Schönheit vor allem um die Rendite, die diese Kühe für die Betriebe bereits gebracht haben. »Monic« von Josef Thaler platzierte sich in der Schau. Sie stammt von »Engadin« aus dem Hause Thaler ab. Mutter »Rehlein« ist die Mutter des Stieres »Imhof«. Genauso verhält es sich bei der Kuh »Schlapi« von Anton Hasholzner, die einen 1c-Preis errang. Franz Hasholzner züchtete den Vater der Kuh, den Stier »Vanstein«, der die größte Verbreitung unter allen Fleckviehstieren hat.

Komplettiert wurden die Traunsteiner Ausstellungskühe von »Rickana« von Josef Kaiser aus Höpperding. Sie wurde in einer Gruppe mit sechs natürlich hornlosen Kühen mit einem 1b-Preis ausgezeichnet. Für die Nachzuchtpräsentation des Stieres »Polarbär« stellten die Zuchtbetriebe Michael Holzmann und Konrad Berger aus Grabenstätt, sowie Johann Rausch aus Palling Kühe zur Verfügung.

Als Besuchermagnet erwies sich die Eliteversteigerung. Pech für die Traunsteiner Züchter, dass im Vorfeld zwei der drei gemeldeten Stiere ausgefallen waren. Sie werden später auf dem Traunsteiner Markt versteigert. Josef Lechner aus Ramsdorf bot einen »Meru«-Sohn seines Schwagers Franz Gumpinger aus Kay an. Der Stier »Monte Casino« ist derzeit nach Gesamtzuchtwert der zweitbeste unter 88 getesteten »Meru«-Söhnen. Die Besamungsstation Bayern Genetik bekam den Zuschlag bei 13 200 Euro. Den höchsten Preis bei der Versteigerung erzielte ein genetisch heterozygot hornloser »Valero«-Sohn aus dem Ansbacher Zuchtgebiet mit sagenhaften 99 000 Euro. fb