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Platz für vier Ganztagsklassen

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Sie legten den Grundstein für den Anbau an die Ludwig-Thoma-Schule (von links): Swietelsky-Geschäftsführer Wilhelm Schuhböck, Oberbürgermeister Christian Kegel, Architektin Helga Meinel (Bauleitung), Architekt Peter Färbinger (Planer), Schulleiter Herbert Lay und Schulreferentin Christa Fuchs. (Foto: Hohler)

Traunstein – »Traunstein ist ja eine Schul- und Kinderbetreuungsstadt, und hat in den letzten Jahren sehr viel in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel bei der gestrigen Grundsteinlegung für den Anbau der Ludwig-Thoma-Schule. So verwies er auf den Ausbau der Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen.


Das sei auch notwendig: »Die gesellschaftliche Realität hat sich geändert. Das ist nicht zu werten, aber wir haben darauf zu reagieren.« Insgesamt gibt die Stadt Traunstein heuer 4,1 Millionen Euro für Schulbauprojekte aus. Neben der Erweiterung der Ludwig-Thoma-Schule habe der Stadtrat bereits die Erweiterung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule beschlossen, an der Grundschule Haslach stehen Sanierung und Erweiterung an und der Bildungsstandort Kammer soll Räume für die Hortbetreuung erhalten.

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Mit der Grundsteinlegung erfolge der Startschuss für den dritten Bauabschnitt an der Ludwig-Thoma-Schule (LTS). Zunächst sei eine Elektrosanierung notwendig gewesen, dann wurde der Bestand renoviert – die Toiletten wurden erneuert und ein Aufzug wurde eingebaut.

Im Zuge der Ganztagsbetreuung entstünden in dem barrierefreien Anbau vier neue Klassenräume, eine Vollküche und ein Speisesaal. Auch die Außenanlagen würden neu gestaltet. Der zweigeschoßige Bau wird eine Gesamtfläche von 570 Quadratmetern haben. Die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau werden derzeit auf rund 2,7 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt Traunstein erhält dafür vom Freistaat eine Förderung von rund 765 000 Euro. »Dann haben wir wieder für Jahrzehnte Ruhe und sind auf alles vorbereitet, was da auf uns zukommen könnte«, so Kegel. »Der Anbau wäre theoretisch auch aufstockbar.«

Architekt Peter Färbinger sagte, als vor Ostern die ersten Bohrmaschinen anrückten, habe sich vielleicht mancher gefragt, ob die Bauarbeiter einen Schatz oder Grundwasser suchten. »Keins von beidem«, erklärte er. Aber wegen des schlechten Untergrunds habe man 26 Grundbohrpfähle mit rund 90 Zentimeter Durchmesser jeweils rund zehn Meter tief in die Erde einbringen müssen. Glücklicherweise sei man dabei weder auf nicht bekannte Leitungen, Felsen oder gar historische Ruinen gestoßen, sondern habe nur mit zwei Bohrpfählen einen Kanal tangiert.

Jetzt werde endlich eine lange diskutierte Planung umgesetzt, so Färbinger weiter: »Es kann los gehen, die Segel sind gesetzt«. Ab dem Schuljahr 2017 sollen die Räume bezugsfertig sein.

Bei der Grundsteinlegung vergruben die Beteiligten eine Zeitkapsel mit einem Traunsteiner Tagblatt vom Samstag – es sollten die Lebensmittelpreise dokumentiert werden –, die Baugenehmigung und Eingabepläne, die Stadtchronik, eine Liste der Stadträte und Münzen in aktueller Währung. coho