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Planungsdialog für Haus der Begegnung

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Kirchanschöring. Hinsichtlich des geplanten Hauses der Begegnung fängt die Gemeinde Kirchanschöring noch einmal ganz von vorne an. Dabei will sie die Methode des Planungsdialoges anwenden, den ein externes Beratungsunternehmen fachlich begleitet. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung.


Das Gremium zeigte sich nach langer Diskussion einverstanden, das Büro »Identität & Image« aus Eggenfelden mit der Durchführung dieses mehrmonatigen Dialogprozesses zu betrauen, dessen Ziel das Erarbeiten eines Nutzungs- und Umsetzungskonzepts für eine soziale Dorfmitte am Georg-Rinser-Weg ist. Dafür stellt die Gemeinde rund 17 000 Euro zur Verfügung. »Die Konzept-ergebnisse sollen bis zur Sommerpause 2013 vorliegen«, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Birner. Das beauftragte Büro moderiere und begleitete den gesamten Prozess konzeptionell.

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Es versteht sich dabei nicht als externer Gutachter, der fertige Lösungen präsentiert, sondern als »Geburtshelfer« und Motivator. Es führt gute Ideen mit fachlicher Expertise am Ort zusammen, sodass eine bedarfsgerechte, realistische Lösung gefunden wird, die auch hohe Akzeptanz im Ort findet. Zu den Leistungen des Büros zählen vorbereitende Untersuchungen wie etwa das Auswerten von Informationen oder das Aufbereiten von Daten für die Dialogplanung. Es organisiert zudem eine öffentliche Auftaktveranstaltung, in deren Rahmen die Idee und die Vorgehensweise einer Dialogplanung vorgestellt und die rechtlichen, wirtschaftlichen sowie finanziellen Voraussetzungen, denen das Vorhaben unterliegt, erläutert werden.

Zu Beginn der Konzeptphase sei auch eine Planungswerkstatt vorgesehen, in der Kleingruppen gemeinsam Handlungsmöglichkeiten und Projektvorschläge erarbeiten sollen. Außerdem führe das Unternehmen Plausibilitätstests durch und lasse die Vorschläge von Fachleuten und Behörden auf Machbarkeit prüfen. In einer anschließenden Bürgerwerkstatt erarbeite man ein Meinungsbild für die folgende politische Diskussion, ehe sich der Gemeinderat mit dem so entstandenen Vorschlag beschäftigen wird, so Birner.

Er betonte auch, dass die Gemeinde diese Vorgehensweise mit intensiver Bürgerbeteiligung und professioneller Begleitung gewählt habe, weil sie in Erfahrung bringen wolle, welche Räume und Einrichtungen für eine neue, soziale Dorfmitte geschaffen werden sollen.

Hans Armstorfer wünschte sich, dass möglichst viele und vor allem auch junge Leute mitmachen. Franz Niedermayer betonte, dass er voll und ganz hinter dem Haus der Begegnung stehe; »aber 17 000 Euro ausgeben, damit wir das Schiff wieder zum Auslaufen bringen, halte ich doch für übertrieben«, sagte er.

Birner entgegnete, dass die Gemeinde mit dem beauftragten Büro einen kompetenten Ansprechpartner habe. »Wir sollten uns bei der Entscheidungsfindung helfen lassen.« Josef Schmid befürchtete, dass der Externe den Kirchanschöringern seine eigene Meinung aufdrücke. Der Bürgermeister hielt dagegen: »Es bleibt immer unsere Entscheidung, was wir machen.« Aufgabe einer Dialogplanung sei es, einen gemeinsamen Weg zu finden. Außerdem trete man beim »Haus der Begegnung« seit zehn Jahren auf der Stelle.

Armstorfer erinnerte daran, dass die Gemeinde vor vier, fünf Jahren gewusst habe, was sie wolle. Dies sei jedoch an der Förderung gescheitert und die Rahmenbedingungen haben sich geändert.

Entscheidend sei, ob sich Kirchanschöring so eine Einrichtung auf lange Zeit gesehen auch leisten könne, konterte Schmid. »Bei der aktuellen finanziellen Situation sollte man auch mal nein sagen«, meinte er und tat dies bei der Abstimmung ebenso wie Franz Niedermayer. Da sich die Mehrheit jedoch für eine vertiefende Bürgerdiskussion im Rahmen eines Planungsdialogs aussprach, beschloss das Gremium, das Büro »Identität & Image« zu beauftragen.

Mit diesem Beschluss stellte der Gemeinderat aber auch an sich selbst die Anforderung, noch im Jahr 2013 über das Konzept zur sozialen Dorfmitte zu entscheiden und den über zehnjährigen Entscheidungsprozess zu beenden. ca