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Planungsausschuss bringt Baugebiet Traunstorf voran

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Lang erwartet: Das Einheimischen-Modell in Traunstorf nimmt die nächsten Hürden. Im Frühjahr kommenden Jahres soll die Bewerbungsrunde dazu anlaufen. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Das von Bauwilligen seit Langem erhoffte und immer wieder durch Probleme rund ums Niederschlagswasser gebremste Ansiedlungsmodell in Traunstorf-Nordost ist wieder einen Schritt weiter. Der Planungsausschuss des Stadtrats beschäftigte sich mit den Bereichen Straßenbau, Schmutzwasserableitung, Niederschlagswasserableitung und Regenbecken, die jeweils mehrheitlich beziehungsweise einstimmig entschieden wurden. Ulrich Habl vom Planungsbüro Stefanutti und Habel in Traunstein stellte Lösungsmöglichkeiten vor und gab seine Empfehlung.


Die Kosten der Erschließung liegen inklusive Gutachter- und Planungshonorar bei 1,66 Millionen Euro. Voraussichtlich ab Frühjahr sollen die 42 Grundstücke (darunter 60 Prozent von der Stadt im Rahmen des Ansiedlungsmodells) verkauft werden.

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Die Regelbreite der Straße soll fünf Meter nebst jeweils einem Meter auf beiden Seiten für die Ringstraße aufweisen. In der Diskussion um verkehrsberuhigte Bereiche sagte dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD), sie halte diese aus der Erfahrung in anderen Baugebieten für eine Zumutung. Auch seien diese für den Winterdienst eine zusätzliche Belastung und ein Arbeitsaufwand für die städtischen Gärtner.

Und während Ernst Haider (Unabhängige Wähler) die Position seiner Fraktion deutlich machte – »wir brauchen keine Insel« – kam von der Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen, Walburga Mörtl-Körner, eine andere Vorstellung: »Ich bin für die Pflanztröge, das ist eine physikalische Verkehrsberuhigung. Die Straße hat mehr Lebensqualität und es erhöht die Sicherheit«. Sie sah es als Chance, dass sich die Anwohner um die Beete kümmern würden. Doch mit 7:1 Stimmen war der Ausschuss anderer Meinung. Die geschätzten Kosten liegen bei brutto 374 000 Euro.

Unter Vorbehalt der Einigung mit dem Grundstückseigentümer, mit dem die Stadt Traunstein noch über den Eintrag einer Dienstbarkeit verhandeln muss, soll der Schmutzwasserkanal im Norden der Bebauung an die Kreuzstraße wieder angeschlossen werden. Die geschätzten Kosten liegen hier bei brutto 238 000 Euro. Diese Variante fand mit 8:0 eine eindeutige Mehrheit.

Der Regenwasserkanal soll wie vorgestellt weiter verfolgt werden (durchgehender östlicher Kanal zwischen Traunstorfer Straße und Regenbecken sowie westlicher Kanal in DN 1000 als Verbindung beider Regenbecken). Die Baukosten sind auf brutto 277 000 Euro geschätzt.

Die Mitglieder des Planungsausschusses stimmten ohne Gegenstimme für den Vorschlag. Beim großen Regenbecken entschied man sich für eine Mischung beider überlegter Speichersysteme. Der Pufferraum unterhalb der Beckensohle wird mit Gitterboxen und Riesel hergestellt. Der benötigte Raum errechnet sich aus dem fünfjährlichen Regenereignis, ohne dass Wasser oberhalb der Beckensohle aufgestaut wird. Dabei gab das Wasserwirtschaftsamt die Linie vor, dass ab Oberkante des Geländes maximal sechs Meter abgegraben werden dürfe. Die Baukosten liegen für die »gemischte Variante« bei brutto 366 000 Euro.

In der Sitzungsvorlage heißt es dazu, dass aufgrund der Bewertung des anstehenden Bodens die Dimensionierung einer funktionierenden Regenwasserbehandlungsanlage nicht möglich sei. Beobachtungen bei letzten extremen Regenereignissen zeigten, dass die ankommenden Wassermassen sich im betreffenden Gebiet aufstauen, aber trotz angegebener Bodenverhältnisse doch wieder nach wenigen Tagen in den Untergrund versickern würden.

Die Erklärung dafür: Die Bodenverhältnisse müssten in irgendwelchen Bereichen sickerfähiger sein als vom Bodengutachter festgestellt. Der notwendige Pufferraum werde erreicht. Die Regenbecken wurden einstimmig durchgewunken, wobei Karl Schulz (CSU) zuvor einschränkte: »Unsere Fraktion will die Boxen nicht.«

Ohne Gegenstimme wurde beschlossen, auf Basis der beschlossenen Varianten die Entwurfsplanung zu erstellen. Das Thema beschäftigt auch den Traunsteiner Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche. awi