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Planungen für »Welle für den Chiemgau« schreiten voran

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An dieser Stelle, kurz bevor der Mühlbach in die Traun mündet, soll die Surfwelle gebaut werden. (Foto: J. Albrecht)

Traunstein – Die ersten Gedanken zu einer stehenden Welle in Traunstein entstanden schon 2015 während der Bewerbung zur Landesgartenschau. Nun werden die Pläne immer konkreter. In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses stellten Benjamin Di-Qual und Hannes Weininger vom Vereine »Eine Welle für den Chiemgau« den aktuellen Projektstand vor.


Um Fördergelder erhalten und den Entwicklungsprozess zusammen mit der Stadt Traunstein weitertreiben zu können, wurde Anfang des Jahres der Verein gegründet. »Derzeit haben wir 55 Mitglieder«, informierte Hannes Weininger. Bisher seien schon viele Gespräche geführt worden, zum Beispiel mit den Stadtwerken oder dem Wasserwirtschaftsamt.

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»Kleinste und billigste Variante gewählt«

Auch den Standort habe man festgelegt: Die Surfwelle soll kurz vor dem Rücklauf in die Traun, zwischen der Brunner-Sportanlage und dem SBC-Stadion, in den Mühlbach gebaut werden. Wie Benjamin Di-Qual ergänzte, sei dieser Standort ideal, da sich dort ein Höhensprung, den man für eine künstliche Welle brauche, sehr gut realisieren lasse. Die Kosten für die Planungsphase liegen bei rund 50 000 Euro. Neben einer Förderung durch das Leader-Programm (rund 20 000 Euro) erhofft man sich auch finanzielle Unterstützung von der Stadt Traunstein in Form der Sportstättenförderung (rund 10 000 Euro). Der Rest soll aus Eigenleistungen und Spenden finanziert werden. Da man laut Hannes Weiniger »die kleinste und billigste Variante« gewählt habe, müsse man für die Baukosten noch einmal mit 250 000 bis 300 000 Euro rechnen.

Erste Gedanken haben sich die Initiatoren auch zum Thema Sicherheit gemacht. »Die Rampe wird in den Boden des Mühlbachs verbaut und nur bei Bedarf ausgefahren, wenn auch wirklich gesurft wird«, informierte Weiniger den Ausschuss weiter. Versichert werden sie Surfer über Tagesmitgliedschaften.

Oberbürgermeister Kegel meinte, es sei eine »tolle Sache« und eine riesige Bereicherung für die Stadt. Er sprach aber auch an, dass man eine passende Infrastruktur benötige. Parkplätze für Surfer gebe es entweder an der Brunner-Anlage oder beim SBC-Stadion. Deshalb sei es sinnvoll, »sich jetzt noch einmal Gedanken über einen Fußgängersteg über die Traun zu machen«, so Kegel. Zum Hintergrund: Schon in den vergangenen Jahren befassten sich Ausschüsse und Stadtrat mehrfach mit dem Bau eines Stegs zwischen Brunner-Anlage und SBC-Stadion. Bisher wurde das Vorhaben aber immer negativ beschieden.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) begrüßte den Bau der Welle. Sie störte aber der Punkt in der Beschlussvorlage, die Überlegungen zur Errichtung eines neuen Fußgängerstegs über die Traun voranzutreiben. »Wir müssen nicht gleich Parkplätze schaffen oder einen Steg bauen.«

Karl Schulz (CSU) war von der Idee der Welle fasziniert. »Das ist eine richtig coole Outdoor-Aktivität für die Surferszene und für die Zuschauer.« Die geplante Brücke sei allerdings eine völlig separate Sache, die man nicht an die Realisierung der Welle koppeln dürfe.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach ein weiteres Thema an: »Es werden viele Leute kommen. Dann wird man auch Toiletten brauchen.« Sie könnte sich vorstellen, dass man, wenn man einen Steg hätte, mit dem SBC über die Toilettennutzung reden könnte. Außerdem hätte man dann ein geordnetes Parken. »Die Anwohner in Empfing sollen nicht noch mehr zugeparkt werden.« Ihrer Meinung nach sollte man abklären, was ein Steg kostet und ob er überhaupt realisierbar wäre.

Für Robert Sattler (SPD) ist das Flusswellensurfen eine Sportart, die im Kommen ist. »Man muss den Zug der Zeit sehen.« Über die Parksituation müsse man sich allerdings noch Gedanken machen.

Josef Kaiser (UW) schlug vor, die Diskussion über die Brücke gesondert zu führen. »Ich könnte mir dort unten was Lustiges vorstellen. Warum nutzen wir die Gelegenheit nicht und bauen dort was 'Jokiges'? Zum Beispiel eine Hängebrücke?«

Am Ende entschied das Gremium einstimmig, dass die Errichtung einer stehenden Welle an der Einmündung des Mühlbachs in die Traun begrüßt wird und die Planungen im Rahmen der Sportstättenförderung unterstützt werden. Bis auf Burgi Mörtl-Körner haben die Mitglieder auch zugestimmt, die Überlegungen zum Bau eines Stegs voranzutreiben. Mit diesem Thema soll sich der Stadtrat noch einmal gesondert befassen und dann eine Entscheidung treffen.

Fußwegbeleuchtung erst einmal vom Tisch

Das Gremium beschäftige in der Sitzung auch noch mit einer Fußwegbeleuchtung zwischen dem SBC-Sportheim und dem Viadukt. Denn dieser ist nicht beleuchtet, sondern nur der Abschnitt auf der gegenüberliegenden Traunseite. Die Kosten für eine Beleuchtung liegen zwischen 40 000 und 55 000 Euro

»Das ist ein schönes Wäldchen, ein Lebensraum für Tiere. Ich sehe für eine Beleuchtung keine Notwendigkeit«, meinte Burgi Mörtl-Körner. Für Waltraud Wiesholler-Niederlöhner ist Licht ein Stück Sicherheit. »Man muss etwas für die Sicherheit tun.« Christian Hümmer (CSU) plädierte dafür, sich zunächst die Thematik mit dem Steg anzuschauen und den Tagesordnungspunkt vorerst zurückzustellen.

Mit 5:4 Stimmen beschloss der Ausschuss daraufhin, den Punkt erst einmal zurückzustellen, bis über die Errichtung eines neuen Fußgängerstegs entschieden ist. Die Welle für den Chiemgau und die Beleuchtung an der Traun sind auch noch einmal Themen im Finanzausschuss und im Stadtrat kommende Woche. Dann fällt euch eine endgültige Entscheidung. jar