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Pläne für Wohn- und Handelszentrum präsentiert

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Traunreut – Das mitten in der Stadt Traunreut geplante Wohn- und Handelszentrum wurde jetzt grundlegend umgeplant. Die neue Variante wurde mit dem Investor des Gesamtkomplexes und dem Discounter Aldi neu verhandelt und in einer gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und der Lenkungsgruppe vorgestellt. Die neuen Pläne stießen aber nicht nur auf Begeisterung. Begrüßt wurde, dass durch die Überplanung jetzt mehr Wohnungen als bisher entstehen. Negativ beurteilt hingegen, dass der Aldi-Bau jetzt nur erdgeschoßig gebaut werden soll.


Nach den ersten Plänen sollten auf der mit insgesamt 46 000 Quadratmetern überplanten Fläche auf dem Grundstück des bisherigen Bauhofs ein großer Handelskomplex und im Umfeld weitere Läden und Wohnungen sowie ein Parkhaus entstehen. In dem großen Zentralgebäude sollte auch der Aldi-Markt umgesiedelt werden. Dieses Ansinnen wurde aber verworfen. Der Discounter soll am bisherigen Standort bleiben und nach einem neuen Filialen-Konzept ebenerdig und etwas größer gebaut werden.

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Westlich davon soll ein großer Parkplatz mit 150 Stellplätzen entstehen. Südlich davon, an der Eichendorffstraße, sollen mehrere, zwischen drei- und fünfgeschoßige Gebäude entstehen, in denen unter anderem ein großer Textil- und Drogeriemarkt vorgesehen sind und darüber Wohnungen. Nordwestlich des Areals am Traunring soll in einem fünfgeschoßigen Bau Platz für Dienstleister und Handel geschaffen werden. Weitere zwei Gebäudekomplexe mit fünf Geschoßen sollen an der Munastraße und an der Ecke Muna- und Eichendorffstraße gebaut werden.

Abrissabreiten bis Mitte 2017 beendet

In diesen Gebäudekomplexen sind ein Hotel (Munastraße), ein Café und Dienstleister vorgesehen. Insgesamt sollen dort rund 8200 Quadratmeter Handelsfläche entstehen, über 9000 Quadratmeter für Dienstleistungsbetriebe, 3380 Quadratmeter für ein Hotel und über 5000 Quadratmeter Wohnraum. Nach Angaben der Stadtverwaltung müssen die Abrissarbeiten für den Bauhof bis Mitte kommenden Jahres erledigt sein. Der danebenliegende Steinmetzbetrieb, der im Gewerbegebiet Oderberg neu baut, soll Mitte 2018 beseitigt werden.

Der Baubeginn für die Neubauten ist Ende 2018 geplant und der Abschluss aller Arbeiten für den Herbst 2021. Weiter teilt die Verwaltung mit, dass auf dem jetzigen Bauhofgelände ein Provisorium für Aldi geplant ist. Wenn das steht, kann der Abbruch des Discounters beginnen.

Wie die Traunreuter Stadtplanerin, Prof. Anne Beer, erklärte, habe man bei der Überplanung versucht, noch mehr städtebauliche Qualitäten in das Quartier zu bringen. Dabei sei es gelungen, dass zum einen mehr Wohnraum geschaffen worden sei und gleichzeitig ein attraktiverer Durchweg zur Kantstraße gelungen sei.

Hans Peter Dangschat (CSU) konnte sich des Eindrucks nicht verwehren, dass durch Aldi die gesamte Planung verändert worden sei. »Der Lebensmitteldiscounter scheint die ganze Planung gedreht zu haben«, sagte Dangschat. Nach Aussagen der Stadtplanerin hätte der Investor als auch Aldi bei der ursprünglichen Planung nicht mitgezogen. »Es war ein zäher Prozess, der nun zu dem Ergebnis geführt hat«, so Beer.

Martin Czepan (Grüne) wertete es als positiv, dass die Durchgängigkeit jetzt besser gelöst sei. »Schade« hingegen fand er, dass Aldi nur erdgeschoßig bauen möchte. Dadurch ginge in diesem Bereich viel Wohnbebauung verloren, bedauerte Czepan. Johannes Danner (Bürgerliste) sprach von einer »Ernüchterungsplanung« die aber letztendlich verträglich sei.

Überlegungen für Verkehrskonzept angeregt

Gegen die Stimme von Günther Dzial (SPD) verständigte sich das Gremium nach rund zweistündiger Diskussion darauf, auf der Basis des überarbeiteten Konzepts jetzt weiter zu planen. Dzial forderte ein Verkehrskonzept. »Mir geht ein Verkehrskonzept ab.« Nach Angaben von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann seien hier bereits Überlegungen getroffen und die Abwicklung zum Thema Anlieferung mit den Investoren besprochen worden.

Gegen die Stimme von Stadtrat Christian Stoib (SPD), der auch in der Lenkungsgruppe sitzt, sprachen sich auch die Vertreter der Lenkungsgruppe dafür aus, die Überplanung weiter zu verfolgen. Werner Heuberer von der Lenkungsgruppe schlug sogar vor, bei den Gebäuden auf sechs Geschoße zu gehen. Was ihm ganz und gar nicht zusagt, ist die Situierung des großen Parkplatzes mit 150 Stellplätzen. ga