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Pläne für Umbau der Güterhalle vorerst auf Eis gelegt

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Vorerst ad acta gelegt sind die Pläne der Stadt, die Güterhalle für mehrere Millionen Euro in ein Haus umzuwandeln, das verschiedenen Jugendeinrichtungen Platz bieten soll. (Foto: Artes)

Traunstein – Einstimmig hat der Stadtrat gestern die ambitionierten und teuren Pläne für den Umbau der Güterhalle am Bahnhof auf Eis gelegt. Als Grund für den Rückzieher von dem kontrovers diskutierten Millionenprojekt wurde die Möglichkeit genannt, den Jugendtreff vielleicht andernorts unterbringen zu können. Der Stadtrat folgte damit dem Vorschlag des Hauptausschusses (wir berichteten bereits ausführlich).


Wo dieser neue Jugendtreffstandort sein wird und ob es eine langfristige Lösung geben wird, ist noch nicht öffentlich bekannt gegeben worden, weil die betreffenden Verträge offenbar noch nicht unterschrieben sind. Sollte eine langfristige Nutzung der vorgesehenen Räume für den Jugendtreff nicht möglich sein, dann könnte das Projekt Güterhalle weiterverfolgt werden – allerdings nicht sofort. Der Stadtratsbeschluss wurde dahingehend ergänzt, dass erst geklärt sein müsse, wie die künftige Nutzung des Bahnhofsquartiers aussehen werde.

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Über eine solche Nutzung gibt es zwar konkrete Vorstellungen; ob sie jedoch verwirklicht werden können, steht noch in den Sternen. Die Rede ist von einem Kompetenzzentrum für Bauen im Alpenraum und von einer Jugendherberge. Konkret ist jedoch noch nichts.

»Die Vernunft hat gesiegt«, sagte ein Beobachter nach der Sitzung zu der eindeutigen Stadtratsentscheidung. Die CSU, so verdeutlichte Wolfgang Osenstätter, habe zwei Jahre gegen das Güterhallenprojekt gekämpft – seit dem Tag, als bekannt wurde, dass aus den ursprünglich genannten 200 000 Euro Umbaukosten einige Millionen werden. Das von manchen Ratsmitgliedern immer wieder als »Leuchtturmprojekt« gepriesene Vorhaben hatte nach Worten Osenstätters nur einen Fehler: Alle Mietinteressenten haben kein Geld. »Wir waren in einer völligen Sackgasse. Gut, dass wir das gestoppt haben!«

In dem Vorschlag der Verwaltung, das Vorhaben zurückzustellen, wurde auch die Kostenentwicklung als ein Grund genannt. Ein anderer sei die kontroverse Diskussion in der Öffentlichkeit, wofür als Beispiele der Bericht im Traunsteiner Tagblatt vom 2. Juni mit dem Titel »Fass ohne Boden« genannt wurde, in dem die geplanten Millionenprojekte aufgelistet wurden, welche die Stadt in den nächsten Jahren in neue Schulden stürzen würden.

Sprecher aller Fraktionen signalisierten, dass sie den Planungsstopp für die Güterhalle gutheißen. Immer wieder wurde jedoch auch der Wunsch geäußert, dass die Planung später einmal fortgesetzt wird. Der Sprecher der UW, Ernst Haider, betonte, man solle sich jetzt Zeit nehmen für eine endgültige Entscheidung und Optionen in alle Richtungen offenhalten. Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) meinte, das Vorhaben sei noch nicht gestorben. Zumindest bis Juni kommenden Jahres liegt es aber auf Eis – dann soll eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung des Bahnhofquartiers vorliegen.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung in Traunstein. Eine umfassende Umfrage bei den Eltern soll Zahlen liefern, wie es in diesem Bereich in den kommenden Jahren in Traunstein weitergehen soll. Eine Diskussion entspann sich auch noch einmal über das Thema Rufbus. Dabei handelte es sich bei diesem Tagesordnungspunkt nur um eine Information, dass die ursprünglich beschlossenen Tarife so nicht eingeführt werden können, weil rechtliche Vorschriften dagegensprechen.

Das Erfreulichste kam zum Schluss: Die Anlieger der Tinnertinger Straße bekommen zusammen 50 000 Euro zurück, weil der Straßenausbau nicht so teuer war wie veranschlagt. Über diese Punkte berichten wir noch. -K.O.-