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Pläne für das ehemalige Hallenbad vorgestellt

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Bürgerinfo im Schwimmbecken: Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner und Planer Anton Entfellner von der Firma Intec standen bei einem Informationsabend im Schwimmbecken des Hallenbads den Bürgern Rede und Antwort.

Unterwössen – 5,9 Millionen Euro will die Gemeinde in sieben Bauabschnitten in die zukünftige Nutzung des ehemaligen Hallenbades als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum investieren. Bis 2022 könnte es dauern, schätzen die Fachleute. Was denkt der Bürger über die Pläne des Gemeinderates in Unterwössen? Das war die spannende Frage eines Informationsabends im Hallenbad.


Der Gemeinderat hatte mit der Firma Intec, Traunstein, die Idee zu weiterer Nutzung des Hallenbads entwickelt (wir berichteten ausführlich). Die Pläne stellten Bürgermeister Ludwig Entfellner und Planer Anton Entfellner von der Firma Intec im Schwimmbecken vor rund 50 Zuhörern öffentlich zur Diskussion.

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Bürgermeister rechnet mit hohen Zuschüssen

Einige Bürger stellten Fragen zur Finanzierung und zum finanziellen Unterhalt. Laut Ludwig Entfellner setzt man auf eine Förderung. Mit 60 Prozent bezuschusst das Städtebauförderungsprogramm bei kleinen Gemeinden die förderungsfähigen Kosten solcher Projekte. Ein neues kommunales Programm fördere Dinge wie energetische Sanierung und behindertengerechten Ausbau mit 90 Prozent. Für beide Projekte sei die Gemeinde im Gespräch. Die Förderung über das Städtebauförderungsprogramm werde überwiegen. Die Unterlagen für das kommunale Förderprogramm reicht die Gemeinde ein, Entfellner hofft bis zum Mai zu erfahren, inwieweit dieses Programm greift.

Wie sich die Finanzierung unter der Gefahr drohender Zinssteigerung darstelle, fragte ein Bürger. Bürgermeister Ludwig Entfellner berichtete, dass die Gemeinde sparsam wirtschafte. Heuer seien wieder Schulden getilgt. Man denke im Gemeinderat darüber nach, wie man die derzeitige Situation der niedrigen Zinsen optimal nutzen könne. Bauabschnitte zusammenzufassen, andere vorzufinanzieren, all das erwäge der Rat. Entfellner sieht die Finanzierung unter der Voraussetzung solide, dass die Förderung mit 60 Prozent greift. »Sonst müssen wir bei null anfangen.«

Den Erfolg des Projektes sieht der Bürgermeister in der Nachfrage. Was an Kosten bleibt, hänge davon ab, wie geschickt man sich anstelle. Entfellner hofft, dass sich Firmen und Veranstalter von außerhalb für das Projekt interessieren, um dort Seminare und Veranstaltungen abzuhalten. Das bringe Einnahmen. Den Schlüssel dazu sieht er mit den Fachleuten darin, die Schwimmhalle mit ihren unterschiedlichen Ebenen vom Beckenboden bis zur Empore zu erhalten. Das ermögliche vielfältige Nutzungen.

Gemeinde und Bürger in der Pflicht

Die derzeitigen Unterhaltskosten für das Objekt sieht der Bürgermeister bei 50 000 Euro im Jahr. Er bezieht dabei rund 16 000 Quadratmeter Fläche im Umgriff und den Personalaufwand ein. Moderne Technik und energetische Sanierung werden helfen, diese Kosten im Griff zu halten, so der Bürgermeister. Ein Teil der zukünftigen Unterhaltskosten rechtfertige sich zudem neu. Die Touristinformation in das Achental-Informationszentrum zu integrieren, löse ein Raumproblem im Rathaus. In der weiteren Zukunft sieht Entfellner Gemeinde und Bürger in der Pflicht, mit neuen Ideen und Projekten dem Objekt zum wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen.

Wie es vor dem Hintergrund dieses Millionen-Projektes um andere Investitionen in der Gemeinde bestellt sei, zum Beispiel um die Schule in Oberwössen, fragte ein Bürger. Bürgermeister Ludwig Entfellner sieht das alles nebeneinander möglich. Die Schule in Oberwössen, die Brücke nach Schleching all das sei kostenmäßig berücksichtigt.

Wie es um die laufende Nutzung der Räume unter den erheblichen Umbaumaßnahmen bestellt sei, wollte ein Bürger wissen. Architekt Entfellner sah es zwingend notwendig, die bisherigen Nutzungen auch in der Bauzeit aufrecht zu erhalten, auch wenn diese Einschränkungen hinnehmen müsse.

Europaweite Ausschreibung

Auf die Frage nach dem Zeitplan sagte Bürgermeister Entfellner, für das gesamte Objekt müssten die Architekturleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Erste Ergebnisse erhofft sich Entfellner im Mai. Dann werde das Architekturunternehmen die Planung und Projektierung übernehmen. In 2016 werde noch nicht viel passieren.

Vor dem Hintergrund der Planung sieht ein Bürger den Haupteingang zum Komplex weiter im Kurpark, hätte den aber gern zur Hauptstraße gesehen. Architekt Entfellner zeigte im Plan Eingänge zur bisherigen Schwimmhalle und den neuen Gastronomieräumen an der Stirnwand der Schwimmhalle auf. Sie wären die Eingänge hin zur Hauptstraße. Der rückwärtige Eingang vom Kurpark behalte daneben seinen Sinn, so der Architekt. Er biete das Foyer für besondere Veranstaltungen, werde Zugang zu den beiden Informationszentren der Achentalgemeinden und des Heimat- und  Geschichtsvereins Achental. Absolut notwendig  bleibe er  als Zugang zu den Räumen des Obergeschosses. lukk

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