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Plädoyer für Tourismusfusion

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Traunstein. Die Fusion der Tourismusverbände in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein war der »explizite Wunsch« des neuen Landrats Siegfried Walch in der ersten von ihm geleiteten Kreisausschusssitzung. Er mahnte, »nicht Splitter im Auge des anderen zu suchen: Wir gehen auf Rosenheim zu – so, dass die Verantwortlichen auch auf uns zukommen können. Wir haben dort einen potenten, starken Partner, mit dem wir in die Zukunft gehen können.«


Er wolle eine »Arbeitsgruppe Kooperation/Fusion« ins Leben rufen. Konzeptionell sei aber noch nichts fertig. In der gestrigen Sitzung gab Geschäftsführer Stephan Semmelmayr, seit Oktober 2013 im Amt, einen Überblick über Neuerungen beim Chiemgau-Tourismusverband.

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Neue Initiative: »Chiemgau-G'schichten«

Er habe die Bürgermeister aller 35 Landkreisgemeinden besucht, sagte er. Einer aus einer nördlichen Kommune habe gemeint, man wolle ebenso wahrgenommen werden wie die Fremdenverkehrsgemeinden im Süden: »Er wusste, dass in seiner Gemeinde ein Flussfährmann mit einer Glocke gerufen werden kann. Das habe ich nicht gewusst. Das interessiert bestimmt auch andere Menschen.« Das sei ein gutes Beispiel für »Chiemgau-G'schichten«, eine neue Initiative des Verbands.

Man habe eine erweiterte Landkarte auf dem Plan, die bis Salzburg und Rosenheim reiche. Der heurige Haushalt umfasse 1,812 Millionen Euro, gedeckt durch 508 000 Euro von den Gemeinden, der seit 2011 gültigen Jahresmillion vom Landkreis, Rücklagen von 140 000 Euro sowie 164 000 Euro aus EU-Projekten und Beteiligungen. Die Zahl der Arbeitsgruppen sei erweitert worden auf »Image«, »Online«, »Rad«, »Wandern«, »Winter«, »Kultur« und »Wasser«.

In puncto »Image« spreche man nicht mehr von »Klein-«, sondern von »Privatvermietern«. »Gute wollen wir noch besser machen und über den Faktor Neid bei den anderen Aufbruchstimmung erzeugen«, so Semmelmayr. Bei neuen Ausflugsziele-Karten solle die Barrierefreiheit ein Kriterium werden. Das Image heben wolle man auch mit einem Filmprojekt mit der Hip-Hop-Gruppe »Mundwerk Crew« und einer Kooperationsinitiative mit Bergbahnen. Ein Anliegen des Landrats beim »Image« sei das Thema »Regionalität«. In der Arbeitsgruppe »Online« widme man sich 2015 einem »Neustart der Internetpräsenz« und einem digitalen Reiseführer mit Tipps für Gäste.

Der Arbeitskreis »Rad« habe die »Top-Rad-Region Chiemgau« zum Ziel und tage – »der Politik weit voraus« – zusammen mit den Kollegen aus Rosenheim. »Almen« und der »Salzalpensteig« vom Chiemsee über den Königssee zum Hallstätter See seien wichtige Themen der Arbeitsgruppe »Wandern«. Der Arbeitskreis »Winter« lege das Hauptaugenmerk auf Langlaufen, während das Gremium »Kultur« das Vernetzen der Kulturpartner in der Region und ein einheitliches Ticketsystem anstrebe.

74 Prozent der Deutschen kennen den Chiemgau

Unter dem Stichwort »Destination Brand«, benannt nach einer Tourismusstudie, nannte der Geschäftsführer Zahlen. Demnach kennen 74 Prozent aller Deutschen den Chiemgau, 56 Prozent wollen ihn besuchen, 38 Prozent kommen tatsächlich, allerdings nur für einen Kurztrip, und 27 Prozent bleiben länger. Das Fazit Semmelmayrs: »Viel mehr Leute wollen zu uns als solche, die es vorhaben. Darin steckt ein hohes Potenzial.«

In der intensiven Diskussion mit viel Lob des Verbandskonzepts wurde gefordert, die »Klammer der Chiemsee-Gemeinden zu verstärken«, sich auch in Richtung Berchtesgadener Land, Salzburg und Oberösterreich zu öffnen. Die Radwegebeschilderung müsse zügig erfolgen. Dazu informierte stellvertretender Verbandsgeschäftsführer Jens Hornung, die Schilder sollten ab Herbst bestellt, die Aktion im nächsten Jahr abgeschlossen sein. kd