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Pilotprojekt: Realschüler lernen »Kitesurfen«

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Schüler der Achental-Realschule üben vorerst nur auf einer Wiese das »Kitesurfen« in Marquartstein. Das Projekt ist bisher bayernweit einzigartig. (Foto: Giesen)

Marquartstein. »Cool«, »supergeil« und »es macht einfach Spaß« sagen die Schüler spontan, wenn sie nach dem neuen »Kite-Projekt« an der Achental-Realschule gefragt werden. Etwa zehn Schüler von der achten bis zur zehnten Klasse haben das Glück, bei diesem bisher einmaligen Pilotprojekt in Bayern mitmachen zu dürfen. »Der Andrang war riesig, sodass wir losen mussten«, sagt Markus Spörl, Initiator des Projekts und begleitender Sportlehrer.


Abgesprochen mit der Bayerischen Landesstelle für Schulsport, haben er und eine in Marquartstein ansässige Firma, die Gleitschirme herstellt, ein Projekt entwickelt, um Schülern bereits früh die Grundlagen für das »Snowkiten« und »Kiten« (Lenkdrachensegeln) als Sport nahe zu bringen. Ursprünglich war heuer »Snowkiten« am Reschensee geplant, was aber wegen der zu geringen Schneemenge auf nächstes Jahr verschoben werden musste.

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So wird vorerst auf den Wiesen hinter dem Wessner Hof in Marquartstein geübt. Unter Anleitung von Maximilian Künhauser, zertifizierter »Kite«-Lehrer, und Markus Spörl lernen die Schüler in fünf Unterrichtseinheiten zu je drei Stunden Aufbau und Umgang mit dem »Kitesurfer«. Am Anfang steht jeweils eine Stunde Theorie, dann wird praktisch geübt. »Der Sicherheitsaspekt steht im Vordergrund«, sagt Spörl. Es werde immer von zwei Schülern in »Tandempartnerschaft« geübt, sodass es bisher noch nie zu Verletzungen gekommen ist. Die heimische Firma stellte den hochqualifizierten Kite-Lehrer sowie Informationsmaterial kostenlos zur Verfügung, leihweise auch die Ausrüstung. Sowohl die Schüler als auch Spörl sind ausschließlich in ihrer Freizeit mit dem Projekt beschäftigt. Auf die Frage, ob auch Mädchen mitmachen, sagt Spörl, dass ihr Interesse weit weniger groß gewesen sei als bei den Buben. Ein Mädchen war dennoch unter den ausgelosten Teilnehmern – es zog jedoch zurück, als die Freundin nicht auch ausgelost wurde.

Nicht immer sind die Bedingungen richtig zum Üben: Wegen schlechten Wetters oder zu wenig Winds musste manch-mal ein Training verschoben werden. Wichtig sei nicht so sehr die Kraft, erklärt Spörl, sondern dass die »Kiter« das richtige Gewicht auf die Waage bringen. Daher wäre der Sport für noch jüngere Schüler gar nicht geeignet.

Zum Abschluss des Projekts legen die Schüler eine Prüfung im »Kitesurfen« ab, die sie befähigt, an »Kite-Stationen« selbstständig Material auszuleihen. Im nächsten Jahr soll das Projekt fortgesetzt werden, wenn möglich, dann auch mit »Snowkiten«, also Lenkdrachensegeln auf Schnee. gi