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Pilotgemeinde für Alpenprogramm

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Übersee - Zwei überregionale Projekte hat die Geschäftsführerin vom »Netzwerk Allianz in den Alpen«, Katharina Kling, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Für das Sozialplanungsinstrument mit zehn Partnern in sechs Alpenländern ist eine Teilnahme Übersees als Pilotgemeinde einstimmig beschlossen worden. Abgelehnt hat das Gremium dagegen das Projekt »E-Carsharing«.


Chancen vor allem für Berggebiete

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Grundlage für »PlurAlps« waren die Überlegungen, dass der Alpenraum durch eine alternde Bevölkerung und neue Migrationsmodelle vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt ist. Daraus resultieren aber auch Möglichkeiten für Innovationen. Vor allem für ländliche Regionen und Berggebiete werden Chancen gesehen. »PlurAlps« zielt darauf ab, Gemeinden, mittelständische Unternehmen und die Gesellschaft bei dieser Entwicklung zu unterstützen und so den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum zu stärken. Kling stellte klar, dass das Thema Migration weit gefasst ist und sich nicht nur um Flüchtlinge dreht. »Es geht um Migration jeglicher Art, beispielsweise auch um Zuzüge aus Nachbargemeinden oder -regionen.«

Als Ziel machte die Geschäftsführerin eine »Steigerung der territorialen Attraktivität und des sozialen Zusammenhalts in alpinen Gemeinden und Regionen durch eine Verbesserung der Kapazitäten für allgemeine Dienstleistungen« aus. Zielgruppen seien Gemeinden, kleine mittelständische Unternehmen, Behörden sowie politische Entscheidungsträger. Zu erreichen sind diese Ziele durch die Feststellung von Bedürfnissen und der Lebensqualität der Menschen sowie durch Aktionspläne für eine soziale Integration in zehn Gemeinden des Alpenraums. Im Weiteren sollen die Partnerorganisationen Pilotaktionen für neue Angebote und Dienstleistungen starten, die auf mehr Integration im sozialen Umfeld und im Arbeitsmarkt zielen. Am Ende stehe eine Zertifikation der Gemeinde über die Teilnahme am Pilotprojekt.

»Alles zu theoretisch«

Als Familienhelferin, Initiatorin und Kopf vieler Sozialprojekte im Ort tat sich Uschi Geiger (CSU) schwer: »Mir ist das alles zu theoretisch, und auch der praktische Nutzen ist für mich nicht ersichtlich. Im Übrigen sind wir in allen sozialen Belangen im Ort schon sehr gut aufgestellt und im Ehrenamt stark belastet.« Auch Anton Stefanutti (Die Grünen) fand alles »sehr theoretisch«, war aber – ebenso wie Hans Schönberger (FBL) und Christian Huber (ADfÜ) dafür, es zu probieren. Sozialreferentin und »Mutter Teresa von Übersee«, Erika Stefanutti (FBL), meinte, man könne sich immer noch verbessern. Ihr Vorschlag, »dass sich einmal andere, als die üblichen Ehrenamtlichen im Ort einbringen sollten«, fand breite Zustimmung.

Wolfgang Hofmann (BP) gefiel vor allem die Möglichkeit der Zertifizierung im Hinblick auf die touristische Werbung. Die von Leo Segin (CSU) erfragten Projektkosten verteilen sich zu 85 Prozent auf die Europäische Union und zu 15 Prozent aufs Bundesumweltministerium. Am Ende gab es einstimmig grünes Licht.

Der Debatte über das zweite Interreg-Projekt »E-Carsharing« war eine Testphase von E-Autos und E-Bikes durch die Überseer Bevölkerung im Rahmen des Projekts »Landmobile« vorausgegangen. »Alles hat hervorragend geklappt, das Interesse war groß und alle Fahrzeuge waren fast immer ausgebucht«, sagte der gemeindliche Energiebeauftragte Anton Stefanutti (Die Grünen).

Grundlage des »E-Carsharings« ist die Zugriffsmöglichkeit von Gemeinde und Bürgern auf ein Auto mit einer gemeinsamen Buchungsplattform. Angedacht war, das Auto zu leasen. Bürgermeister Marc Nitschke bewertete den Aufwand mit dem Ausleihen am Wochenende als problematisch. Auch, dass man sich das Automodell nicht aussuchen kann, sah er negativ. Dem schloss sich das Gremium an und versagte die Zustimmung. bvd

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