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Pichler: »Wir brauchen keinen Gigantismus«

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Ruhpolding. München, Garmisch-Partenkirchen und die Region Chiemgau-Königssee befinden sich auf dem Weg Richtung Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022. Über den Sachstand der Bewerbung informierte nun der Leiter des Biathlonzentrums, Engelbert Schweiger, den Ruhpoldinger Gemeinderat.


Zunächst ließ er noch einmal den chronologischen Ablauf der bisherigen Arbeit Revue passieren. Dabei erwähnte er auch, dass Mitte Juli mit den betreffenden Eigentümern eine eventuelle Grundstücksverfügbarkeit besprochen wurde. Es handle sich hierbei um eine reine Grundlagenermittlung, die auf ein »grundsätzlich positives Echo« gestoßen sei, betonte er. Zudem seien im Rahmen der sogenannten »Applicant City Phase« einige Disziplinen von Garmisch nach München und in die Chiemgau-Königssee-Region verlegt worden.

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»Man hat aus den Fehlern der Bewerbung für 2018 gelernt«, fügte er hinzu. Einhergehend mit den Olympischen Spielen sollen 17 Weltmeisterschaften mit über 100 Bewerben stattfinden und insgesamt würden rund 5000 Athleten und Funktionäre erwartet. Dafür seien entsprechende Olympische Dörfer vorgesehen und rund 20 000 Helfer sollen einen reibungslosen Ablauf der Spiele garantieren. Etwa 1,6 Millionen Eintrittskarten würden zur Verfügung stehen und rund drei Milliarden Fernsehzuschauer könnten dann Olympia 2022 am Bildschirm verfolgen.

Dass in Ruhpolding die Biathlonwettbewerbe stattfinden sollen, steht außer Zweifel und für das Olympische Dorf würden sich die Standorte Siegsdorf, Ruhpolding und Inzell anbieten. »Meiner Meinung nach geht der Trend aber mehr Richtung Inzell und Siegsdorf«, betonte Schweiger. Als Medienzentrum sei die Eissporthalle in Inzell vorgesehen, informierte er weiter. Um die Ausrichtung der Langlaufwettbewerbe würden noch die drei Orte Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl zur Diskussion stehen. In diesem Zusammenhang präsentierte der Leiter des Biathlonzentrums die Skizze einer möglichen Streckenführung am Fuß des Unternberges. »Hier seien so gut wie keine Eingriffe in die Natur erforderlich«, meinte er. Zudem habe ein Verantwortlicher des Deutschen Skiverbandes die Strecke als »homologierte Loipen, die den Anforderungen Olympischer Winterspiele absolut entsprechen«, bewertet.

»Wenn durch eine breite Unterstützung der Bevölkerung die Bewerbung mitgetragen wird, macht es einen Sinn«, sagte Bürgermeister Claus Pichler hinsichtlich des Bürgerentscheides am 10. November. Nur dann werde es zu einer Bewerbung um Olympia 2022 kommen, unterstrich er. »Wenn auch nur eine der vier betroffenen Regionen sich dagegen entscheiden würde, käme es kaum zu einer Bewerbung«, ergänzte Pichler. Die Durchführung der Spiele müsse mit Maß und Ziel erfolgen, ähnlich wie die fröhlichen Winterspiele 1994 in Lillehammer. »Wir brauchen keinen Gigantismus«, ergänzte er und war sich sicher, dass die Chiemgau Arena den Anforderungen für Olympia voll und ganz entspricht.

Manfred Haberlander (CSU) meinte: »Wenn der Landkreis eine Abstimmung herbeiführt, was ich für richtig halte, sollte er dann auch die Chiemgau Arena übernehmen, denn dann wäre diese eine Kreisangelegenheit.« Michael Mayer (SPD) sieht beim Bürgerentscheid die noch nicht vorliegende Finanzierung der Bewerbung als größtes Problem. »Wir müssen möglichst bald ein Konzept dafür bekommen.« hab