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Pfarrverband in der Probephase

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Traunreut. Der neu zu gründende Pfarrverband – bestehend aus den Pfarreien Traunreut, Traunwalchen und St. Georgen – befindet sich nun in der Probephase. Die Veränderungen, die bereits in diesem Jahr vorgenommen werden, sind vorerst vor allem struktureller und organisatorischer Art. Für die Gläubigen in den drei Orten wird sich zunächst nicht viel ändern. »Wir versuchen langsam heranzugehen und wollen auf gar keinen Fall ein Hauruck-Verfahren«, erklärt Pfarrer Thomas Tauchert.


Die Gründung eines Pfarrverbandes ist schon seit längerer Zeit Gesprächsthema, es war klar, dass ein Zusammenschluss kommen wird, nun wurde die Probephase gestartet. »Wir dürfen uns nichts vormachen und müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass die Zahl der Gläubigen ebenso wie die Anzahl der Priester rückläufig ist«, betont Pfarrer Tauchert. Ihm wurde vom Erzbischöflichen Ordinariat der Auftrag erteilt, einen Pfarrverband zu gründen.

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Einen zeitlichen Rahmen dafür gibt es nicht, die offizielle Einrichtung des Pfarrverbandes erfolgt dann, wenn die Voraussetzungen passen. Ganz bewusst wurde als Bezeichnung der Name Pfarrverband gewählt und nicht »Stadtkirche«, um das gleichberechtigte Miteinander aller drei Pfarrgemeinden in den Vordergrund zu stellen. Ein geeigneter Name für den neuen Pfarrverband muss noch gefunden werden.

Gemeinsamer Pfarrbrief bereits ab dem Frühsommer

Beim Umgestaltungsprozess zur Zusammenführung der drei Pfarreien steht die Gemeindeberatung des Ordinariats, vertreten durch Schwester Ruth-Maria Stamborski und Pastoralreferent Franz Kohlhuber sowie Diakon Matthias Friedl vom Regionalteam, dem Traunreuter Pfarrer und seinen Gremien hilfreich zur Seite. Eine Auftaktveranstaltung, zu der die Seelsorger, Kirchenverwaltungen, Pfarrgemeinderäte und Angestellten der Pfarreien eingeladen waren, fand bereits im Oktober statt. Dort wurden auch schon erste Veränderungen angesprochen.

Als eine Grundvoraussetzung für einen künftigen Pfarrverband muss es beispielsweise in Zukunft einen gemeinsamen Gottesdienstanzeiger für die drei Pfarreien und auch einen gemeinsamen Pfarrbrief geben. Pfarrer Thomas Tauchert will, wenn alles glatt läuft, eventuell schon zu Ostern oder im Sommer einen gemeinsamen Pfarrbrief herausbringen. An einer Gottesdienstordnung wird auch schon gearbeitet.

Außerdem muss ein Pfarrverbandsrat gebildet werden, dem neben dem Leiter des Pfarrverbandes, Pfarrer Thomas Tauchert, alle Hauptamtlichen, alle Pfarrgemeinderatsvorsitzenden, je ein beratendes Mitglied aus den Kirchenverwaltungen sowie weitere Delegierte aus den einzelnen Pfarreien angehören. In jeder Pfarrei wird es also auch weiterhin Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung geben wie bisher, die für die eigene Pfarrei zuständig sind.

Direkte Ansprechpartner für alle Gläubigen sind weiterhin Pfarrer Richard Datzmann für Traunwalchen, Pastoralreferent Martin Benker für St. Georgen und Pastoralreferentin Dr. Melanie Lüking für Traunreut. Jeder der Hauptamtlichen hat außerdem seine festen Einsatzbereiche, die für den gesamten Pfarrverband gelten. Wichtig sei, dass die hauptamtlichen Seelsorger künftig noch enger zusammenarbeiten, um eine bessere Vernetzung zu gewinnen und Synergieeffekte zu nutzen, so Pfarrer Tauchert.

Künftig nur noch zwei Priester vorgesehen

Für den gesamten Pfarrverband sind laut einem Orientierungsrahmen des Erzbischöflichen Ordinariats nur noch zwei Priester und drei Pastorale Mitarbeiter vorgesehen. »Im Moment sind wir mit drei Priestern sogar überbesetzt und in einer sehr glücklichen Lage«, freut sich Pfarrer Tauchert. Zumindest noch bis zum Ende des laufenden Schuljahres wird es auch so bleiben, bis Pfarrer Engelbert Wollmann aus St. Georgen seinen beantragten Ruhestand antritt.

Thomas Tauchert zur weiteren Planung: »Wie die Überlegungen von Pfarrer Wollmann bezüglich Ruhestand und die Überlegungen der Diözesanverantwortlichen dazu aussehen, steht noch nicht fest.« Eventuell könnte der Seelsorger auch im Ruhestand noch im Pfarrverband verbleiben und weiterhin einzelne Dienste übernehmen.

Grundsätzlich wird auch im neuen Pfarrverband jede Pfarrei weitgehend ihre Eigenständigkeit behalten. Einschnitte wird es naturgemäß geben müssen, wenn nur noch zwei Priester zur Verfügung stehen. Dann seien laut Pfarrer Tauchert Änderungen bei den Gottesdiensten unvermeidbar, es müssten die Zeiten angepasst und eventuell auch mal der eine oder andere Wortgottesdienst gehalten werden. »Wir müssen dann einfach versuchen, die zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich zu koordinieren«, weiß der Traunreuter Pfarrer.

Dazu gehörten zum gegebenen Zeitpunkt auch Überlegungen, wie beispielsweise die Vorbereitungen auf Erstkommunion und Firmung, die nach wie vor in den Händen der einzelnen Pfarreien liegen, unter Umständen zusammengeführt werden können. mix

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