weather-image
27°

Pfarrkirche wurde zum Farben-Kunstwerk

3.4
3.4
Bildtext einblenden
Fantasievolles Projekt einer Firmgruppe: Vielfarbige Scheinwerfer verwandelten bei der Lichtnacht die Waginger Pfarrkirche in eine Komposition aus Farbe und Licht. (Foto: Hans Weitz)

Waging am See – Hunderte von Kerzen flackern vor dem Altar der Waginger Pfarrkirche St. Martin, von einer Diskokugel am Deckengewölbe tanzt eine Vielzahl von Lichtpunkten durch das gesamte Kirchenschiff...


Scheinwerfer beleuchten Seitenaltäre, Kanzel oder Deckengemälde, bunte LED-Lichter verwandeln den hinteren Bereich und die Orgel-Empore in bunte Farbflecken. Das optische Erlebnis dieser Lichtinstallation wird akustisch umrahmt, abwechselnd von bayerischer Ziachmusi und ruhiger Meditationsmusik.

Anzeige

So erlebten die zahlreichen Besucher am Freitagabend in der Waginger Pfarrkirche die Lichtnacht – ein Projekt einer der aktuellen Firmgruppen im Pfarrverband. Nicht weniger als 40 Strahler waren von den sechs künftigen Firmlingen unter Leitung von Reinhard Ramgraber installiert worden, um diese Effekte zu erzielen, ergänzt sogar noch durch eine mehrfarbige Beleuchtung des Kirchturms von außen. Etliche ihrer Gruppenstunden und einige Stunden am Freitag musste die Gruppe aufwenden, um sich Konzept und Ausarbeitung der Lichtnacht zu überlegen und dann in die Tat umzusetzen.

Franziska, Merle und Simone, Lennart, René und Moritz waren mit Eifer am Werk, um zusammen mit ihrem Gruppenleiter Ramgraber, Mitarbeiter der Firma Perschl, diese Lichtnacht zu gestalten. Verschiedene Lichtarten wurden verwendet, von warmweißen Strahlern bis zu LED-Leuchten, Fluter in verschiedenen Farben und Farbkombinationen und nicht zuletzt, so Ramgraber mit einem Schmunzeln, »ganz altmodisch« die Kerzen am Altar, die einen besonders anziehenden Lichtpunkt setzten. Ein interessanter Lerneffekt für die Jugendlichen, für ihn selbst und dann auch für die Besucher, waren einzelne Objekte in der Kirche, die durch das Anstrahlen in den Blickpunkt gerückt wurden, die man sonst kaum oder gar nicht beachtet oder sieht – etwa die Darstellung des seinen Mantel teilenden Kirchenpatrons St. Martin ganz oben am Deckengewölbe. Und mit etwas Fantasie ergab eine Lichtprojektion an der Decke der Empore ein Herz.

Pfarrer Andreas Ager lobte dieses Projekt der Firmgruppe als »moderne Illumination in der altehrwürdigen Kirche«. Er sagte begeistert: »Die Beleuchtung der barocken Strukturen der Kirche sind durch die moderne Beleuchtung zu einem Plädoyer dafür geworden, was die Kunst des Menschen schaffen kann.« Zu verdanken sei dies der Arbeit, die sich die Firmlinge damit gemacht haben, hob der Pfarrer lobend hervor, und die Anleitung durch ihren Leiter Ramgraber.

Ager wies auf einen besonderen Zufall hin: Just am Termin der Lichtnacht lief weltweit eine weitere Beleuchtungsaktion. In vielen Städten wurden Bauwerke in blauem Licht angestrahlt: Damit soll auf die Krankheit »ME« hingewiesen werden, das chronische Erschöpfungssyndrom, auch Myalgische Enzephalomyelitis genannt. An dieser Krankheit leiden in Deutschland rund 300 000. So wolle man sich auch von Waging aus mit der erleuchteten Kirche dieser Aktion anschließen: »Waging als Weltstadt«, so der Pfarrer.

Die Firmlinge hatten für den kurzen Andachtsteil am Beginn des Abends einige Fürbitten ausgearbeitet, die sie dann auch selbst vortrugen. Mit dem gemeinsam gebeteten Vaterunser und dem Segen des Pfarrers endete die kurze Andacht. Danach hatten die Besucher die Gelegenheit, in aller Ruhe durch die Kirche zu wandern und sich von den Lichteffekten und den von den Scheinwerfern beleuchteten Darstellungen ansprechen zu lassen. he