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Pfarrerin Betina Heckner verlässt Traunreut

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Betina Heckner verlässt nach knapp zehn Jahren die Kirchengemeinde Traunreut und nimmt die Pfarrstelle in Aschau-Bernau an. Bei einer Wanderung in der dortigen Gegend hat sie sich bereits einen Eindruck von der schönen Landschaft verschafft.

Traunreut. Im September wären es zehn Jahre geworden, dass Pfarrerin Betina Heckner ihre Stelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Traunreut angetreten hat. Ganz wird sie das Jahrzehnt nicht mehr abschließen können, denn am morgigen Sonntag verabschiedet sie sich im Rahmen des Gottesdienstes um 9.30 Uhr von den Gemeindegliedern. Zehn Jahre ist für evangelische Pfarrer generell ein Zeitraum, nach dem man sich einer neuen Aufgabe zuwendet. So sieht es auch Pfarrerin Heckner: »Es ist jetzt an der Zeit, weiter zu ziehen.«


Traunreut wird sie in guter Erinnerung behalten, denn die Kirchengemeinde war ihre erste Pfarrstelle. Zuvor hatte sie den letzten Teil ihrer Ausbildung, ihr Vikariat in Eching verbracht, dann schnupperte sie jeweils kurze Zeit in die Wirtschaft – bei der Münchner Rück – und in das Landeskirchenamt hinein. Im September 2004 kam sie als damals 34-Jährige nach Traunreut; die evangelisch-lutherische Gemeinde war da gerade pfarrerlos.

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Die Situation war damals alles andere als einfach. Im Nachhinein sei ihr von manchen Leuten gesagt worden, dass sie »ins kalte Wasser geworfen« worden sei. Das empfand Betina Heckner allerdings anders: »Ich bin nicht ins kalte Wasser geworfen worden, ich bin selbst gegangen. Aber ich habe nicht gewusst, wie tief das Wasser war.« Sie sei jedoch, das betont sie im Gespräch, sehr gut aufgefangen worden. Und nach neuneinhalb Jahren kann sie festhalten: »Ich hab hier gelernt. Ich hab mir hier die Routine erarbeitet, die ich vorher nicht hatte.«

Ein Vierteljahr lang war sie 2004 alleinige Pfarrerin in Traunreut, ehe Pfarrer Rainer Maier kam. Dann gab es vor gut einem Jahr nochmals eine Vakanz: Pfarrer Maier ging wieder weg und es dauerte ein halbes Jahr bis Pfarrer Stefan Hradetzky kam. Die Zusammenarbeit mit den beiden Pfarrern sei hervorragend gewesen, stellt Heckner fest.

Auch deshalb habe sie gewartet, eine neue Stelle anzutreten, bis Pfarrer Hradetzky gut eingearbeitet war: »Ich habe ihm versprochen, ihn mindestens noch ein Jahr zu begleiten. Ich wollte den neuen Kollegen nicht gleich wieder verlassen«, sagt sie. Dabei sei es nicht schwer, so stellt Betina Heckner fest, in Traunreut Fuß zu fassen: »Traunreut ist eine Stadt, in der man schnell ankommt«, sagt sie. »In der man schnell aufgenommen und herzlich empfangen wird. Man merkt, dass Traunreut eine Stadt ist, die gewohnt ist, Menschen aufzunehmen.«

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in Traunreut war der Kindergarten – eine Aufgabe, die sie als zweite Pfarrerin von Anfang an übernommen hatte, um den Inhaber der ersten Pfarrstelle von allzu viel Verwaltungsarbeit zu entlasten. Dies sei eine umfangreiche Aufgabe gewesen, erzählt sie, vor allem in der Zeit, als das neue Kindergartengesetz in Kraft trat: »In dieser Zeit hat sich sehr viel geändert«, sagt Heckner.

Gerade in den vergangenen Jahren hat sich die Fülle der Aufgaben noch vermehrt, als sie zunächst im Dekanatsbezirk Seniorin und zuletzt sogar Stellvertretende Dekanin geworden ist. Und natürlich hat sie auch ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Mit einem Lächeln fängt sie an aufzuzählen, was sie alles mit eingeweiht hat: das sanierte Hallenbad, das Pur-Vital-Seniorenheim, das Haus der Jugend der Jugendsiedlung und den Bahnhof. In dem Zusammenhang kommt sie auf die Ökumene zu sprechen, die in der offenen Atmosphäre der Stadt Traunreut, wie Heckner sie erlebt hat, auch bestens funktioniere. Auch der Kontakt mit der Stadt funktioniere bestens.

So zieht sie ein positives Fazit ihrer Zeit in Traunreut, in der sie mit ihrem Mann auch Freundschaften geknüpft hat. Gerade auch bei den Pfarrfesten habe sie das gute Verhältnis der Gemeindeglieder untereinander erlebt. So wird sie sich bei ihrer Predigt am morgigen Sonntag wohl bei den Traunreutern bedanken und ihnen das Kompliment machen, dass sie eine Gemeinde bilden, die gut zusammenhalte. Dabei habe Traunreut für einen Pfarrer den Vorteil, dass alles eng beisammen liege, dass die Wege kurz seien, dass es nur eine gemeinsame Kirche gebe.

Das wird jetzt an der neuen Stelle in der Kirchengemeinde Aschau-Bernau ein bisschen anders sein. Dort gibt es zwei Kirchen und die Orte sind weiter verstreut. Auch dort wird sie zunächst allein sein. Eine weitere Halbtagsstelle ist derzeit nicht besetzt. 1800 evangelische Christen zählt die dortige Kirchengemeinde, in die Betina Heckner bereits am Samstag, 1. Februar, eingeführt wird.

Und es gibt eine interessante Parallele zwischen Traunreut und Bernau: Auch dort ist der Altarraum geprägt von einem – wenn auch kleineren – Mosaik des guten Hirten, wie es in der Traunreuter Pauluskirche der Fall ist. Das Mosaik stammt sogar vom gleichen Künstler, nämlich von dem Priener Markus von Gosen. he