weather-image
34°

Pfarrerbauerhof wird Gemeinde zum Kauf angeboten

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Der Pfarrerbauerhof wird gerade  saniert.  Der verbrannte Dachstuhl und die Giebelmauer wurden bereits entfernt. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Mit einer handfesten Überraschung wartete der Schneizlreuther Bürgermeister Wolfgang Simon in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf. Er informierte die Gemeinderäte darüber, dass der Besitzer des Pfarrerbauerhofs das denkmalgeschützte Gebäude der Gemeinde Schneizlreuth zum Kauf angeboten hat.


Das Kaufangebot kommt genau zu dem Zeitpunkt, in dem die Diskussion über die Verlegung der Gemeindeverwaltung ins Haus des Gastes im Ortsteil Weißbach im vollen Gange ist. Ob das historische Gebäude als Sitz für die Gemeindeverwaltung geeignet wäre, ob die Landesregierung einem Kauf zustimmen würde und welche Fördermöglichkeiten es dann gäbe, das gehört nun alles parallel geprüft. Letztlich wird der Schneizlreuther Gemeinderat eine endgültige Entscheidung treffen müssen.

Anzeige

In dem denkmalgeschützten Bauernhof war am 23. Mai 2015 gegen 3 Uhr ein Feuer ausgebrochen. 47 Mitarbeiter der Firma Lindner aus dem niederbayerischen Arnstorf befanden sich zu diesem Zeitpunkt wegen einer Veranstaltung im Rahmen eines Unternehmensjubiläums in dem Gebäude. Sechs von ihnen starben in den Flammen, acht Mitarbeiter erlitten zudem schwere Verletzungen. Anfang Februar verurteilte das Landgericht Traunstein den Inhaber der Event-Agentur, der die Veranstaltung organisiert hatte, wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Gefängnis.

Wie Bürgermeister Wolfgang Simon bestätigte, sind die Ermittlungen offenbar nach wie vor nicht abgeschlossen. Denn erst vor einigen Wochen hätten Ermittler erneut Akten in der Gemeinde eingesehen. Den konkreten Grund und Hintergrund nannten die Ermittler dem Bürgermeister nicht.

Bauarbeiten seit zwei Wochen

Seit etwa zwei Wochen sind Bauarbeiter damit beschäftigt, die Brandschäden am Pfarrerbauerhof zu beseitigen und das historische Anwesen zu sanieren. Laut dem zuständigen Architekten Michael Dufter aus Weißbach gehört der Putz, dort wo er geschädigt ist, insbesondere aber im gesamten Obergeschoß, abgeschlagen. Da das Mauerwerk aus Bruchsteinen besteht, die mit teils bröselig gewordenen Kalkmörtel gemauert sind, müssen nun aus statischen Gründen ein dickerer, stabiler Putz aufgebracht und teilweise Ringanker aus Beton eingebaut werden.

Bereits entfernt wurden die vordere Giebelmauer und der verbrannte Dachstuhl bis auf den Bereich des Gemeinschaftsraums. Nach der Stabilisierung des Mauerwerks sollen die Giebelmauer wieder aufgebaut und ein neuer Dachstuhl aufgestellt werden. Danach gehören noch die Holzlager und Böden im Obergeschoß erneuert. Die Sanierung soll im Februar/März 2017 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 800 000 Euro.

Über den Stand der angestrebten Verlegung des Rathauses in das Haus des Gastes nach Weißbach informierte Bürgermeister Simon die Gemeinderäte ebenfalls. Aktuell liege die Kostenkalkulation noch nicht vollständig vor. In die Überlegungen miteinfließen müssten nun auch das Kaufangebot für den Pfarrerbauerhof und die Kosten für die Einrichtung als Verwaltungsgebäude. Wie es sich dann mit Fördermitteln verhält, ist ebenfalls noch zu klären. Zu diesen ganzen Überlegungen ist auch eine Informationsveranstaltung für die Gemeindebürger geplant. Sie findet am Freitag, 23. September, um 19 Uhr im Gasthaus Schneizlreuth statt. wb