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Pfarrer muss erneut aussagen

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Bei zwei nächtlichen Überfällen auf Pfarrhöfe in Tuntenhausen und Böbing hatten vergangenes Jahr zwei 43 und 75 Jahre alte Geistliche und eine 52-jährige Haushälterin Todesangst und erhebliche Verletzungen erlitten. Die Einbrecher misshandelten und bedrohten ihre Opfer brutal und erbeuteten 6000 Euro.


Am zweiten Verhandlungstag der Sechsten Strafkammer am Landgericht Traunstein gegen zwei teilgeständige 25 und 26 Jahre alte Angeklagte aus Eggenfelden hörte das Gericht gestern drei Zeugen an – alle sind Ermittlungsbeamte aus der Kripos Rosenheim, Mühldorf und Weilheim.

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Ein interessantes Detail aus der Ermittlungsarbeit: Auf die Angeklagten war bereits ein Verdacht gefallen anhand der Auswertung von Handyortungsdaten. Dann lieferte »Kommissar Zufall« ein weiteres Mosaikstückchen. Das Tatfahrzeug wurde in München im Aubinger Tunnel geblitzt – und zwar auf der Rückfahrt von Böbing. Auf dem Radarfoto war der Fahrer eindeutig erkennbar. »Der Verkehrsverstoß kommunizierte sekundengenau mit der Auswertung der Handy-Funkzellen. Damit war der Kreis geschlossen«, sagte einer der Polizisten aus.

Den Angeklagten wirft Staatsanwalt Christian Merkl schweren Raub, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung und Computerbetrug vor. Die Verhandlung wird mit einem Schiebetermin am 1. August um 9 Uhr fortgesetzt. An dem Tag werden lediglich Dokumente verlesen.

Während der 75-jährige Prälat und seine 52-jährige Wirtschafterin ihre Aussage schon hinter sich haben (wir berichteten), wird der Pfarrer von Tuntenhausen nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am 19. August um 9 Uhr vernommen. Die Geschädigten hatten schon im ersten Prozess im Frühjahr ihre traumatischen Erlebnisse geschildert. Wegen Erkrankung eines Schöffen platzte das Verfahren und musste jetzt noch einmal von vorne begonnen werden. kd