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Pfarrer Josef Kreuzpointner ein Achtziger

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Pfarrer Josef Kreuzpointner feierte seinen 80. Geburtstag. (Foto: Wunderlich)

Schleching – Pfarrer Josef Kreuzpointner feierte seinen 80. Geburtstag. Der in Lossing (Niedertaufkirchen) geborene Geistliche kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken.


Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1965 in Freising durch Julius Kardinal Döpfner und der Primiz in seiner Heimatgemeinde Niedertaufkirchen übernahm er die Urlaubsvertretungen in den Pfarreien Eiselfing, Markt Schwaben, München St. Paul und Oberwössen. Bis ins Jahr 1974 wirkte er als Kaplan in den Orten Geisenhausen, Schliersee und Dachau St. Jakob. Darauf folgten 15 Jahre als Pfarrer in Amerang/Evenhausen.

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Von 1989 bis 2007 war er dann Pfarrer im Pfarrverband Grabenstätt/Erlstätt. Schleching wurde 2007 seine neue Heimat als Ruhestandspfarrer. In Absprache mit dem damaligen Pfarrer Klaus Wernberger aus Unterwössen übernahm er gleich alle Sonn- und Feiertagsmessen in Schleching und die Almmessen. Schnell wuchsen Kontakte zu den Schlechingern und ihren Vereinen, nicht zuletzt auch als begeisterter Sportler. Ein großes Ereignis in der jüngsten Zeit war das Goldene Priesterjubiläum am 20. Juli 2015.

Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete Josef Kreuzpointner rückblickend, er sei in jeder Gemeinde gut aufgenommen worden und hatte stets gute Leute, die ihm viel von der Verwaltungsarbeit abnahmen, sodass er sich immer Zeit für die Seelsorge nehmen konnte, was ihm sehr wichtig ist und war. Kraft hierfür fand er unter anderem bei seinen Bergtouren, die ihn auf viele 4000er Gipfel in der Schweiz führten. Wobei ihm eine Tour besonders im Gedächtnis geblieben ist. Zusammen mit einem Freund war er auf dem höchsten Berg in den Walliser Alpen, dem Dom, als er dort nur knapp einem Unglück entkam, aber mit ansehen musste, wie es andere Bergsteiger durch den Abgang einer Schneewächte in den Tod riss.

Auf die Frage, welchen Rat er heute jungen Menschen geben möchte, antwortete er: »Der Mensch sollte ein Suchender bleiben, kritisch auf die heutigen Medien schauen, sich am Glauben festhalten können und Gott auf der Spur bleiben«.

Eine große Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass weniger junge Menschen die Kirche besuchen. Einen Grund sieht er bei den jungen Eltern, die kein Vorbild beim Kirchenbesuch abgeben. Bestätigt sieht er das bei verschiedenen Aussagen der Kinder im Religionsunterricht, die ihm erzählt haben, dass sie gern den Gottesdienst morgens besuchen würden, aber noch nicht allein gehen dürfen und die Eltern eher ausschlafen wollen. Hier wünschte er sich mehr Verständnis und Vorbildfunktion bei den jungen Eltern. Für ihn sei es das Schönste, wenn er im Gottesdienst auch Kinder und Jugendliche begrüßt und für und mit seiner Gemeinde die heilige Messe feiern kann.

Die Gratulanten an Kreuzpointners Ehrentag waren zahlreich, über einen Anruf aus Kroatien am frühen Morgen freute sich Josef Kreuzpointner besonders. Kevin-Zlatko Brauchler, der inzwischen in den Jesuiten-Orden in der kroatischen Provinz eingetreten ist, hatte ihn lange Zeit in Schleching bei den Gottesdiensten begleitet. Auch Bürgermeister Josef Loferer kam vorbei, um zu gratulierenn.

Empfang der Kirchengemeinde

Am Abend wurde für den Jubilar ein Stehempfang der Kirchengemeinde ausgerichtet. »Mia wünschen dir a guade Gsundheit« – empfingen der Kirchen- und der Männerchor dabei Josef Kreuzpointner zum 80. Geburtstag im Pfarrsaal. Die Wünsche waren durchaus wörtlich gemeint, war der beliebte Ruhestandspfarrer doch ein wenig »labet beieinand«. Sehr sportlich war er sonst oft auf der Loipe und mit dem Rennrad anzutreffen. Auch das folgende Ständchen »Oamoi so, oamoi so« gab die schwierige Entscheidung wieder, ob ein nicht zu langer Stehempfang mit Buffet der Kirchengemeinde überhaupt stattfinden kann. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Petra Mix, hatte mit einigen Vorgesprächen und etlichen Helfern viel zum Gelingen beigetragen.

Zu dem Stehempfang kam auch eine Abordnung seiner langjährigen Pfarrgemeinde Grabenstätt und Erlstätt mit Bürgermeister Georg Schützinger. Pfarrer Martin Straßer und Kaplan Adrian Zessin gratulierten dem treuen Helfer im Pfarrverband Oberes Achental. Seit September 2007 freut sich die Schlechinger Kirchengemeinde über die Seelsorgemithilfe ihres Ruhestandspfarrers und sein reges Interesse am Leben in seiner neuen Heimatgemeinde.

Petra Mix hielt Rückblick auf seine Schlechinger Zeit und überreichte einen Geschenkkorb. Die Grabenstätter und Erlstätter waren ebenfalls mit vollen Händen gekommen. Schließlich brachten die beiden Trachtenvorstände Andi Hell, zugleich direkter Nachbar des Pfarrers, und Otto Zaiser noch einen Kasten Bier vorbei, denn Bier schmecke immer. Es wurde ein kurzer fröhlicher Abend mit vielen persönlichen Gesprächen. wun/bre

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