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Pfarrei Nußdorf verabschiedete Pater Ionutz

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Pfarrer Ionel Anghel, meist Pater Ionutz genannt, verabschiedete sich bei einem Festgottesdienst von der Pfarreigemeinde St. Laurentius Nußdorf. Noch einmal spendete er den Segen und ging einer seiner – wie er sagte – Lieblingsbeschäftigungen als Pfarrer nach, dem satten Besprengen mit Weihwasser. (Foto: Volk)

Nußdorf – Drei Jahre war Pater Ionutz Pfarrer in Nußdorf und Leiter des Pfarrverbands Chieming. Vor einigen Wochen kündigte der beliebte Seelsorger an, seinen rumänischen Orden der Franziskaner-Minoriten zu verlassen, um Diözesan-Priester in der Erzdiözese München und Freising zu werden. Mit einem feierlichen Gottesdienst und einer anschließenden Zusammenkunft nahmen die Nußdorfer Abschied von Pater Ionutz.


»Ich bin dankbar für drei Jahre, die mir Gott in Nußdorf und im Pfarrverband geschenkt hat«, sagte er beim Gottesdienst. Es seien drei erfüllte Jahre gewesen, in denen im Glauben vereint, gemeinsam gefeiert, gelitten, gehofft und gelebt wurde. Er nehme viele bereichernde Begegnungen und beste Erinnerungen mit nach Zorneding, der ersten Station seiner Einführungszeit als Diözesanpriester.

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Ionutz zählte viele Ereignisse und Erlebnisse der letzten drei Jahre auf, die er nicht vergessen werde. Er erinnerte unter anderem an das Anbringen des restaurierten, goldenen Kreuzes auf die Kirchturmspitze, bei der er mit in schwindelnde Höhe stieg, an die sehr gute Zusammenarbeit mit Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, aber auch mit dem Rathaus und der Gemeinde, an die herzliche Aufnahme und engagierte Hilfe, die Flüchtlinge in Nußdorf erfahren durften, an viele schöne Feste, besonders an das Bezirksmusikfest und die Taufe der Musikkapelle in Nußdorf, die er unbedingt als Zelebrant des Festgottesdienstes erleben wollte. Deshalb sei er noch ein Jahr länger geblieben als geplant. »Es hat viele ergreifende Momente des Mittragens von Freud und Leid, viele Augenblicke gelebten Glaubens gegeben!«

Pater Ionutz dankte für Diskussionen, Gespräche und Glaubenszeugnisse jedes Einzelnen und forderte auf, in Gottes Liebe zu bleiben und zu leben. Zum Ende der Messe, die von der Musikkapelle Nußdorf umrahmt wurde, überraschten der Kirchenchor und Max Pohl an der Orgel den leutseligen Seelsorger mit einem Lied aus seiner rumänischen Heimat, das ihn sichtlich bewegte. Die Ministranten sangen ihrem »Chef« ein Hip-Hop-Ständchen und zählten seine Qualitäten auf, die in seinem Namen Ionutz zusammengefasst sind: Intelligent-Oberhirte-Narrisch beliebt-Unterhaltsam-Teilnahmefreudig-Zünftig. Noch einmal ging er einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach, wie er mit einem Augenzwinkern bekannte: Er besprengte die Gläubigen mit Weihwasser und spendete den Segen.

Im Vereinsheim würdigte Alexander Gröbner von der Kirchenverwaltung das seelsorgerische Engagement, brachte das Bedauern der Pfarrgemeinde über seinen Weggang zum Ausdruck, betonte aber auch, dass seine Entscheidung akzeptiert werde und man ihm alles Gute wünsche.

Bürgermeister Hans Gnadl stellte heraus, dass Pater Ionutz nicht nur als Seelsorger, sondern als Mensch begeistert habe. Er sei auch künftig ein gern gesehener Gast in Nußdorf. Der Pfarrgemeinderat dankte ihm mit einer gesungenen Litanei. Vorbeter Franz Schützinger betete vor, warum Ionutz so beliebt war: »Für deine nicht zu langen Predigten und dafür, dass Du nie z'wider warst!«. Andreas Wimmer als Sprecher der Nußdorfer Ortsvereine lobte die Offenheit, Nähe und Unterstützung des Seelsorgers und überreichte als Geschenk ein Pfoadhemd mit eingestickten Initialen. Pastoralreferent Michael Kohl hob die freundschaftliche und kollegiale Zusammenarbeit mit seinem Chef hervor, der »Seelsorge« im wahrsten Wortsinn lebe. Und dass Pater Ionutz auch die kleine Filialkirche Sondermoning nicht aus den Augen verlor, dafür dankte Benno Auer.

Pater Ionutz gab zu, dass ihm der Abschied schwer falle, er habe sich in Nußdorf und im Pfarrverband sehr heimisch gefühlt. Gerne wäre er länger geblieben, doch sein Wunsch, Diözesanpfarrer zu werden, mache dies unmöglich. Mit den vielen positiven Erfahrungen gehe er gestärkt nach Zorneding und freue sich auf ein Wiedersehen.

Auch die beiden Lektoren und Kommunionhelfer, Alfons Stöger und Herbert Purzeller, verabschiedeten sich im Rahmen des Abschiedsgottesdienstes von der Pfarrei St. Laurentius. Nach Jahrzehnten beendeten beide ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Beide wurden für je 40-jährige Mitarbeit bei der Gestaltung von Gottesdiensten und Andachten gewürdigt. Pater Ionutz würdigte den treuen und zuverlässigen Dienst der beiden und überreichte Bilder der Pfarrkirche St. Laurentius als Erinnerung und Dank dafür, dass sie bei der Verkündigung der Frohbotschaft so engagiert mitgewirkt haben. pv