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Petition offiziell auf den Weg gebracht

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Kirchanschöring. Jetzt ist die Petition »Rettet endlich den Waginger See« offiziell auf den Weg gebracht. Rund 50 Besucher waren zum von der Attac-Gruppe Rupertiwinkel einberufenen Treffen nach Kirchstein gekommen und schlossen sich dem Anliegen an (siehe Kasten unten). Viele von ihnen haben sich auch bereit erklärt, bei der Verteilung und Einsammlung der Unterschriftenlisten mitzuhelfen.


Agnes Thanbichler, die Vorsitzende von Attac Rupertiwinkel, gab die Zielrichtung der Petition vor: Der Gesetzgeber, also der Staat, ist ihren Ausführungen zufolge der Hauptverursacher der heutigen, intensiv betriebenen Landwirtschaft: »Die Bauern sind da hineingetrieben worden und kommen jetzt aus der Situation nur schlecht heraus. Der Staat soll als Verursacher gegensteuern – und das geht nur mit viel Geld.« Den Bauern müsse eine nachhaltige, langfristige Alternative geboten werden. »Und das hoffen wir über die Petition zu erreichen.«

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So heißt es in dem Text auch ganz deutlich: »Deshalb fordern wir vom Freistaat die Finanzierung eines nachhaltigen und umfassenden Sonder-Sofortprogramms speziell für den Waginger See.«

Initiator Ulli Kühn erwähnte auch das geplante Vorhaben der Gemeinde Waging, die den Bauern Geld dafür zahlen möchte, wenn sie ihre Gülle nicht so dicht an Bächen und am See ausbringen. »Es reicht aber nicht«, so Kühn, »wenn Waging das allein macht. Wir haben fünf Gemeinden rund um den See, und wir brauchen ein Gesamtkonzept für die 440 Landwirte am See.«

Um das zu erreichen, habe man sich dazu entschlossen, die Petition zu initiieren, ganz kurzfristig und nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Wahl: »Wir wollen dem Ministerpräsidenten zeigen, dass weite Teile der Bevölkerung dahinter stehen. Wir wollen ein Sonderprogramm, das nicht im Widerspruch zu den EU-Förderungen steht.«

Es seien in der Vergangenheit bei Untersuchungen viele verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt worden, wie man die Situation verbessern könnte. »Aber es wird nichts gemacht, weil es nicht finanziert wird«, sagte Kühn. Es müsse ein Programm angeregt werden, das auf Qualität und Vielfalt statt Masse setze – im Einklang mit Natur, Boden und See. Das gehe aber nicht von heute auf morgen, dazu brauche es ein Programm und ein Management, das die Ideen von überall zusammentrage. Das Entscheidende dabei sei, und da sei man sich auch mit dem Waginger Bürgermeister Herbert Häusl einig, dass etwas beim Landwirt ankommen müsse und dass alle Maßnahmen auf Freiwilligkeit beruhen müssten.

Knapp 90 Tage habe man sich jetzt Zeit gegeben, um die von Kühn angestrebten 5000 Unterschriften zusammenzubekommen. In den einzelnen Orten sollten Sammelstellen eingerichtet werden. Und nach dem 16. August wolle man einen Termin mit Ministerpräsident Horst Seehofer ausmachen. Großes Echo sei, so Kühn abschließend, schon nach kurzer Zeit festzustellen, viele Bürger seien bereit mitzuhelfen. he