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Peter Eicher als Kreishandwerksmeister wiedergewählt

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Die Kreishandwerkerschaft bleibt unter bewährter Führung. Unter der Leitung des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Lothar Semper (von links) wurden Peter Eicher als Kreishandwerksmeister, Gerhard Kotter und Stefan Follmer als seine Stellvertreter bestätigt. (Foto: Wittenzellner)

Die Kreishandwerkerschaft bleibt unter bewährter Führung. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Bildungszentrum in Traunstein wurden Peter Eicher als Kreishandwerksmeister, Gerhard Kotter als stellvertretender Kreishandwerksmeister für den Landkreis Traunstein und Stefan Follmer für den Landkreis Berchtesgadener Land wieder gewählt. In den 15 Innungen waren zum Jahresende 1066 Mitglieder registriert. 1740 Lehrverhältnisse wurden zum Stichtag gezählt. In den verschiedenen Handwerksberufen wurden im vergangenen Jahr 500 Gesellen- und Abschlussprüfungen bestanden.


Angesichts der Ernennung von Peter Ramsauer als Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages würdigte Eicher das Engagement Ramsauers als früherer Bundesverkehrsminister und betonte: »Kaum ein Minister hat für unsere Region so viel getan wie er.« Er hoffe auch künftig für ein Eintreten gerade auch für die Belange der Handwerksbetriebe.

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Ein weiteres Thema waren steigende Energiekosten, die gerade das oft energieintensive Handwerk besonders tangieren. »Das EEG in seiner heutigen Form muss durch ein Ausschreibungsverfahren ersetzt werden«, forderte Eicher. Gerade kleine und mittlere Unternehmen seien aktuell die Leidtragenden. Für die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, zum Beispiel durch Heizungsanlagen oder Gebäudehüllen, forderte er steuerliche Anreize.

Kritik an EU-Liberalisierung beim Meisterbrief

Ein »Garant für Beschäftigung und Ausbildung auf hohem Niveau« sei der Meisterbrief. Die EU lobe einerseits das Duale System und wolle gleichzeitig dem Meisterbrief »an den Kragen«. Im Fliesenleger-Handwerk, bei dem der Meisterbrief vor zehn Jahren abgeschafft worden sei, zeige, dass die EU-Regulierungen hier zulasten der Qualität gehen. Der Meisterbrief sei eine Säule des Handwerks. »Hier darf es keine weitere Liberalisierung geben«, so Eicher. Und der Mindestlohn erhöhe die Anreize zur Schwarzarbeit. Abschließend ehrte er junge Handwerker, die auf Bundes-, Landes- und Kammerebene ausgezeichnete Leistungen erzielt hatten.

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Gerhard Wittenzellner, legte die Jahresrechnung 2013 vor, die gesunde finanzielle Verhältnisse der Kreishandwerkerschaft auswiesen. Der Haushaltsplan wurde ebenfalls ohne Gegenstimme angenommen.

Dann wählten die Stimmberechtigten aus den 15 Innungen die Vorstandschaft jeweils mit überwältigender Mehrheit: Für die kommenden drei Jahre wurden erneut Peter Eicher als Kreishandwerksmeister, als sein Stellvertreter für den Landkreis Traunstein, Gerhard Kotter, und für den Landkreis Berchtesgadener Land Stefan Follmer gewählt.

Vorstandmitglieder sind die jeweiligen Innungsvertreter Thomas Aigner (Sanitär, Heizung, Klima Traunstein, für Manfred Hobmaier), Evelyn de Marco-Maier (Friseur), Otto Hofer (Bekleidungs-Handwerk für Rudolf Erl), Hans Kurfer (Schreiner Traunstein), Josef Lechner (Zimmerer), Ernst Mayer (Bau), Stefan Neumeier (Bäcker Berchtesgadener Land, für Herbert Zechmeister), Franz Pfeffer (Metall), Rudolf Riedler (Metzger), Werner Scharf (Schreiner Berchtesgadener Land), Klaus Schneider (Bäcker Traunstein), Günther Sonderhauser (Maler Traunstein), Heribert Walter (Maler Berchtesgadener Land) und Otto Zach (Elektro). Den Rechnungsprüfungsausschuss besetzen wie bisher Yvonne Gaumont und Hermann Stadler.

Region noch eine »Insel der Glückseligkeit«

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Lothar Semper, sagte: »Steuerpolitisch haben wir einen Stillstand«, gerade im Hinblick auf fehlende und mehrfach geforderte Abschreibungsmöglichkeiten. In der Rentenpolitik habe die Große Koalition einen »Gesetzesbruch« vollzogen. Beitragssenkungen seien – trotz entsprechender Gesetzeslage – ausgeblieben.

Die Zahlen im Handwerk passten mit der »gefühlten Lage« nicht zusammen. Im Bereich der Ausbildungsverhältnisse sei nur in Oberbayern ein Zuwachs zu erzielen gewesen, bundesweit sei der Trend rückläufig. »Sie sind hier noch auf einer Insel der Glückseligkeit«, sagte er, betonte dabei aber das Wort »noch«. In anderen bayerischen Regionen gebe es bereits einen deutlichen Rückgang an Auszubildenden, die Prognosen seien für die kommenden 15 Jahre deutlich rückläufig. Zwischen den verschiedenen Wirtschaftsbereichen finde ein harter Wettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt statt.

Der Wohnungsbau sei noch die treibende Kraft der positiven Entwicklungen im Handwerk. Auf kommunaler Ebene erhoffe er sich ebenfalls Impulse für das Handwerk. Gerade bei den Auftragsvergaben sollten Spielräume genutzt werden, damit bei öffentlichen Vergaben an das regionale Handwerk gedacht werde.

Berufsinformationsmesse mit enormer Resonanz

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter ging nochmals auf die Berufsinformationsmesse im vergangenen Herbst im Bildungszentrum ein, die eine enorme Resonanz gebracht habe. Die Innungen hätten sich hier stark engagiert. »Die BIM war sehr gut und wichtig. Wir sind modern und leistungsfähig als regionales Handwerk.« awi