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Perchtenspektakel: Die Tür zur Hölle stand offen

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Die Hochberg-Pass Traunstein führte den Sternentanz auf, bei dem die böse Hexe verjagt wird.

Traunreut. »Hells open« hieß das große Perchtenspektakel in der sechsten der zwölf Raunächte zwischen Weihnachten und Heilig Drei König auf dem Fußballplatz des FC Traunreut. Verschiedene Vereine präsentierten den über 1000 Besuchern in rund drei Stunden eine abwechslungsreiche Show, die mit einem großen Feuerwerk endete.


Das erste »Hells open«, veranstaltet vom FC Traunreut und der Hochberg Pass Traunstein, war eine eindrucksvolle Show, an der zahlreiche Perchten, Kramperl, Teufel und Hexen aber auch Engerl teilnahmen. Jeder Verein bot eine kleine einstudierte Geschichte und im Gegensatz zu anderen Perchtenläufen kamen die Gestalten in ihren gruseligen Masken und mit ihren großen Glocken den Zuschauern nicht zu nahe, da diese aus sicherer Entfernung das Spektakel beobachten konnten.

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Levente Szabo, Vorsitzender des 2009 gegründeten Vereins »Hochberg-Pass Traunstein«, gab zu Beginn einen kleinen Einblick in das Brauchtum der Raunächte und der Perchten: »Die Raunächte oder die zwölf heiligen Tage zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar gelten seit jeher als heilige Zeit, in der möglichst nicht gearbeitet, sondern gefeiert, Rückschau gehalten und orakelt werden soll. Selbst die Natur ist an diesen Tagen um die Wintersonnenwende an ihrem absolutem Nullpunkt angekommen und bereitet sich auf die Wiedergeburt des ewigen Lichtes vor, welches wir Christen seit Jahrhunderten als Weihnachten begehen.«

Diese Tage zwischen den Jahren seien hervorragend dazu geeignet, um in die Zukunft zu schauen, Prognosen zu stellen und mit anderen Welten in Kontakt zu treten. Es sei aber auch die Zeit, um loszulassen, sich von Ballast des alten Jahres zu reinigen, böse Geister und Dämonen zu vertreiben. Und hier kommen die Perchten ins Spiel: »Gleichgesinnte entschlossen sich schon vor Jahrhunderten und auch noch heute, in schiache Masken sowie in Felle zu schlüpfen und mit höllischem Getöse ihrer Glocken und Schellen die Geister, Dämonen und Hexen zu vertreiben«.

Beim »Hells open« traten die Gruppen durch ein großes schwarzes Höllentor heraus und spielten den Zuschauern kleine Szenen vor. Die Mitglieder der Hochbergpass zeigten beispielsweise den »Sternentanz«, auch bekannt als »Stabtanz«, der ein Ritual darstellt, um die Drud, also die böse Hexe, zu fangen und ins Exil zu verbannen, wo sie dann bis zur nächstjährigen Wintersonnenwende und dem Beginn der nächsten Raunächte verharren muss, bevor die Jagd auf sie von Neuem beginnt.

Der Verein »Feierdeifen« aus Bergen zeigte eine eindrucksvolle Show mit seinen Feuerspuckern. Die »Achthal Teufel Teisendorf« erzählten in ihrer Aufführung eine kleine Geschichte, wie die Kramperln dem Kraxnmanndl halfen, gegen das Unheil anzukämpfen. Da ein geplanter Auftritt eines weiteren Vereins abgesagt wurde, sprangen kurzfristig noch die Kinder vom Hochberg-Pass ein und zeigten ebenfalls eine kleine, selber einstudierte Choreografie.

Sehr zufrieden mit der ersten Veranstaltung dieser Art in Traunreut zeigten sich die Veranstalter. »Wir haben viele positive Rückmeldungen von den Zuschauern erhalten«, freute sich Levente Szabo. Alles in allem fand die Veranstaltung großen Zuspruch, »das war schon eine tolle Show«, meinte ein Besucher.

FC-Vorsitzender Viktor Moreno betonte: »Das war mal was ganz Neues für Traunreut und der FC hat bewiesen, dass er was auf die Füße stellen kann. Als nächstes Großereignis steht beim FC das 50. Vereinsjubiläum 2014 auf dem Plan. mix

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