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Pater Augustin Butacu verabschiedet

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Bei einem Festgottesdienst in der Grabenstätter Pfarrkirche St. Maximilian verabschiedeten sich zahlreiche Gläubige aus dem Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi von Pater Augustin Butacu. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Viele Tränen flossen bei der emotionalen Verabschiedung von Pater Augustin Butacu. Zahlreiche Gläubige des Pfarrverbands Heiliger Franz von Assisi Bergen – Erlstätt – Grabenstätt – Vachendorf und Vereine mit Fahnenabordnungen hatten sich zum Abschiedsgottesdienst in der voll besetzten Grabenstätter Pfarrkirche St. Maximilian eingefunden, um sich von dem allseits geschätzten Pfarrer zu verabschieden. Neun Jahre lang wirkte er in den vier Pfarreien seelsorgerisch, 2015 baute er den Pfarrverband mit Sitz in Grabenstätt auf.


»Am Ende des Kirchenjahres ist es Zeit für einen Rückblick, eine spirituelle Bilanz, und wir müssen uns fragen, ob und wie wir unsere Aufgaben gemacht und wie wir unser Christsein gelebt haben«, so der scheidende Pfarrverbandsleiter, der die Messe mit Pater Gabriel Budau, Pater Florin und Pater Vasile Dior, Pater Gabriel und Pater Paul zelebrierte. Auch Diakon im Ruhestand Alois Fellner und Gemeindereferentin Barbara Burghartswieser standen am Altar.

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»Stärke ihn für seine neue Aufgaben, schütze ihn vor Überforderung und belebe ihn immer wieder mit neuer Kraft«, bat die frühere Gemeindereferentin Uschi Erl für Augustin, der zum 1. Dezember den Pfarrverband und auch den Franziskaner-Orden verlassen wird, um künftig als Weltpriester der Erzdiözese München-Freising in den Pfarrverbänden Bruckmühl und Heufeld-Weihenlinden im Landkreis Rosenheim tätig zu sein.

Die Kinder des Grabenstätter Pfarrkindergartens sangen ein Lied. »Du warst ein Geschenk des Himmels für uns und warst nicht nur als Vorgesetzter immer für uns da«, bedankte sich Kindergarten-Leiterin Kati Berger auch im Namen der anderen Kitas. »Ich bin immer sehr gerne bei euch gewesen«, sagte Pater Augustin. Der Chiemgau bleibe immer seine zweite Heimat und das Oberland, wo er zukünftig arbeiten und leben werde, sei nicht aus der Welt.

Von einem »wunderbaren Seelsorger und ganz großen Freund, der für viele ein Vater und eine Leitfigur war und den Pfarrverband geprägt hat«, sprach der bisherige Pfarrverbundspfleger und jetzige hauptamtliche Verwaltungsleiter des Pfarrverbands, Maximilian Wimmer, und fügte an: »Ja, wir sind traurig, aber auch glücklich, ihn neun Jahre gehabt zu haben.« Was bleibe, sei die Erinnerung an neun wunderbare, gemeinsame Jahre, in denen vieles geschaffen worden sei, allem voran der Pfarrverband. »Unsere Türen werden für dich immer offen bleiben«, so Wimmer.

»2000 Jahre alte Schrift in Jetztzeit übertragen«

»Augustin hat uns immer gleichwertig behandelt und es verstanden, eine 2000 Jahre alte Schrift in die Jetztzeit zu übertragen und zu vermitteln, was gemeint ist«, sagte der Pfarrverbandsratsvorsitzende Rudolf Obermaier, bevor er Augustin den Segen spendete. Das, was bleibe, seien immer die Spuren der Liebe, sagte der evangelische Pfarrer Rudolf Scheller. »Und ich glaube, du hast ganz viele Spuren der Liebe gelegt.«

Bürgermeister Georg Schützinger blickte auch im Namen seiner Amtskollegen Stefan Schneider aus Bergen und Rainer Schroll aus Vachendorf auf das neunjährige Tun und Wirken von Pater Augustin zurück. Vor und nach der Gründung des Pfarrverbands 2015 habe dieser »viel Energie und Überzeugungskraft für das Zusammenwachsen investiert«, erinnerte Schützinger. Auch die Gründung eines Konvents in Grabenstätt und Bergen sei ihm ein großes Anliegen gewesen und viele junge Mitbrüder hätten hier schon einen weiteren Schritt in Richtung Priesterberufung gemacht, lobte Schützinger.

Ein großes Kreuz bekam Pater Augustin von der Grundschule Grabenstätt. »Schaue darauf, dann sieht die Welt immer gleich wieder besser aus«, sagten einige Schüler im Beisein von Rektorin Josephine Brunnhuber.

»Wir sind dir sehr dankbar, dass du hier für uns eine Bleibe aufgebaut hast und dass wir das weiterführen dürfen, was du aufgebaut hast«, wandte sich Pater Gabriel Budau an Augustin. Dieser habe seinen rumänischen Mitbrüdern das neue Chiemgauer Heimatgefühl vermittelt und viel dazu beigetragen, dass »wir uns hier so schnell eingelebt haben und nun so verwurzelt sind«, bedankte sich Pater Gabriel Budau, der neben dem Pfarrverband Chieming vorübergehend für voraussichtlich zwei Jahre auch die Pfarradministration für den Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi übernehmen wird.

Pfarrverband in guten Händen

Es stimme, dass er zu seinen Mitbrüdern manchmal streng gewesen sei, doch er könne nun ruhigen Gewissens gehen, weil er wisse, dass der Pfarrverband und die Pfarreien in guten Händen seien, so Pater Augustin. »Wir wünschen dir für deine neue Aufgabe genauso tolle Ministranten«, so die Messdiener. Die musikalische Gestaltung der Verabschiedung oblag den Kirchenchören der Pfarreien unter der Leitung von Mathias Wiesholler, »De Colores« und einigen Bläsern. Vor der Messe hatten die Böllerschützen der ZSG Grabenstätt Salut geschossen.

Pater Augustin war sichtlich ergriffen, freute sich über die vielen, netten Worte und kleinen Geschenke und wünschte dem Pfarrverband mit seinen vier Pfarreien, allen dort ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen und allen Gläubigen alles Gute und Gottes Segen. Nach der Messe und dem von der Musikkapelle Grabenstätt angeführten Festzug verabschiedeten sich viele Bürger bei einem Stehempfang in der Schlossökonomie in persönlichen Gesprächen von Pater Augustin. mmü

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