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Pater Ambrosius und FJS begeisterten beim Starkbierfest

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Der bestens aufgelegte Fastenprediger »Bruder Ambrosius« alias Kurt Lohwasser lief beim 20. Starkbierfest im Chiemseebräu in Grabenstätt wieder zu Höchstform auf. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Fastenprediger Pater »Ambrosius« alias Kurt Lohwasser, der frühere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß alias Stefan Porzsolt und Dialektkünstler Oliver Lange als Mariechen Boggensagg waren die Attraktionen beim Starkbierfest-Jubiläum im Chiemseebräu.


Es sei nicht allzu viel passiert, dem üblichen »Ratsch und Tratsch« habe man nur wenig Stichhaltiges entnehmen können und selbst in der Zentrale des GGND – Grabenstätter Gemeinde-Nachrichten-Dienst beim Edeka Huber – sei »der Informationsfluss nur noch ein Rinnsal gewesen«, beklagte sich Ambrosius. Aber: »Georg, der Ewige, ist wie erwartet euer Majestix geblieben«, sagte er. Dieser nehme immer mehr die Gestalt des »Obelix« an – »da wird es ihn sicher freuen, dass es jetzt immer mehr Wildsauen rund um Grabenstätt gibt«. Im Übrigen hätte die CSU ihre Gemeinderatskandidaten auf der Wahlliste besser alphabetisch anordnen sollen, dann hätte sich Rudi Aigner nicht von ganz unten nach oben kämpfen müssen.

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»Frischer Wind« der FW nur »Laborbedingungen«

»Frischen Wind für Grabenstätt« hätten die Freien Wähler versprochen – für deutsche Skispringer gerade mal »Laborbedingungen«. Als der frühere FWG-Platzhirsch Anton Mayrhofer noch im Gemeinderat war, seien immer wieder ordentliche Windböen durchs Rathaus gezogen, aber jetzt? Andreas Danzer habe sich als Stellvertretender Landrat nun »auch phänotypisch der neuen Aufgabe angepasst«, so Ambrosius. Sein Bart sorge dafür, »dass er jetzt endlich nach was ausschaut«, hätten dessen »Parteifreunde« verraten.

Der neue Dritte Bürgermeister und Kirchenpfleger Maximilian Wimmer zähle nun zu den meistbeschäftigten Bürgern, weshalb er für das frei gewordene Amt des Grabenstätter Außenministers nicht infrage komme. »Fast-Dritter-Bürgermeister« Rudi Aigner sei hingegen nach seiner Neuseeland-Reise und Gesprächen mit den Ureinwohnern über eine Partnerschaft mit Grabenstätt geradezu prädestiniert dafür.

Bei der Suche nach einem Spielort habe das Jugendtheater lange zittern müssen, doch habe Pater Augustin im letzten Moment den Pfarrsaal zur Verfügung gestellt, bedankte sich Ambrosius. Der »Herzerl-Weg« am Eichberg gehe nach kurzer Lebensdauer leider den Weg alles Irdischen: »Die Herzen aller wichtigen Promis sind vom Maibaum gestohlen worden und die übrigen Herzen kehren langsam in den biologischen Kreislauf zurück – schade um die schöne Idee«. Auch die Verlandung der Hirschauer Bucht lasse sich wohl nicht mehr aufhalten. Womöglich hätte dies eine Explosion der Gasblase verhindern können, doch diese habe sich als kleine Methangasblase entpuppt.

»In diesem Jahr jährt sich die Entstehung meiner Unsterblichkeit zum 100. Mal« – deswegen habe er noch einmal das Paradies im Himmel verlassen, um das von »meinem Nachlassverwalter Horst Wendehals Seehofer« als Vorstufe zum Paradies auserkorene Bayernland zu besuchen, ließ der frühere Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß verlauten. Dass er sich für seine Stippvisite ausgerechnet Grabenstätt ausgesucht habe, liege auch am »hervorragenden Bier«, das hier in der kleinsten Gasthausbrauerei zwischen München und Salzburg ausgeschenkt werde.

Er habe ja schon 1980 als Kanzlerkandidat davor gewarnt, die Griechen in die EU aufzunehmen. Das Wort »Kredit« sei vom lateinischen Wort »credere« abgeleitet »und heißt glauben und nicht klauen«. Mit erhobenem Zeigefinger schob er hinterher, dass manche Hilfsmittel schlimmer seien als die Gefahren. Neben dem »fehlgeleiteten Donauwaller und Insolvenz-Verwalter der CSU Horst Seehofer aus Ingolstadt« bekam auch Strauß' einstiger Ziehsohn Edmund Stoiber sein Fett weg. Dass diesem als Ex-Ministerpräsidenten beim Politischen Aschermittwoch in Passau erstmals eine ganze Rede ohne »Ähs« gelungen sei, habe einzig und allein daran gelegen, dass sie von ihm selbst in seiner himmlischen Staatskanzlei geschrieben worden sei, verriet Strauß.

Als er sich wenig später auch noch in den emeritierten Papst Benedikt XVI verwandelte, war auch dem letzten Zuhörer klar, dass Strauß selbst im Paradies die Zügel in der Hand hält. »Nur wer erfolgreich Politik betreibt, kommt auch in den Himmel«, gab er Seehofer, Haderthauer und Co. mit auf den Weg.

Dann betrat Gastgeber Oliver Lange als »aufgebrezelte Plaudertasche« Mariechen Boggensagg im Jahr 2035 die Wirtsstube. Kaum hatte die aus der alteingesessenen fränkischen Metzgerei-Dynastie stammende reife Dame das Wort ergriffen, war klar, dass sie Haare nicht nur auf den Beinen und Armen, sondern auch auf den Zähnen hat.

Von den Schwierigkeiten eines Unesco-Weltkulturerbes

Wenn Bürgermeister Schützinger nicht beim Rittbitten in Erlstätt gewesen wäre, hätte er erfahren, dass er in 20 Jahren als dienstältester Bürgermeister Europas, wenn nicht der ganzen Welt, immer noch auf seinem Rathausstuhl sitzen werde – mit großer Wahrscheinlichkeit bis zu seinem letzten Atemzug. Ihr weithin bekannter Stammtisch könne sich nicht über zu wenig finanzielle Unterstützung beklagen, seitdem er zum Weltkulturerbe der Unesco gehöre, plauderte Mariechen Boggensagg. Andererseits dürfe der Stammtisch seitdem nicht mehr verändert werden, was sich mit Blick auf das fortschreitende Alter und die zunehmende Gebrechlichkeit seiner Protagonisten zunehmend als Problem erweise. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der »Hi und do Musi«. Auch Nachwuchs-Ziachspieler Quirin Lange wusste zu begeistern. mmü