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»Passende Bewerber zu finden, ist sehr schwierig«

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Der Betreuungsschlüssel im Kindergarten am Klosterberg wird auf 1 zu 10 angehoben. Das beschloss der Hauptausschuss.

Traunstein – Wenn es nach dem Hauptausschuss geht, soll es künftig weniger Personal in den Kindergärten der Stadt geben.


Einer Änderung des Anstellungsschlüssels auf 1 zu 10 (also ein Erzieher auf zehn Kinder) war in der jüngsten Sitzung einhellig zugestimmt worden. Damit könnte sich die Stadt laut des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands rund 291 000 Euro im Jahr sparen. Heute wird der Stadtrat eine endgültige Entscheidung treffen.

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Der Vorschlag der Verwaltung zur Anhebung des Schlüssels deckt sich mit einer Empfehlung des Prüfungsverbands, der einen Anstellungsschlüssel von 1 zu 10 vorschlägt. Der Mindestanstellungsschlüssel liegt bei 1 zu 11 – damit lag die Personalausstattung in Traunstein zumindest zum Zeitpunkt der Prüfung im Jahr 2016 über den Empfehlungen. Denn derzeit sieht es ganz anders aus, zumindest in der Kindertageseinrichtung am Klosterberg, wo aufgrund von Schwangerschaft zwei Erzieherinnen fehlen. Ihre Stellen wurden bislang nicht nachbesetzt.

»Passende Bewerber zu finden, ist in diesem Bereich sehr schwierig, der Arbeitsmarkt ist so gut wie leergefegt«, begründete Oberbürgermeister Christian Kegel das Problem im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Für die Stadt sei es zusätzlich durch eine Befristung der Stellen bis zur endgültigen Entscheidung des Stadtrats noch schwieriger, passende Mitarbeiter zu finden. Deshalb sei es wichtig, dass eine Entscheidung getroffen werde. Dann könnten die Stellen auch unbefristet ausgeschrieben werden.

Für die Erzieher am Klosterberg wäre zusätzliches Personal dringend nötig. Denn derzeit kommt es – auch aufgrund von Krankheiten – immer wieder zu Engpässen. Wiederholt musste sich ein Erzieher allein um 25 Kinder kümmern. »Diese Fälle werden sich leider nie ganz vermeiden lassen, egal welcher Anstellungsschlüssel angesetzt wird«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Fest steht aber auch: Je weniger Leute angestellt sind, desto eher kommt es zu solchen Engpässen. Derzeit können zum Beispiel verschiedene Angebote wie die Trauntage oder Ausflüge zum Spielplatz nicht verwirklicht werden, weil zu wenige Betreuer da sind.

Entscheidung betrifft alle Kindertageseinrichtungen

Die Entscheidung des Stadtrats in Bezug auf den Anstellungsschlüssel hat nicht nur Auswirkungen auf die Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Stadt (am Klosterberg und Kammer), sondern über den sogenannten Fehlbetragsausgleich auf alle Einrichtungen in Traunstein. Sollte das Gremium für eine Anhebung auf 1:10 sein, dann müssen andere Träger – falls sie einen niedrigeren Anstellungsschlüssel wollen – das »Mehr« selbst tragen. Dadurch kommt auch der Betrag in Höhe von rund 291 000 Euro zustande. Die Berechnung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands zum Einsparpotenzial bezieht sich nämlich auf alle Einrichtungen bei einer Anhebung des Schlüssels auf 1:10.

Der Hauptausschuss hatte sich in seiner Sitzung einhellig dafür ausgesprochen. Der Anstellungsschlüssel in den städtischen Kindertageseinrichtungen im Bereich der unter Dreijährigen (Kinderkrippe) soll auf 1 zu 8 angehoben werden, im Bereich der über Dreijährigen (Kindergarten) auf 1:10.

Zur Behebung kurzfristiger Personalengpässe sollen pädagogische Kräfte im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung gesucht werden. Heute wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen. KR

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