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Parzinger legt Stadtratsmandat nieder

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Traunreut. Der noch amtierende Bürgermeister der Stadt Traunreut, Franz Parzinger, zieht aus seiner Wahlniederlange seine Konsequenzen. Er wird sich aus der Stadtpolitik zurückziehen. »Ich habe soeben unterschrieben, dass ich das Stadtratsmandat nicht annehmen werde«, sagte er gestern Früh dem Traunsteiner Tagblatt. Für Parzinger wird Günther Dorfhuber aus Traunwalchen in den Stadtrat nachrücken.


Dass Parzinger bei der Stichwahl nicht durchmarschieren würde, davon war auszugehen. Er und seine Anhänger hofften aber darauf, dass es reichen könnte. »Dass es eng werden wird, war uns klar. Wir haben aber letztendlich doch mit einem knappen Sieg gerechnet«, sagte der CSU-Fraktionssprecher Reinhold Schroll. »Ich bin genauso geschockt wie Franz Parzinger. Für uns alle ist das ein gewaltiger Schlag.« Man müsse aber das Votum akzeptieren, schließlich müsse es ja weitergehen. Die CSU werde weiterhin eine vernünftige Arbeit im Stadtrat abgeben: »Darauf gebe ich Brief und Siegel« versicherte Schroll. Wichtig sei jetzt ein vernünftiges Auskommen mit dem neuen Stadtoberhaupt.

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Auch Parzinger war davon ausgegangen, dass es reichen würde: »Dieses Ergebnis ist sehr enttäuschend für mich, damit habe ich nicht gerechnet«, gab er zu. Er müsse das Ergebnis akzeptieren und wünsche seinem Nachfolger alles Gute. Die Gründe seiner Abwahl könne er nicht nachvollziehen, zumal in seinen Augen in den letzten zwölf Jahren eine sehr erfolgreiche Stadtpolitik gemacht worden sei. »Ich denke, dass es für alle das Beste ist, wenn ich nicht mehr dabei bin.« Konkrete Zukunftspläne ließ er offen. Er werde bis zum Schluss seiner Amtszeit, die am 30. April endet, selbstverständlich alle noch anstehenden Termine wahrnehmen und sich erst dann Gedanken über seine Zukunft machen. Zwölf Jahre lang war Franz Parzinger Bürgermeister in Traunreut. Der 58-jährige Traunwalchner, der bereits der CSU-Landratsnominierung eine bittere Niederlage einstecken hat müssen, muss nun auch den Bürgermeistersessel räumen. Nach wie vor engagieren möchte er sich aber in der Kreispolitik.

Während sich die CSU am Wahlabend ins »Kulinarium« zurückzog, feierten die Freien Wähler ausgelassen im Café Mozart. Mit stehenden Ovationen wurde Klaus Ritter begrüßt und gefeiert. »Es ist einfach grandios, was wir erreicht haben«, sagte Stadtrat Ernst Biermaier. Die ganze Mannschaft sei »happy.« Im Moment müsse man das Ganze erst einmal sacken lassen. »Wir denken heute noch nicht an morgen.« Durch den Wahlsieg des Bürgermeisters konnten die Freien Wähler mit Konrad Unterstein einen weiteren Sitz im Stadtrat dazugewinnen. Damit stellen sie ab 1. Mai sechs Stadträte und das Stadtoberhaupt. ga