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Parkprobleme und Nachwuchssorgen

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Staudach-Egerndach. Die Diskussionsfreude bei der Staudach-Egerndacher Bürgerversammlung im Gasthaus Mühlwinkl hielt sich in Grenzen. Es gab lediglich drei Wortmeldungen.


Unter anderem kam das Parkproblem in der Gemeinde auf den Tisch. Die Parkbuchten entlang der Kreisstraße, die es seit rund einem Jahr gibt, hätten unterm Strich die Zahl der Parkmöglichkeiten verringert, vor allem auf Höhe des Bäckers, wie die Bürger monierten. Die Folge: Es gibt immer wieder Autofahrer, die direkt vor der Bäckerei und auf dem Gehweg am Zebrastreifen parken. »Da fast keiner auf dem Gehweg unterwegs ist«, wie es auf der Versammlung hieß, wurde gefragt, ob man das Parkverbot nicht zeitlich – der Schulzeit angepasst – begrenzen könnte.

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Dies habe der Gemeinderat bereits heiß diskutiert, erklärte Bürgermeister Hans Pertl. Er wisse, dass es hier noch keine befriedigende Lösung gebe, wisse aber auch keinen besseren Rat. Vor allem große Fahrzeuge, die hier parken, würden die Sicht nehmen, gab der Rathauschef zu bedenken.

Kommunalwahl 2014: Eine Liste für alle Kandidaten?

Für die nächste Kommunalwahl regte Martina Gaukler an, dass alle Kandidaten auf einer Liste kandidieren sollten. Da es sich um eine Persönlichkeitswahl handle, wäre dies für die Bürger überschaubarer. Dies müssten, so Pertl, die Gruppierungen untereinander diskutieren. Die Anregung sei aber eine Überlegung wert, zumal es für die Parteien immer schwieriger sei, genügend Kandidaten für die Liste zu bekommen.

Philipp Schützinger brannte ein anderes Problem auf der Seele. Der örtliche Bienenzuchtverein, der 1903 gegründet worden ist, habe in den vergangenen Jahrzehnten einen Mitglieder- und einen gewaltigen Bienenvölkerschwund erleben müssen. 1980 konnten acht Imker auf 120 Bienenvölker verweisen, 2000 versorgten 14 Imker immer noch 95 Völker und 2010 hielten fünf Imker nur mehr 20 Bienenvölker. »Wir brauchen dringend Nachwuchs. Wir haben zu fünft einen Altersdurchschnitt von 70 Jahren«, so Schützinger.

Eine Förderung von Jungimkern halte er für dringend notwendig. Einem Jungimker sollte man zum Start einen Kasten und ein Bienenvolk zur Verfügung stellen. Der Verein könne dies aber finanziell nicht bewerkstelligen. »Wir leben von einem Jahresbeitrag von 30 Euro. Da darf keiner sterben, denn wir können uns noch nicht einmal einen Kranz leisten«, sagte er. Schützinger verwies auf die Jugendförderung anderer Vereine. Bürgermeister Pertl forderte Schützinger auf, einen offiziellen Antrag an die Gemeinde zu stellen.

In seinem Rechenschaftsbericht sprach Bürgermeister Hans Pertl die beiden größten laufenden Vorhaben in seiner Gemeinde an: die Erschließung des Baugebiets »Maierfeld« und den Bau des Vereinsstadels.

Vom kleinen Fleck zur Großbaustelle

»Ein kleiner Fleck hat sich zur Großbaustelle entwickelt«, betonte der Rathauschef mit Blick auf die 300 000 Euro teure Erschließung des Baugebiets Maierfeld. Bereits in den nächsten Tagen könne man die Baumaßnahme beenden. Entstanden sind dann fünf Baugrundstücke für Einheimische. Nach welchen Kriterien die Gemeinde diese vergibt, sei noch nicht festgelegt. Im Zuge der Maßnahme habe man auch die Wasserleitung Wangerstraße für 40 000 Euro erneuert, so Pertl.

Wie gut die Dorfgemeinschaft funktioniere, zeige der Vereinsstadelbau. Die Gemeinde habe den Grunderwerb, rund 20 000 Euro sowie Baukosten von 50 000 Euro übernommen. Die Rechtholzbauern spendeten bislang über 56 Festmeter Holz für den Stadel. Das Holz werde gerade für den Bau vorbereitet, die Fundamentarbeiten seien erledigt, die Versorgungsleitungen installiert.

Der Lückenschluss des Geh- und Radwegs von Bergen nach Staudach-Egerndach sei beschlossen und der Zuschuss-antrag an die Regierung gestellt, führte der Bürgermeister weiter aus. Die Kosten für die Maßnahme seien im Kreishaushalt für 2013 enthalten, sodass dem Bau des letzten Abschnitts nichts mehr im Weg stehe. Die Gemeinde muss selber 150 000 Euro schultern.

Pertl kündigte außerdem an, dass man Ersatz für das in die Jahre gekommene Einsatzfahrzeug der Feuerwehr beschaffen müsse. tb