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Parken am Schwimmbad wird kostenpflichtig

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Ein Kassenautomat wird bis zur neuen Badesaison am Parkplatz des Traunsteiner Freibads aufgestellt werden. Künftig kostet das Parken dort zwei Euro am Tag oder einen Euro für eineinhalb Stunden. (Foto: Hohler)

Traunstein – Parken am Freibad kostet ab der kommenden Freibadsaison: Wie Finanzausschuss und Stadtrat in ihren letzten Sitzungen des Jahres beschlossen haben, soll am Schwimmbadparkplatz ein Parkautomat aufgestellt werden.


Außerdem wird die Wassertemperatur im Sportbecken um ein Grad gesenkt, auch wenn nicht klar ist, wieviel Geld damit letztlich eingespart werden kann. Angeschafft wird ein Lift für Rollstuhlfahrer, damit diese einfacher ins Wasser kommen.

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Auf dem Schwimmbadparkplatz gibt es 146 Stellplätze. Ein Parkautomat kostet 5500 Euro. Die Unterhaltskosten belaufen sich auf 750 Euro im Jahr. Der Aufstellung eines Parkautomaten stimmten die Stadträte mit 23 zu 1 zu. Das Parken kostet dann künftig zwei Euro am Tag oder einen Euro für Kurzzeitparker (bis eineinhalb Stunden). Diese Entscheidung ist allerdings unter Vorbehalt zu sehen, denn zunächst muss die Stadt noch einige rechtliche Dinge klären. Eine weitere Möglichkeit wäre beispielsweise auch, eine Schranke aufzustellen.

1,5 Grad mehr als andere Bäder

Im Zuge der Untersuchung von Einsparmöglichkeiten hatte die Verwaltung festgestellt, dass die Wassertemperatur im Sportbecken gegenüber vergleichbaren Bädern um 1,5 Grad höher ist. Eine Absenkung um ein Grad bringe im Idealfall sechs bis acht Prozent Energieeinsparung. Eine realistische Einschätzung könnte aber erst nach Messungen über mehrere Jahre beziffert werden, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung.

Zum Vorschlag, am Eingang einen Kassenautomaten aufzustellen, um Personal zu sparen, fand die Verwaltung heraus, dass neben Anschaffungs- und Umbaukosten (2007 rund 90 000 Euro) zusätzlich mindestens eine Kassenkraft nötig sei – zur Behebung geringfügiger Störungen des Automaten sowie für die Kontrolle, damit Badegäste die richtigen Tarife wählen und nicht zu günstigeren Preisen (verschiedene Kategorien) das Schwimmbad betreten.

Würde das Kassenpersonal fehlen, könnten ferner Serviceleistungen wie die Ausgabe der Liegen, Bälle und Schlüssel für die Aufbewahrungsfächer nicht mehr angeboten werden. Zudem müsste der erst 2009 erneuerte Eingang komplett umgebaut werden – der Zugang müsste breit genug für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen sein. Die Mehrheit des Stadtrats war deshalb der Meinung, dass von der Aufstellung eines Kassenautomaten abgesehen wird.

Rege diskutiert wurde über die Anschaffung eines mobilen Lifts. Einen entsprechenden Antrag hatten die Stadträte Karl Schulz (CSU) und Stephan Hadulla (Grüne) vor dem Hintergrund »Traunstein barrierefrei« gestellt. Die Kosten belaufen sich auf rund 12 000 Euro.

Josef Kaiser (UW) war der Meinung, dass eine Rampe ins Becken die bessere Lösung wäre. »Ich habe mit Rollstuhlfahrern gesprochen. Sie würden eine Rampe favorisieren«, sagte Kaiser. Es gebe ja in vielen Schwimmbädern einen Lift. »Wenn sie dann Probleme machen, dann stehen sie einfach nur rum und keiner repariert den Lift.«

Oberbürgermeister Christian Kegel fand ein mobiles Schwimmbad-Lift-System besser, »denn mit diesem können alle Becken zugänglich gemacht werden«. Außerdem sei der Bau einer Rampe mit großem Aufwand verbunden.

Stephan Hadulla gab zu bedenken, dass sportliche Rollstuhlfahrer eine Rampe schaffen, »die anderen aber nicht.« Deshalb sei er in jedem Fall für den mobilen Lift.

Für einen solchen sprach sich auch dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) aus. »Wir geben sehr viel Geld für die Renovierung der Rutsche aus. Das ist auch in Ordnung. Aber das sollten wir auch machen«, sagte sie in Bezug auf die Anschaffung des Lifts.

Stefan Namberger (CSU) betonte, »dass 90 Prozent der Rollstuhlfahrer Bahnen ziehen wollen«. Eine Rampe ins Sportbecken sei aber unmöglich. Deshalb sei er für den Lift. – So sah das auch die große Mehrheit des Stadtrats, nur Josef Kaiser stimmte dagegen. Uwe Steinmetz (UW) hob abschließend noch hervor, dass es wichtig sei, etwas für Behinderte zu tun.

Für die Sanierung der Beckenköpfe sowie der Rutsche im Traunsteiner Schwimmbad soll das Büro Krautloher Architekten aus Vilshofen ein Sanierungskonzept erstellen. Möglicherweise wird im nächsten Jahr ein Förderprogramm für Schwimmbäder aufgestellt. Dazu wäre ein umfassendes Sanierungskonzept sinnvoll.

»Die Sanierung hat oberste Priorität«

Für die Sanierung der Rutsche liegt die Angebotssumme bei 4500 Euro (netto). »Die Sanierung hat oberste Priorität«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. In der letzten Saison hatte sich gezeigt, dass die Besucherzahlen rückläufig waren, als die Rutsche aufgrund eines technischen Defekts gesperrt war.

Außerdem soll untersucht werden, ob es sinnvoll wäre, das Bad auf einen neuen Rechtsträger auszugliedern. Gemeinsam mit den Stadtwerken und der Firma Rödl & Partner fanden bereits Gespräche statt. Weitere Untersuchungen sind allerdings notwendig, hieß es von Seiten der Stadt. Ein Ergebnis wird im ersten Quartal 2018 erwartet.

Letztlich beschloss der Stadtrat, die Wassertemperatur im Sportbecken um ein Grad zu senken, keinen Kassenautomaten am Eingang aufzustellen, einen mobilen Sitzlifter anzuschaffen, das Büro Krautloher Architekten mit einem Sanierungskonzept für das Schwimmbad zu beauftragen und einen Parkautomaten (unter Vorbehalt) aufzustellen. KR/coho

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