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Paragrafen-Flut belastet die regionalen Stromversorger

Das Versorgungsgebiet der Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer umfasst 348 Kilometer Leitungsnetz. (Foto: Krammer)

Siegsdorf. Auf ein durchaus erfolgreiches, aber immer mehr durch die Herausforderungen der politisch und gesellschaftlich angestrebten Energiewende geprägtes Wirtschaftsjahr blickten die Gesellschafter im Rahmen der Generalversammlung der Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer (EVA) im Alpengasthof Hochberg zurück.


Dabei gab Geschäftsführerin Maria Hasselberger Einblick in die tägliche Arbeit der Genossenschaft, die immer mehr von Bürokratismus und Datenbewegungen im Zuge der Energiewende geprägt sei. »Auch in den nächsten Jahren wird eine Mischung aus erneuerbaren und konventionellen Energieträgern die Sicherheit der Versorgung gewährleisten müssen«, betonte Hasselberger und nannte als Leitbild und Energieziel den Kreislauf von Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

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Integration der erneuerbaren Energien

»Die Integration der erneuerbaren Energien in die bewährten Versorgungssysteme muss gesellschaftlich, technisch, administrativ und finanziell für alle Beteiligten tragbar sein«, forderte die versierte Stromversorgerin und bedauerte den stetig steigenden Bürokratismus bei der Liberalisierung und Regulierung der Energieversorgung in Deutschland.

Waren zu Beginn der Liberalisierung im Jahr 1998 noch 19 Paragrafen ausreichend, stieg die Verordnungsflut bis 2005 auf knapp 300 und zum Jahresbeginn 2012 waren bereits 613 Paragrafen zu beachten. Nur mit aufwändiger Unterstützung externer Dienstleister sind die kleinen und mittleren Stromversorger und Netzbetreiber noch in der Lage, die erforderlichen Datenbewegungen gesetzkonform abzuwickeln.

Das Versorgungsgebiet der EVA umfasst 348 Kilometer Leitungsnetz. Über ein 92 Kilometer langes 20-KV-Mittelspannungsnetz und 256 Kilometer 400-V-Ortsnetzleitungen sowie 104 Trafostationen wurden im vergangenen Jahr knapp 67 Millionen Kilowattstunden Strom an die Endverbraucher verteilt. Die im Netzgebiet installierten 336 PV-Anlagen stellten dabei 3,76 Millionen Kilowattstunden zur Verfügung, die acht Wasserkraftwerke knapp 5,9 Millionen Kilowattstunden, was zusammen einem Anteil von 13,5 Prozent des Netzabsatzes entspricht.

Zur Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung wurden 2012 rund 320 000 Euro in das Leitungsnetz und knapp 60 000 Euro in Betriebsgebäude und Fuhrpark investiert, erklärte Geschäftsführer Josef Mayer und gab auch Einblick in die bereits heuer begonnenen und noch geplanten Investitionen und Bauprojekte.

Revisor Michael Kiesel vom Genossenschaftsverband Bayern verdeutlichte anschließend den Mitgliedern die Eckpunkte der Bilanzprüfung und bescheinigte der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat ausgezeichnete Arbeit und zukunftsträchtige Entscheidungen. Bei den Neuwahlen wurde Vorstand Johannes Abstreiter ebenso einstimmig wieder in das Gremium berufen wie die Aufsichtsräte Franz Eckart und Anton Langwieder. Mit einem Lob an die 30 Mitarbeiter für ihren Einsatz und die betriebsorientierte Einstellung beschloss die Geschäftsführerin den Jahresbericht und blickte trotz aller Unwägbarkeiten auf dem Strommarkt zuversichtlich in die Zukunft. FK