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»Paradies, in dem wir leben, bewahren«

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Grabenstätt. »Wir können uns als Deutsche, Bayern und insbesondere als Chiemgauer glücklich schätzen, dass wir dieses Zeitfenster der 2000-jährigen Geschichte der Päpste miterleben durften«, kommentierte Landrat Hermann Steinmaßl beim Politischen Aschermittwoch der CSU Grabenstätt die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. Für seine »mutige Entscheidung« gebühre ihm »größte Hochachtung«, lobte Steinmaßl und erinnerte an mehrere persönliche Begegnungen mit dem Pontifex.


Bei seinem Bayern-Besuch habe der Papst 2006 auf dem Münchner Marienplatz von der »Terra Benedicta«, dem gesegneten Land gesprochen, das seine Vollkommenheit aber erst durch die dort lebenden, im Glauben verhafteten Menschen erlange. Dieses »Paradies, in dem wir leben«, gelte es zu bewahren, mahnte Steinmaßl an.

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Es sei wichtig, dass »die Menschen dort wohnen und arbeiten können, wo sie aufgewachsen sind«. Die hiesigen Firmen leisteten hier einen maßgeblichen Beitrag. Er verdeutlichte dies unter anderem mit der Umlagekraftsteigerung um 17,4 Prozent von 2012 auf 2013 und der geringen Arbeitslosenquote von knapp drei Prozent.

Einer der Gründe dafür sei der Tourismus. Auch im Vorjahr habe man einen Zuwachs verzeichnet, trotz sinkender Bettenzahlen. Aber man brauche nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch »Mobilität für Personen, Daten und Güter, Bildungschancen für Kinder und Jugendliche sowie eine optimale Gesundheitsversorgung«. Dabei brach er eine Lanze für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn und bezeichnete die Nordostumfahrung Traunsteins als »einen Segen«. Wichtig sei aber auch ein funktionierender öffentlicher Personennahverkehr.

In die Bildung wird viel investiert

Auch in Bildung und Ausbildung werde viel investiert, denn »unsere Kinder sind die Leistungsträger der Zukunft und Bildungspolitik ist Zukunftsvorsorge«. Für Schulen gebe man im Verwaltungshaushalt 2012 15,4 Millionen Euro aus. Hinzu kämen 5,9 Millionen Euro für den Gebäudeunterhalt. Dies sei es aber wert, denn »teurer als Bildung ist letztendlich keine Bildung«.

Die Erziehung der Kinder nannte er »Recht und Pflicht der Eltern« und erntete dafür viel Applaus. Der Landkreis könne hier nur unterstützen. Zudem gelte es, Familien das Ja zum Kind durch Vereinbarkeit von Beruf und Kind weiter zu erleichtern. Es habe ihn sehr gefreut, dass im Vorjahr im Klinikum Traunstein 1415 Babys – so viele wie nie zuvor – auf die Welt kamen. Dies zeige, dass die Leute an die Zukunft glauben würden.

Zur »Dauerherausforderung« Kliniken sagte er, es gelte, die flächendeckende medizinische Qualitätsversorgung langfristig sicherzustellen. Auch hier müsse der ländliche Raum konkurrenzfähig bleiben. Schwer wiege der Rückgang der niedergelassenen Hausärzte.

»Wir können nicht immer sagen, das geht nicht«, wandte sich der Landrat an die Gegner von Wasserkraftwerken und Windkraftanlagen. Damit die Energiewende gelinge, »müssen alle fünf Energieträger in allen Gemeinden ausgeschöpft werden und nicht nur Photovoltaik und Biomasse«, stellte er klar. Dabei gebe es kein »entweder oder«, sondern nur ein »und, und, und«.

Besonders viel Potenzial verspricht er sich von der Geothermie. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit müsse man sich noch viel intensiver mit der Stromspeicherung auseinandersetzen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der »Spontan-Musi« um Thomas Urian und Tobias Popetz. mmü