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Papst Benedikt XVI. würdigte die Malteser

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So herzlich wird Papst Benedikt XVI. nicht nur den Maltesern in Erinnerung bleiben. Unser Bild zeigt ihn bei der Begrüßung von Fra‘ Matthew Festing, dem Großmeister des Malteser-Ordens. Die Feier zum 900-jährigen Bestehen des Malteser-Ordens war eine der letzten großen Feiern von Papst Benedikt XVI. in seiner Funktion als Oberhaupt der Katholischen Kirche. (Foto: Malteser)

Traunstein/Rom. Wenige Tage vor seiner Rücktritts-Ankündigung hat Papst Benedikt XVI. das weltweite karitative Engagement der Malteser gewürdigt. »Ihr Einsatz ist Ausdruck der christlichen Brüderlichkeit«, sagte der Papst bei den Feiern zum 900. Jubiläum der päpstlichen Anerkennung des Ordens, zu dem am Wochenende 4500 Malteser aus der ganzen Welt und 160 Malteser aus Deutschland in Rom waren. An den Feierlichkeiten nahmen auch Max Rauecker, der Kreisbeauftragte des Malteser Hilfsdienstes in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, sowie Florian Pohl, Geschäftsführer des Malteser-Bezirks in Ost-Oberbayern mit Sitz in Traunstein teil.


Völlig überrascht vom Rücktritt

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Völlig überrascht waren Rauecker und Pohl, als sie wenige Stunden nach ihrer Rückkehr aus Rom vom Rücktritt Papst Benedikts erfuhren. Sie bedauerten den Schritt des bayerischen Papstes, zollten ihm aber größten Respekt für die sehr verantwortungsvolle Entscheidung. Die Jubiläumsfeier des Malteser-Ordens mit einer Festmesse im Petersdom und Audienz beim Heiligen Vater war eine der letzten großen Feiern des amtierenden Kirchenoberhauptes. Papst Benedikt ist selbst Mitglied des Malteser-Ordens und Ehrenmitglied des Malteser Hilfsdienstes.

Papst Benedikt XVI. rief die Ordensmitglieder auf, an ihrer Verbindung von karitativer Arbeit und tiefer Religiosität festzuhalten. Die Malteser hätten in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung vor allem Pilgern in Jerusalem geholfen und hätten damit »leuchtende Seiten christlicher Barmherzigkeit« gezeigt. Das wertvolle und wohltätige Wirken der Malteser in vielfältiger Weise und in verschiedenen Teilen der Welt sei nicht nur menschenfreundliches Denken und Handeln, sondern wirkungsvoller Ausdruck und lebendiges Zeugnis der im Evangelium verkündeten Liebe. Papst Benedikt forderte die Malteser auf, in ihrem Wirken weiterhin ihrem Leitsatz »Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen« zu folgen.

Für den Traunsteiner Max Rauecker war es ein sehr beeindruckendes Erlebnis, bei der Audienz so viele Malteser aus aller Welt zu erleben, die sich unter dem Malteserkreuz engagieren, wenn es um die Hilfe, Unterstützung und Begleitung von Menschen geht. »Jeder der Malteser, die bei den Feiern in Rom dabei waren, versucht in seinem Heimatland, nach seinen Möglichkeiten und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen – aber alle nach dem gleichen Grundsatz.«

Malteserorden seit Februar 1113 anerkannt

Eindrucksvoll habe sich gezeigt, dass die Malteser eine große, weltumspannende Gemeinschaft seien, so Rauecker gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Auch sei ihm bei den Jubiläumsfeiern in Rom einmal mehr bewusst geworden, dass der, seit 900 Jahren geltende Ordensleitsatz »Tuitio fidei et obsequium pauperum« aktueller denn je sei und als Anleitung für christliche Nächstenliebe in vielfältiger Weise und verschiedensten Diensten gelebt werde.

Der Malteserorden wurde von Papst Paschalis II. mit dem feierlichen Privileg »piae postulatio voluntatis« vom 15. Februar 1113 formal anerkannt und unter den Schutz des Heiligen Stuhls gestellt. Damit erlangte die »Malteser-Hospitalbruderschaft« Souveränität und der Papst verlieh mit der Konstitution als Orden kirchlichen Rechts unter anderem die Befugnis, ihre Oberen frei zu wählen, ohne Einmischung anderer weltlicher oder religiöser Autoritäten. pv