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Ottinger Feuerwehr und viele Gäste trotzten dem Regen

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Auch der Festverein trotzte dem Regen: die Ottinger Feuerwehr beim Festzug. (Fotos: H. Eder)
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Der Gottesdienst zum Ottinger Feuerwehrjubiläum musste wegen des Regens im Zelt abgehalten werden. Gehalten wurde er von Pfarrer Helmut Bauer.
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Die beiden Fahnenjungfrauen Nina Scheuerecker für die Feuerwehr Otting (links) und Miriam Kohlhofer für die Patenfeuerwehr Kammer hefteten die Erinnerungsbänder an die Fahnen.

Waging am See – Der heilige Florian wird üblicherweise mit einem Wasserkübel in der Hand abgebildet, wie Pfarrer Helmut Bauer aus Traunstein beim Gottesdienst zum 140-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Otting feststellte. Dieser Wasserkübel wurde allerdings zum Jubiläumssonntag über Otting ausgegossen; dadurch musste der Gottesdienst ins Zelt verlegt werden, der Kirchenzug entfiel ganz. Der Festzug fand danach aber trotzdem statt: Dem andauernden Schnürlregen zum Trotz zogen um die 40 Feuerwehren, und damit etwa 50 Prozent der Wehren im Landkreis, und die Ottinger Ortsvereine, angeführt von fünf Musikkapellen, durch den Ort.


Viele Einsätze in 140 Jahren

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Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt von einer Bläsergruppe der Musikkapelle Otting und vom Kirchenchor mit der Bauernmesse von Annette Thoma. In den 140 Jahren ihres Bestehens, so Pfarrer Helmut Bauer, habe die Feuerwehr sehr oft ausrücken müssen. Das sei damals wie heute ein Zeichen funktionierenden Gemeinsinns und Zusammenhalts. Dankbar schaue man zurück auf diejenigen, die die Feuerwehr gegründet und sie über all die Jahrzehnte hinweg am Laufen erhalten haben. Oftmals kämen Mitglieder von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen an ihre Grenzen, manche Einsätze gingen so richtig an die Nieren. Dafür sei es gut, dass es die Kriseninterventionsteams, Psychologen und Seelsorger gebe. Denn auch die Seele brauche ihre Nahrung.

Am Ende des Gottesdienstes segnete der Pfarrer die Fahnenbänder, die danach von den Fahnenjungfrauen Nina Scheuerecker für die Feuerwehr Otting und Miriam Kohlhofer für die Patenfeuerwehr Kammer an die Fahnen geheftet wurden. Grußworte sprachen Bürgermeister Herbert Häusl, stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber und Kreisbrandinspektor Günter Wambach. Sie alle gratulierten den Ottingern zum Jubiläum, lobten die gute Nachwuchsarbeit und wünschten für die Zukunft alles Gute und stets unfallfreie Rückkehr nach Einsätzen.

Häusl blickte kurz auf die 140 Jahre zurück, in denen die Zeiten oftmals sehr schwierig gewesen seien. Erfreulicherweise hätten sich aber immer Männer und Frauen gefunden, die diesen ehrenamtlichen Dienst weitergeführt haben – aktuell sogar mit einem deutlich gestiegenen Mannschaftsstand. Neben ihrer Einsatzbereitschaft seien die Ottinger Feuerwehrler aber auch ein Eckpfeiler im Ottinger Vereinsleben, das schon traditionell von großem Zusammenhalt geprägt sei.

Resi Schmidhuber nannte eindrucksvolle Zahlen: Allein im Landkreis Traunstein gebe es 81 Feuerwehren mit gut 4000 Aktiven – Zahlen, die für Ehrenamt und Sicherheit, für unverzichtbaren Dienst zum Schutz der Gesellschaft stünden. Spontanen Applaus bekam sie, als sie Pfarrer Bauer für den schönen Gottesdienst lobte. Kreisbrandinspektor Wambach schließlich wünschte vor allem, dass sich stets junge Leute finden, die den Dienst an der Feuerwehr weiterführen. Zweiter Vorsitzender Michael Eder dankte allen, die an der – gerade für eine kleine Wehr mit 66 Aktiven – doch umfangreichen Vorbereitung mitgeholfen haben: vom Weißeln des Feuerwehrhauses bis zur Dekoration im Festzelt.

Der Segen kam von oben

Nach der Bayernhymne stellten sich all die vielen Besucher auf dem Sportplatz auf und formierten sich zum Festzug. Und auch die Musikanten ließen sich von dem Segen von oben nicht aufhalten und spielten fröhlich auf. Mit dabei die Kutsche mit der Prominenz – stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Bürgermeister Herbert Häusl, Pfarrer Helmut Bauer und Feuerwehr-Vorsitzender Markus Helmberger – und zwei Pferdegespanne, eines mit altgedienten Mitgliedern der Feuerwehr, das andere von den Böllerschützen mit einem Modell der Ottinger Kirche. he