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Ostern zwischen Innehalten und Stress

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Der Kirchanschöringer Pfarrer Ludwig Westermeier in seinem Büro: Vor ihm liegen die verschiedenen Ablaufhefte für die Ministranten; darin ist jede ihrer Aufgaben während der Feiertagsgottesdienste genau festgehalten. (Foto: Gronau)

Kirchanschöring. Zwischen Innehalten und Stress: An Ostern haben die heimischen Pfarrer ein großes Arbeitspensum zu absolvieren. Was alles zu erledigen ist, darüber spricht Pfarrer Ludwig Westermeier im Interview mit unserer Zeitung. Und auch Kornelia Gaßner, eine von zwei Mesnerinnen in der Kirchanschöringer Pfarrei St. Michael, erzählt von ihren vielen Aufgaben vor und während der Feiertage.


»Der Arbeitsaufwand zum höchsten Fest im Kirchenjahr ist enorm«, sagt der Pfarrer. Alleine in der Kirchanschöringer Pfarrei finden zwischen Gründonnerstag und Ostermontag sieben Gottesdienste statt. Darüber hinaus ist Westermeier als Pfarradministrator auch für die Pfarreien Fridolfing, Kirchstein und Petting zuständig. Schwierig sei, dass für die vielen Messen nur wenige Geistliche zur Verfügung stünden. »Doch wenn alle zusammenhelfen ist es – auch dank Pfarrer Alois Holzner, der eigentlich im Ruhestand ist – zu schaffen«, resümiert Westermeier.

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Für die beiden Kirchanschöringer Mesnerinnen Kornelia Gaßner und Margit Gruber hat die richtig arbeitsintensive Zeit am Gründonnerstag begonnen. Täglich müssen sie die Kirche St. Michael für die jeweiligen Festtage neu gestalten. Alleine vier bis fünf Arbeitsstunden benötigen die beiden Frauen für das Stecken des Blumenschmucks.

Dazu kommt die Tradition, in der Karwoche einen Frühjahrsputz durchzuführen. Die Kirche soll zum höchsten Fest in neuem Glanz erstrahlen. Mehrere Tage sind die Mesnerinnen gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern zu Gange. Und dann gilt es noch, das Heilige Grab in Pölln aufzubauen.

Für Kornelia Gaßner ist das diesjährige Ostern ihr erstes als Mesnerin. Sie ist darum ein wenig aufgeregt, dass sie ja nichts vergisst oder falsch macht. »Ich gehe der Osterzeit mit ein wenig Herzklopfen entgegen«, gesteht sie mit einem Lachen. »Es sind so viele Handgriffe, die sitzen müssen.«

Pfarrer Ludwig Westermeier ist dankbar für die fleißige Unterstützung seiner beiden Mesnerinnen. Er betont, dass es sehr schwer sei, jemanden für dieses Amt zu finden. Wenn alle freihätten, so der Geistliche, müsse ein Mesner arbeiten.

Auch die Ministrantenproben, die der Pfarrer mit Unterstützung von Kornelia Gaßner leitet, sind zur Osterzeit aufwändiger als im restlichen Jahr. Jeder Feiertag habe seinen eigenen Ablauf. Für die Kinder gäbe es viel zu tun. Darum erhielten sie auch zu jedem Gottesdienst einen Ablaufplan. »Lustig wird´s, wenn ein Ministrant träumt und seinen Einsatz versäumt«, so Westermeier. Damit das nicht passiert, stehen in der Karwoche gleich zwei Ministrantenproben auf dem Plan. Mesnerin Kornelia Gaßner sorgt dabei nicht nur für saubere Gewänder, sie weiß auch, was dem Pfarrer im Gottesdienst wichtig ist und vermittelt das den Ministranten.

Zeit für die Familie bleibt Kornelia Gaßner dennoch. Sie wechselt sich über die Osterfeiertage mit ihrer Mesner-Kollegin Margit Gruber ab. So kann jede von ihnen das Osterfest mit der Familie feiern.

Trotz der vielen Arbeit genießt auch Pfarrer Ludwig Westermeier das höchste kirchliche Fest. »Die Kirchen werden an den Feiertagen wieder randvoll sein. Am meisten freue ich mich auf das Gottesdiensthalten und die Menschen, die am Ostersonntag glücklich die Kirche verlassen werden.« cg