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Oscar-Preisträgerin Caroline Link im Gespräch mit Schülern

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Die Regisseurin Caroline Link stellte ihren neuen Film »Exit Marrakech« vor. (Foto: Mix)

Traunreut. Die Regisseurin und Oscarpreisträgerin Caroline Link stellte im Rahmen der Reihe »Forum der Jugend« an der Schule Schloss Stein ihren neuesten Kinofilm »Exit Marrakech« vor und stellte sich anschließend den Fragen der Zuschauer. Einige Szenen am Anfang des Films, wurden vor eineinhalb Jahren in der Steiner Schule gedreht.


Link erzählte, ihr Mann Dominik Graf habe sie auf die Idee gebracht, die Schul- und Internatsszenen in Stein zu drehen. Graf war früher selbst Schüler in Stein. Die Regisseurin bedankte sich, dass das Filmteam in der Schule sein durfte und entschuldigte sich quasi für »das Tohuwabohu, das bei so einem Dreh automatisch entsteht«.

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In »Exit Marrakech« geht es um eine Vater-Sohn-Geschichte, die sich größtenteils vor der überwältigenden Kulisse von Marokko abspielt. Link erzählte, sie habe das Land vor 20 Jahren erstmals bereist und sei damals schon fasziniert gewesen von der Atmosphäre. Auf Motivsuche für ihren Film fuhr sie nun erneut 3000 Kilometer durch das Land und fand sehr authentische Orte, wunderschöne Landschaften und vor allem überaus gastfreundliche und hilfsbereite Menschen.

Schon beim Schreiben des Drehbuches sei sie immer wieder in Kontakt getreten mit marokkanischen Familien und habe sich viel vom Leben in dem Land berichten lassen. »Ich wollte in dem Film zeigen, dass Marokko beides hat, moderne Lebensweise, aber auch alte Traditionen«, erklärte sie. Wie der jugendliche Hauptdarsteller in ihrem Film sei auch sie bei ihrem Besuch in Marokko einfach losgegangen und habe geschaut, wem sie so begegnet.

Hauptdarsteller Samuel Schneider aus Berlin habe überhaupt keine Scheu, vor der Kamera zu stehen, er habe sehr intuitiv gespielt. Er wirkte schon mit 13 Jahren bei einem Film mit. Er und der erfahrene Schauspieler Ulrich Tukur in der Rolle seines Vaters hätten sich gut ergänzt und auch voneinander lernen können.

Auf ihren Oscar angesprochen, den Link vor zwölf Jahren für »Nirgendwo in Afrika« erhielt, erzählte die Regisseurin, dass damals viele meinten, sie müsse nun in USA weiterarbeiten: »Es war aber nie mein Wunsch, nach Amerika zu gehen.« Diese großartige Auszeichnung verblasse mit der Zeit und sei kein Garant dafür, dass auch bei den folgenden Filmen die Massen ins Kino strömten. »Mit leiseren Geschichten, wie ich sie gerne erzähle, ist es schwerer, die Menschen zu mobilisieren.«

Nach zwei Filmen mit jungen Mädchen habe sie dieses Mal bewusst eine Vater-Sohn-Beziehung gewählt, da sie auch in ihrem privaten Umfeld solche Konstellationen kenne, dass Buben ohne Vater aufwachsen und von starken Müttern geprägt werden. Dass der neue Film nicht nur gute Kritik bekommt, müsse man als Filmemacher aushalten: »Die Kritik kann schon manchmal persönlich kränkend sein, aber da muss man halt durch.« mix

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