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Ortsheimatpfleger verabschiedeten Petition in Traunstein

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Er warb beim Treffen der Heimatpfleger in Traunstein um Unterstützung der Landesausstellung 2015 »Napoleon in Bayern«: der ehemalige Lehrer am Chiemgau Gymnasium, Volker Bräu, der das Projekt im Haus der Bayerischen Geschichte mit begleitet. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Der Freundeskreis für Heimatpflege traf sich am Wochenende im Traunsteiner Heimathaus. Die Ortsheimatpfleger aus den Gemeinden und Städten im Landkreis waren dazu gekommen. Die Ortsheimatpfleger verabschiedeten dabei eine Petition an Landrat Hermann Steinmaßl und an den Kreistag, in dem sie sich in deutlichen Worten über die Umstrukturierung im Landratsamt im Zusammenhang mit dem Kreisarchiv beschweren.


Kritisch äußerten sich einzelne Ortsheimatpfleger über Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ruhestand des Kreisarchivpflegers Götz von Dobeneck. Die Ortsheimatpfleger zeigten sich mit der künftigen Betreuung des Archivs unzufrieden. Pallings Heimatpfleger Franz Jäger machte deutlich, dass man hier »auf die Tube drücken müsse« und auf den Landrat und den Kreistag mit der Forderung, einen Kreisarchivar einzustellen, zugehen müsse. Kosten müssten unter Umständen auf die Gemeinden umgelegt werden. Er wünsche sich eine Petition, die die Anwesenden bei der Veranstaltung beschließen sollten.

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Hans Helmberger, Vorsitzender des historischen Vereins, wollte die Kostenumlage so nicht gelten lassen. Der Landkreis müsse sich um die Pflege der Kultur kümmern, das müsse auch finanziell drin sein. Das ist eine »Frage der Prioritäten« betonte er. Traunsteins Stadtarchivar Franz Haselbeck machte deutlich, dass der in Pension gegangene Kreisarchivpfleger zwar ersetzt wurde, aber »um die Basisarbeit kümmert sich keiner mehr, eine Archivarbeit findet nicht mehr statt.« Einig waren sich alle Anwesenden, dass das Kreisarchiv »fachlich kompetent und besetzt werden müsse.« Diese Forderung an Landrat und Kreistag wurde in Form einer Petition aufgenommen, der sich die Anwesenden Ortsheimatpfleger einstimmig anschlossen.

Ein weiteres Thema des zweimal im Jahr stattfindenden Treffens war die erfolgreich abgeschlossene Restaurierung des Traunsteiner Obelisken. Auch eine Besichtigung des Museums, und hier insbesondere der ehemaligen Spielzeugabteilung, standen auf dem Programm. Gezeigt wurden überdies Luftbilder aus 100 Jahren Traunsteiner Stadtgeschichte. Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika bezeichnete die Anwesenden als »Rückgrat der Heimatpflege« und dankte für deren Arbeit.

Die halbjährlichen Treffen seien wichtig für die Information und den Austausch untereinander. Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte deutlich, dass es wichtig sei, die eigene regionale Geschichte zu kennen. Hans Helmberger, als Vorsitzender der Stiftung Heimathaus als »Hausherr« sprechend, machte deutlich, dass die Arbeit der Ortsheimatpfleger unverzichtbar sei: Sie seien das »historische Gewissen«.

Der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, Richard Kraft, ging auf den Traunsteiner Obelisken ein, der im vergangenen Jahr mit einem Aufwand von rund 30 000 Euro saniert wurde. Um den Obelisken vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen, wurde die Konstruktion im Inneren des Denkmals verändert, die nun den 5,45 Meter hohen Obelisken dauerhaft schützen soll. Als mögliches neues Projekt nannte er ein größeres neues Museum in Traunstein, fügte aber gleichzeitig hinzu, dass dieses Projekt noch relativ unkonkret sei.

Volker Bräu vom Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg warb für die Landesausstellung 2015 »Napoleon in Bayern«, die in Ingolstadt geplant ist. Insbesondere wolle man in der Ausstellung auch zeigen, wie die Kriege die Bevölkerung Bayerns beziehungsweise die Menschen der jeweiligen Regionen belastet haben. Man sei für die Ausstellung auf der Suche nach Stimmen aus der Bevölkerung, Liedern und Gedichten aus der damaligen Zeit. Auch Uniformen und Waffen aber auch Lebensläufe und Schicksale aus der damaligen Zeit wolle man nach Möglichkeit in die Ausstellung mit einbauen. awi