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Orkantief "Niklas" wütet in der Region

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Beim Logistikzentrum eines Getränkegroß- und -einzelhändlers in Oderberg riss der Sturm das Dach vom Bürogebäude. Foto: FDL

Großeinsatz für die Feuerwehren im Chiemgau und im Rupertiwinkel: Der Sturm »Niklas«, der am Dienstag über die Region hinwegfegte, richtete erhebliche Schäden an. Einige Häuser wurden abgedeckt, Schindeln flogen von Dächern, Photovoltaikanlagen wurden beschädigt, Äste brachen ab und Bäume wurden umgerissen. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Die Feuerwehren waren den ganzen Tag fast ohne Pause im Einsatz. Auch kam es zu längeren Stromausfällen, unter anderem in Nußdorf, Waging und Traunstein.


In Nußdorf blieb der Strom bereits ab etwa 15 Uhr für mehrere Stunden weg, rund eine dreiviertel Stunde später gingen auch in Traunstein die Lichter aus. Nach rund einer halben Stunde gab es im Innenstadtbereich wieder Strom, nach und nach dann auch in den Außenbereichen. Am längsten dauerte der Stromausfall in Haslach. Die Ursache für den großflächigen Stromausfall war bis Dienstagabend noch unklar, möglicherweise stand er im Zusammenhang mit einem Brand in einem Trafohäuschen bei Tinnerting. Auch in Waging und Umgebung mussten die Bürger am Nachmittag und Abend stundenlang ohne Strom auskommen.

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Im Landkreis Traunstein waren über 70 Feuerwehren im Einsatz, einige davon seit dem Morgen. Im nördlichen Landkreis ging es bereits in der Früh los, im Laufe des Tages erreichte der Sturm auch den Süden und sorgte dort für viel Arbeit bei den Floriansjüngern. Bis zum späten Nachmittag gab es über die Integrierte Leitstelle (ILS) mehr als 350 Alarmierungen wegen Sturmschäden.

Der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Peter Volk, schätzte, dass bis gegen 17 Uhr etwa 500 Feuerwehrler im Einsatz waren – und es ging danach noch weiter. Erschwert wurden die Alarmierungen auch durch den Stromausfall in Traunstein. Zwar verfügt die ILS über eine eigene Notstromversorgung, doch die Kommunikation per Telefon war zeitweise nicht möglich. Auch das Telefonieren per Handy ging nur eingeschränkt. Eine weitere Folge des Stromausfalls: Aufzüge blieben stecken, in einigen Fällen musste die Feuerwehr eingeschlossene Personen aus Aufzügen befreien.

Wieviele Personen bei dem Sturm zu Schaden gekommen sind, stand am Abend noch nicht fest. In der Gemeinde Ainring wurde eine 50 Jahre alte Frau schwer verletzt, als sie bei einer Autowerkstätte auf Höhe der Kleinen Sur an der Bundesstraße 304 einen Wagen in einen Transportanhänger verladen wollte, der vom Sturm erfasst wurde. Die Frau stürzte vom Hänger, flog im Sturm einige Meter durch die Luft, schlug am Boden auf und zog sich eine Rückgratverletzung zu. - m

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