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Orgelbauprojekt nimmt Formen an

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Wonneberg. Jetzt gibt es einen konkreten Zeitplan: Zur Jahresmitte 2017 kann wohl damit gerechnet werden, dass in der Wallfahrtskirche St. Leonhard zum ersten Mal die neue Orgel erklingen wird. In der jüngsten Kirchenverwaltungssitzung, bei der auch Vertreter des Orgelfördervereins und Kirchenmusiker vertreten waren, wurde nun auch entschieden, dass die Orgelbaufirma Linder aus Nußdorf am Inn den Zuschlag für den Orgelneubau erhält.


Spieltischrichtung und Prospekt erhalten

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Mit den Vorgaben des Orgelreferenten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Nikolaus Könner, und des Orgelsachverständigen der Erzdiözese München und Freising, Dr. Friedemann Winklhofer, war klar, dass das historische Gehäuse von Maximilian Schlöglmann aus dem Jahre 1883, das Prospekt (Ansicht) der Orgel und die Spieltischrichtung erhalten bleiben müssen.

Um die Ausschreibungen anzugehen, brauchte man einen Entwurf, welche Register, Pfeifen und Stimmungen die Orgel haben soll. Der Orgelförderverein um den Vorsitzenden Michael Frumm-Mayer und die Kirchenverwaltung um Kirchenpfleger Hans Maier übergaben diese Aufgabe einer Arbeitsgruppe.

Im Orgeldispositions-Entwurf, der von Organistin Walburga Hasenknopf, dem Musiker Dr. Josef Fenninger, Dekanatskirchenmusiker Manfred Müller und vom Gemeindereferenten Martin Riedl in mehreren Arbeitstreffen ausgearbeitet worden war, umfasst nun ein zweimanualiges Werk mit 13 Registern und vier Extensionen.

210 000 Euro Kosten plus Mehrwertsteuer kalkuliert

Die Orgel wird eine rein mechanische Ton- und Registertraktur enthalten. So werden 14 Register und zwei Pedaltransmissionen (16 Register) im historischen Gehäuse eingebaut. Der Spieltisch wird frei stehend vor der Orgel aufgestellt. Somit kann die Organistin wie bisher mit Blickrichtung zum Altar das Instrument bedienen.

Die Kosten belaufen sich mit allem auf rund 210 000 Euro plus Mehrwertsteuer. »Bis dahin«, so der Vorsitzende des Orgelfördervereins Michael Frumm-Mayer zuversichtlich, »wird dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung der Wonneberger Bürger die Orgel finanziert sein«. Der Wonneberger Landherbst im vergangenen Jahr war eine wichtige finanzielle Voraussetzung, weil man sich danach sicher war, weit über die Hälfte der anfallenden Neubaukosten angespart zu haben.

Von vier Orgelbaufirmen zwei in der engeren Wahl

Die Wahl der richtigen Firma war indes gar nicht so einfach. Zunächst waren vier Orgelbaufirmen angeschrieben worden. Drei Orgelbauer kamen daraufhin nach St. Leonhard, um sich persönlich ein Bild vom Stand der Orgel und der spätgotischen Kuratie- und Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1496 zu machen.

Im weiteren Ausschreibungsprozess wurden die drei Angebote verglichen. Zwei Firmen kamen in die engere Wahl, die Orgelbaufirma Linder aus Nußdorf am Inn und Orgelbauer Pirchner aus Steinach am Brenner.

Beide Firmen sind leidenschaftliche Orgelbauer

Beide wurden in ihren Werkstätten von einer Abordnung aus St. Leonhard besucht. Hinzu kam, dass je eine von der Firma gebaute Orgel vorher getestet wurde. Beeindruckend war für die Besucher, mit welcher Leidenschaft beide Firmen ihre Philosophie in der Holz- und Metallverarbeitung und Intonation vertraten. Dies erleichterte die Entscheidung nicht gerade.

Gemeindereferent Martin Riedl sagt: »Bei den Busfahrten und darüber hinaus wurde immer wieder genau abgewogen und verglichen. Es wurde leidenschaftlich und konstruktiv miteinander gerungen, damit in St. Leonhard die optimale Orgel – zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen – erklingen kann.« he