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Optimale Voraussetzungen für Breiten- und Spitzensport

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Nach der kirchlichen Weihe des katholischen Diakons Björn Wagner (von links) und des evangelischen Dekans Peter Bertram gab es für das Funktionsgebäude ein bemaltes christliches Kreuz, das Vereinsvorstand Christoph Kraller und Oberbürgermeister Manfred Kösterke entgegen nahmen konnten. Bilder von der Einweihung finden Sie auch im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de.

Traunstein. »Es ist ein schönes Werk geworden, das optimale Voraussetzungen für den Breiten- und Spitzensport bietet«, sagte Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Einweihung des EHG-Sportparks Empfing vor vielen Gästen aus Kommunalpolitik, Behörden und Sport. Aber auch viele Bürger und Mitglieder des Sportbunds Chiemgau waren gekommen, um sich ihre neue sportliche Heimat anzusehen.


Fantastische Ideen, aber kein Geld dafür

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Kösterke blickte zurück auf den Januar 2009, als man über die Perspektiven der Fußballvereine gesprochen habe. »Fantastische Ideen, aber Geld haben wir keines dafür, hieß es bei dem Gespräch auf Initiative des früheren FC-Vorstandes Helmut Schreiner. Trotzdem habe man einen Standort gesucht und den Landkreis in das Konzept eingebunden, das auch die Brunneranlage einschloss.

Hauptanteil zur Finanzierung war der Verkauf des ehemaligen FC-Geländes (Triftstadion) an einen regionalen Partner, der dort etwa 100 Wohnungen baue, die der Region ein Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro bescheren. Die Fusion von FC, ESV und JFG zum SBC Traunstein sei ein erster entscheidender Schritt gewesen für das Projekt in Empfing. Viel Arbeit hätten alle Beteiligten hinein gesteckt. »Jetzt ist es endlich soweit und es is schee worn.« Seine »Wassertaufe« erlebte das Areal beim Juni-Hochwasser, das so viel Schaden anrichtete, weil die Plätze noch nicht eingewachsen waren. Das Gebäude war verschont geblieben, Bund und Länder würden über das Hochwasseraufbauprogramm den Schaden zu 100 Prozent ersetzen.

Das Vorzeigeobjekt passe zum ersten Tabellenplatz, den der Verein in der Bezirksliga Ost auch nach dem Auswärtssieg gegen den TuS Raubling verteidigt habe. Es sei eine Anlage für den Breitensport des ganzen Vereines. Man fördere die Freizeitgestaltung, den Spitzensport als DFB-Stützpunkt und den Schulsport. »Deshalb beginnt für mich heute eine neue Ära des Sports in Traunstein«, betonte Kösterke. Für ihr Engagement würdigte er alle Beteiligten vom Stadtrat über den Kreistag bis zu Behörden und Firmen, allen voran aber den verstorbenen FC-Vorstand Helmut Schreiner.

Stellvertretender Landrat Josef Konhäuser sagte für den Landkreis, dass man gerade das Hochwasserthema noch intensiver angehen müsse. Er betonte die Bedeutung des Sports für die Förderung der Gesundheit und die Möglichkeit, sich in der Gemeinschaft zu betätigen. Bei der möglichen Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 könnten die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land eine wichtige Rolle spielen. Die Spiele, in der »die Jugend der Welt zu Gast in unserer Region ist«, brächten einen hohen Mehrwert für die Region.

Für den SBC Traunstein betonte Vorstand Christoph Kraller, dass der Verein auch in seinen finanziellen Möglichkeiten an die Obergrenze gegangen sei. Jetzt habe man hervorragende Sportplätze, Funktionsräume und Umkleiden und ein »wunderschönes Lokal«. Auch die Flutlichtbeleuchtung sei ausgezeichnet. Er dankte der Stadt für die gute Zusammenarbeit und schloss darin auch »den überwiegenden Teil« des Stadtrats ein, war das Projekt doch zum Teil umstritten.

Auch BLSV-Vertreterin für eine Olympiabewerbung

Claudia Daxenberger, Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessportverbands, sagte: »Sport ist wie das Salz in der Suppe«. Gerade die Jugendförderung werde im BLSV groß geschrieben, was sich auch in einem Mitgliedsanteil von Kindern und Jugendlichen von über 40 Prozent spiegle. Sport übe eine präventive Wirkung aus: »Keiner unserer Sportler wird ein Schläger, Komasäufer oder sitzt nur vor dem PC«. Auch sie hielt ein Plädoyer für eine Olympiabewerbung.

Martin Strasser von der Planungsgruppe Strasser und Partner blickte zurück auf die Anfänge: Eine Unmenge Arbeit, keine Auftraggeber und keine Bezahlung seien Fakt gewesen, er habe mit bis zu 150 000 Euro in Vorleistung treten müssen. Man sei über die Jahre »vom Wunsch zum Machbaren« gegangen. Er betonte die hervorragende Zusammenarbeit von allen Seiten. Symbolisch überreichte er den Eigentümern Stadt Traunstein mit Oberbürgermeister Manfred Kösterke und SBC Traunstein mit Vorstand Christoph Kraller einen übergroßen Schlüssel.

In der kirchlichen Segnung betonten Diakon Björn Wagner und der evangelische Dekan Peter Bertram, das Fußballfeld sei kein »heiliger Rasen«. Vielmehr wünsche er sich, so Wagner, dass es ein »eiliger Rasen« sein solle, auf dem schnell gespielt werde und Menschen einander schnell kennenlernen sollten. Dekan Bertram sagte, er freue sich, dass der Sportpark Menschen und Vereine zusammenbringe. Anschließend segneten die beiden den Platz.

Auch künstlerisch hat der neue Sportpark einiges zu bieten, wie die Enthüllung einer Statue zeigt. Der Sportpark hat einen Hauptplatz, einen Nebenplatz und drei Trainingsplätze, 467 Sitzplätze, je 150 Stehplätze und Plätze in der Gaststätte, Büros, Zuschauertribüne, Aufzug, Schulungsraum und Hausmeisterwohnung. Das Gebäude allein kostete rund 2,6 Millionen Euro plus rund 1,1 Millionen Euro für die Sportplätze. awi