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Opfer hat noch immer Albträume

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»Ich habe noch immer Albträume« – So schilderte ein 40-jähriger Mann aus Bad Feilnbach vor Gericht sein aktuelles Befinden. Der Mechaniker war in der Nacht des 12. Juli 2015 in Bad Feilnbach Opfer einer üblen Schlägerattacke geworden. Die teilgeständigen Täter, Mitarbeiter eines ostdeutschen Abrissunternehmens im Alter zwischen 21 und 37 Jahren, müssen sich vor der Jugendkammer Traunstein wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten.


Gemäß Anklage von Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner versetzte einer der Männer dem 40-Jährigen in einer Kneipe einen Schlag mit der flachen Hand. Der Wirt warf das Quartett daraufhin aus der Gaststätte. Nach längerer Zeit verließ auch der 40-Jährige mit einer Begleiterin die Kneipe. Die vier Angeklagten waren noch in der Nähe, liefen auf ihn zu, schlugen und traten ihn.

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Auf Nachhaken der vier Verteidiger erklärte der 40-Jährige, er habe insgesamt nur »scheibchenweise Erinnerungen«, auch wegen seiner damaligen hohen Alkoholisierung.

Der psychiatrische Gutachter, Rainer Gerth vom Bezirksklinikum in Gabersee, beleuchtete die Lebensgeschichten der Angeklagten und deren Alkoholisierung in der Tatnacht. Ein 21-jähriger Ladenbauer war demnach möglicherweise in seiner Schuldfähigkeit beeinträchtigt durch eine »vorübergehende seelische Störung«. Sicher nicht voll schuldfähig, vor allem wegen des nicht gewohnten Alkohols und des Gruppendrucks, war aus Sicht des Gutachters ein 25-jähriger Monteur.

Zu einem 37-jährigen Paketfahrer meinte der Sachverständige, dass er möglicherweise in Kombination mit der aggressiven Grundstimmung nicht voll steuerungsfähig gewesen. Einem 26-jährigen Abteilungsleiter attestierte der forensische Psychiater »möglicherweise verminderte Schuldfähigkeit«. Der Prozess wird fortgesetzt. k