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»Oma, kann ich Dich heiraten?«

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Seit fast sieben Jahren leitet Annette Köhler aus Weibhausen das Projekt der Wunschgroßeltern-Vermittlung. Jetzt hat sie nette Erlebnisse in einem Büchlein herausgegeben, der Titel: »Oma, kann ich Dich heiraten?« (Foto: H. Eder)

Seit fast sieben Jahren leitet Annette Köhler aus Weibhausen das Projekt der Wunschgroßeltern-Vermittlung, das unter der Trägerschaft des Diakonischen Werks Traunstein steht. Vieles hat sie in dieser Zeit erlebt, viele Menschen kennengelernt – sowohl ältere als auch jüngere.


Eine ganze Reihe von netten Erlebnissen, kindlichen Sprüchen und kleinen Episoden hat sie jetzt zusammengefasst und in einem Büchlein herausgegeben. Der Titel: »Oma, kann ich Dich heiraten?«

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Da findet sich etwa die Geschichte von dem vierjährigen Johann, der in der Stadt einen Mann sieht, der in einem der Papierkörbe wühlt. Die Oma erklärt ihm, dass dieser Mann vermutlich nach Pfandflaschen sucht, für die man etwas Geld bekommt, um sich etwas davon kaufen zu können. Das gibt dem Buben zu denken, und nach einer gebührenden Zeit des Nachdenkens stellt er für sich folgende Zukunftsperspektive fest: »Wenn ich groß bin, dann geh' ich in die Arbeit und verdiene ganz viel Geld. Und dann kaufe ich was zu essen und das stell' ich für den Mann in den Papierkorb.«

Die bösen Ausdrücke, die man nicht in den Mund nehmen soll, sind in der Kindererziehung immer wieder ein Thema. Und so bringt auch der kleine Andi die Mahnung der Erzieherin aus dem Kindergarten nach Hause, dass man nämlich »Ausdrücke mit A… und Sch…« nicht sagen darf. Und dann seine interessierte Nachfrage: »Mensch, Mama, verrat mir doch mal, wie die heißen! Ich kenne die doch gar nicht.« Auch das sogenannte »Zauberwort« ist ein Begriff, der in der Erziehung regelmäßig wiederkehrt. Der kleine Sven wird von seiner Oma ermahnt, doch das »Zauberwort« zu sagen, wenn er den gewünschten Saft haben möchte. Offenbar ist dieser Begriff dem Buben bisher verborgen geblieben. Aber dann, nach einigem Nachdenken, fällt es ihm ein: »Simsalabim!«

Ironie verstehen Kinder oft nicht. Jedenfalls hatte die kleine Nina mal eine Bananenschale auf die antike Kommode der Oma gelegt. Das kritisierte diese natürlich und fügte – ironisch eben – dazu: »Bananenschalen auf der Kommode, na, das hab' ich besonders gern.« Da atmet Nina erleichtert auf: »Dann ist es ja gut!«

Und so kam der Titel des Buchs zustande: Beim Spielen und Kuscheln schaute der kleine Johann (3) seine Wunschoma plötzlich treuherzig an und fragte: »Oma, kann ich dich heiraten?« Und als ihm die Oma bedauernd erklären muss, dass sie ja schon verheiratet ist, mit dem Opa nämlich, ist der Bub sichtlich geknickt, hätte dann aber gleich eine Lösung parat: »Oma, kann man denn nicht zwei Männer haben?« Auch der kleine Luca mag seine Wunschoma sehr gern. Auch er würde seine Oma »echt heiraten, aber du bist ja schon so alt!« Und schließlich hat auch die kleine Johanna für ihre Oma viel übrig. So viel, dass sie ihr Folgendes verspricht: »Oma, wenn ich ein Päckchen an Weihnachten übrig hab', das kriegst du!«

Das Buch »Oma, kann ich Dich heiraten?« ist im Liliom-Verlag erschienen – ISBN 978-3-934785-97-7. Die erste Auflage ist bereits vergriffen, die zweite liegt bereits vor. Bestellungen können telefonisch bei Annette Köhler eingereicht werden unter Telefon 08681/478823 oder 0151/50505559. he