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»Oim Jazz« vom Feinsten auf dem Hochfelln

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Bergen. Nach den Wetterkapriolen der Vorjahre war dem Chiemgau Alm Festival am Hochfelln ein Traumtag für Bergwanderer und Jazz-Liebhaber gegönnt. »Oim Jazz« vom Feinsten mit unbändiger Spielfreude boten an der Bründlingalm die Teacher's Groove Big Band, am Bachschmied-Kaser das Michael-Alf-Trio und am Gipfel die Veterinary Street Jazz Band.


Die drei hochklassigen, einander wunderbar ergänzenden Bands hatte sich Wolfgang Diem, Initiator des Chiemgau Alm Festivals und Leiter der Musikschule Grassau, gewünscht. Michael Alf übernahm am Hochfelln die Koordination. Bereits vor der Auffahrt der Bergbahn kamen die ersten Wanderer bei den Almen an, dazu kämpften sich etliche Bergradler bis zur Bründlingalm. Allein fünfhundert Gäste habe er mit der Bahn transportiert, meinte am Abend der Bahnführer.

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Auf der Terrasse der Bründlingalm wartete die Teacher's Groove Big Band unter der Leitung von Michael Keul am Schlagzeug mit hochkarätigen Jazz-Solisten auf, darunter aus Wien Professor Johannes Herrlich an der Jazz-Posaune, der Lead-Trompeter Heinz Dauhrer, der am Gipfel nochmal zu hören war, und Bandleader »Earforce« Gregor Bürger am Saxophon. Tobias Heinz übernahm den Gesang und Horst Lehnert führte humorig durchs Programm. Die treuen Anhänger von Teacher's Groove überraschte die Band wieder einmal mit neuen Programm-Elementen, die immer wieder einen Besuch der Band lohnen.

Am frühen Nachmittag wechselten die Gäste zum Bachschmied-Kaser von Agnes und Sepp Utzmeier, die mit Helfern auch die auf der Wiese sitzenden Gäste bestens bewirteten. Unter anderem gingen 150 »Kiachln« reißend weg. Michael Alf aus Siegsdorf, der als der europäische Boogie-Woogie-Pianist gilt, gab dem Trio mit Roberto Klinger am Contrabass und Thomas Gugger, Schlagzeug und Waschbrett, den Namen. Die fetzigen Rhythmen des Boogie-Woogie und sanfte Spielelemente aus dem musikalischen Schmelztiegel von New Orleans zogen die Gäste sofort in ihren Bann. Ihre Spielfreude und Begeisterung trugen sie im letzten Set mit Waschbrett, Akkordeon und Kontrabass direkt zwischen die Zuschauer.

Es war nicht leicht, sich vom Boogie-Woogie am Bachschmied-Kaser zu trennen, aber der Aufstieg zum Gipfel erforderte doch rund eineinhalb Stunden. Dort wartete vor traumhafter Alpenkulisse der letzte Höhepunkt, begeisternder New-Orleans-Jazz der Veterinary Street Jazz Band mit Heinz Dauhrer, Trompete, Gerhart Reichel, Posaune, Ingo Erlhoff, Klarinette und Saxophon, Achim Scherz, Piano, Uli Kümpfel, Banjo und Stefan Frühbeis, Sousafon.

»Es müssen nicht immer »almerische« Weisen sein«, führte Frühbeis, Leiter der Redaktion Volksmusik beim Bayerischen Rundfunk, durch den letzten Teil dieses Chiemgau Alm-Festival-Tages. Trotz des kühlen Windes im Schatten des Hochfelln-Hauses, um den in der Abendsonne sitzenden Zuhörern beste Akustik zu bieten, spielten die Musiker mit enormem Herzblut und immer kälteren Instrumenten und Fingern drei lange Sets. Die Zuhörer dankten den Musikern mit viel Applaus für jedes einzelne Solo. In familiärer Atmosphäre ging es gemeinsam mit der fast letzten Bahnfahrt zurück ins Tal. bre