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»Oid und Jung miteinand«

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Im Kirchenzug ging es für die Tagungsteilnehmer am gestrigen Sonntag zum Festgottesdienst in die Reit im Winkler Pfarrkirche.

Reit im Winkl. Von einem großen Zusammenhalt unter den Trachtlern hat der Vorsitzende Max Bertl bei der zweitägigen Landestagung des Bayerischen Trachtenverbands in Reit im Winkl gesprochen. Die Zusammenkunft stand unter dem Motto »Oid und Jung miteinand«. Damit wurde eine besondere Atmosphäre geschaffen, in der die generationsübergreifende Stärke der Trachtenvereine im Mittelpunkt stand. Dies wurde auch beim vielfältigen Heimatabend besonders deutlich. Ein beeindruckender Gottesdienst in der Pfarrkirche war ebenfalls Teil der Tagung.


Gauvorstand Miche Huber hieß im Namen des Chiemgau-Alpenverbands die etwa 300 Vertreter von den 22 Gauverbänden bei der Landesversammlung im Festsaal willkommen. Er stellte fest, dass Brauchtum, Tracht und Tradition im Trend liegen und zeigte sich überzeugt davon, dass sich alle hier wohlfühlen und einen guten Eindruck von Reit im Winkl und dem Chiemgau mitnehmen.

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»Reit im Winkl ist stolz, Gastgeber dieser Landestagung sein zu dürfen«, rief Bürgermeister Sepp Heigenhauser aus. Er bedankte sich beim Chiemgau-Alpenverband und beim örtlichen Trachtenverein »Dö Koasawinkla« für die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten.

17 Gaufeste mit insgesamt 55 000 Teilnehmern seien im vergangenen Sommer in Bayern abgehalten worden, berichtete der Landesvorsitzende Max Bertl. »Das ist einmalig in Bayern«, stellte er fest. Enorm viel ehrenamtliche Arbeit von den Mitgliedern der Gauverbände werde bei dem gerade entstehenden Trachtenkulturzentrum in Holzhausen geleistet, in letzter Zeit insbesondere bei der sich dort befindlichen Jugendbildungsstätte. Mit Freude könne er hier feststellen: »Gemeinsam sind wir stark.« Auch die innerhalb des Verbands gesammelte stolze Summe von 105 000 Euro für Hochwassergeschädigte zeuge von einem großen Zusammenhalt unter den Trachtlern.

Chiemgauer Brauchtum beim Heimatabend im Festsaal

Einen bunten Querschnitt über das bayerische und speziell das Chiemgauer Brauchtum gab es beim reichhaltigen Heimatabend im Festsaal. Musik, Gesang, Schuhplattler und Trachtentänze waren dabei in großer Vielfalt zu sehen. Beteiligt daran waren alle 23 Vereine des Chiemgau-Alpenverbands sowie dessen Gaugruppe und Gaujugendgruppe.

Landesvorsitzender Max Bertl überreichte der Landtagsabgeordneten Renate Dodell die ihr vom Bayerischen Trachtenverband verliehene Lehrer-Vogel-Medaille und bedankte sich bei ihr dafür, dass sie sich seit ihrer Zugehörigkeit zum Bayerischen Landtag im Jahr 1994 immer wieder außergewöhnlich für die Trachtensache eingesetzt habe, unter anderem auch, wenn es um Zuschüsse für das Trachtenkulturzentrum Holzhausen ging.

Angeführt von der Musikkapelle Reit im Winkl bewegte sich am Sonntag vor der Fortsetzung der Landesversammlung ein Kirchenzug mit den Tagungsteilnehmern und dem örtlichen Trachtenverein »Dö Koasawinkla« zur Pfarrkirche St. Pankratius zum mit Bläser- und Harfenweisen feierlich umrahmten Festgottesdienst. Heimat gestalten, dass sie lebenswert bleibe auch für künftige Generationen, dies sei der ureigenste Auftrag, »den wir in unserem schönen bayerischen Land erfüllen dürfen«, sagte Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber, ein gebürtiger Reit im Winkler, in seiner Predigt. Weiter rief der Dompfarrer der Münchner Frauenkirche den Trachtlern zu: »Wenn wir mit unserem Gewand, das wir anziehen, auch Liebe, Gerechtigkeit und Sanftmut anziehen, dann gehen wir mit unserer bayerischen Heimat in eine gute Zukunft.«

Blattl Sonntag Traunstein