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Ohne Wirtshaus stirbt das Gemeindeleben

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Surberg – »Wenn das Wirtshaus schließt und das letzte Geschäft zu macht, dann stirbt auch das Gemeindeleben«, stellte der Vorsitzende Wilfried Lifka bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins »Wirtshaus Lauter« in selbigem fest. »Deshalb dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir noch ein Wirtshaus haben«, betonte er. Erfreut war er darüber, dass mit Josef Wimmer, Michael Wimmer und Georg Rehrl alle drei Bürgermeister und einige Gemeinderäte da waren.


Anstelle des Musikantenstammtisches, bei dem viele Mitwirkende, aber wenig Zuhörer kamen, veranstaltete der Förderverein im vergangenen Jahr einige musikalische Abende, bei denen ein oder zwei Nachwuchsgruppen in der Wirtsstube zum Zuge kamen wie die »Semmebräse Musi«, die »Surleit’n Musi« oder die »Moosbauern Buam«. Am »Ruaßigen Freitag« veranstalteten der Theaterverein, der Heimatkundliche Verein und der Förderverein »Wirtshaus Lauter« den lustigen Abend »Vorg'lesen und aufgspuit«, bei dem Maria Zillner von Karl Valentin las. Etwa 100 Leute kamen zu der Faschingsgaudi. Am Rosenmontag spielten dann die »Wirtshausmusikanten« lustig auf.

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Auf Anregung des Zweiten Vorsitzenden Hans Schießl wurde ein Fördervereins-Stammtisch eingerichtet. Ihn werde der Verein in diesem Jahr vorführen, sagte Lifka. Mitglieder, Freunde und Förderer treffen sich jeweils am dritten Montag im Monat im Wirtshaus Lauter. Der nächste Stammtisch findet am 18. Mai statt. In diesem Jahr ist das Wirtshaus Lauter wieder seit fünf Jahren geöffnet. Dieses Jubiläum will der Förderverein laut Lifka Ende Juni oder Anfang Juli mit einem musikalischen Frühschoppen feiern. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die »Theatermusi«. Im Herbst wird der Förderverein die musikalischen Abende fortführen, bei denen bevorzugt Musikgruppen aus Surberg spielen sollen.

Sein Dank galt der Eigentümerin des Wirtshauses Lauter, Gabi Schnitzlbaumer. »Sie unterhält das Wirtshaus auch für die Gemeinde«, sagte der Vorsitzende. »Wir müssen den Leuten beibringen, dass es ihr Wirtshaus ist und sie es unterstützen müssen.« Die Gemeindebürger dürften sich nämlich froh und glücklich schätzen, dass sie noch ein Wirtshaus hätten.

Einen positiven Kassenbericht gab Kassier Sepp Thullner. Unter dem Strich sei 2014 noch etwas übrig geblieben, erklärte er. »Wir sind mit den Veranstaltungen vorsichtiger geworden«, sagte Lifka, nachdem der Verein 2013 beim Kathrein-Tanz draufgezahlt hatte. Die Mitgliedsbeiträge seien vernünftig angelegt worden, stellte er fest.

Den Dank der Gemeinde an die Vorstandschaft überbrachte Bürgermeister Josef Wimmer. »Es ist mühevoll, was ihr macht.« Die alte Wirtshaus- und Stammtischkultur gebe es nicht mehr, sodass es nicht einfach sei, ein Wirtshaus zu führen. »Wir stehen als Gemeinde dahinter, weil wir das Wirtshaus für Veranstaltungen am Ort brauchen.« Als Vorsitzender der Musikkapelle Surberg-Lauter lautete Wimmers Appell: »Denkt an die Blaskapelle, wenn ihr Veranstaltungen macht und Musikanten braucht.« Rudolf Lang schlug in diesem Zusammenhang vor, einen Vorspielabend für junge Musikanten zu machen, um dem Nachwuchs eine Gelegenheit einzuräumen, vor Publikum spielen zu können. Bjr

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