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»Ohne den Helferkreis gäbe es kein Marienstift«

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Irene Riede dankte ihrem langjährigen Stellvertreter Albert Plenk, der nach 31 Jahren aus seinem Amt ausscheidet. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Im Zeichen der Neuwahlen stand die Jahreshauptversammlung des Vereins für Krankenpflege und Altenbetreuung, der als Träger des Altenheims Marienstift in Marwang fungiert. Irene Riede, die dem Verein seit dessen Gründung 1983 vorsteht, wurde für drei weitere Jahre im Amt bestätigt.


Zur Seite steht ihr nun Herbert Hofmann, den die Mitglieder zum neuen Zweiten Vorsitzenden wählten. Er folgt damit auf Albert Plenk, der 31 Jahre Riedes Stellvertreter war. Plenk bleibt der Vorstandschaft als Beisitzer erhalten. Uschi Erl fungiert weiterhin als Kassiererin und Bärbel Ruprecht bleibt Schriftführerin. In ihren Ämtern bestätigt wurden auch die Beisitzer Amalie Dusch und Anneliese Hunglinger. Erhalten bleiben ferner die Kassenprüfer Andreas Lindlacher und Christine Heitauer. Da nach der neuen Satzung bis zu fünf Beisitzer bestellt werden können, rücken Rosa Plenk und Eva Höpfl in die Vorstandschaft auf.

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»Ohne den Helferkreis aus unserer Gemeinde gäbe es kein Marienstift«, dankte Riede den 14 ehrenamtlichen Frauen, die den Dienst an Wochenenden und Feiertagen übernehmen. Nachdem Zahnarzt Dr. Harald Fischer dem Marienstift vor etwa fünf Jahren eine Zahngold-Spende in Höhe von 10 000 Euro hat zukommen lassen, »ist es finanziell wieder bergauf gegangen«, erinnerte die Vorsitzende. Derzeit sind im Heim sieben von acht Zimmern belegt. In der Dachgeschoßwohnung lebt seit kurzem ein Ehepaar zur Miete, so Riede. Nachdem der alte Mieter nach 14 Jahren ausgezogen war, habe man im Haus einiges renoviert. Unter anderem wurden die Holztreppe und die Böden abgeschliffen und ein neuer Balkon gebaut. Im kommenden Jahr werde man den Holzzaun erneuern, verwies Riede auf die ständig anfallenden Kosten.

Nachdem man das Essen 19 Jahre von der Caritas-Küche in Traunstein bekommen habe, werde man seit November vom Kreisaltenheim Grabenstätt versorgt. »Gott sei Dank haben sich Leute gefunden, die das Essen ausfahren«, so Riede. Mit den Bewohnern unternehme man Ausflüge und habe alle 14 Tage eine Bastelstunde mit Christa Bals. Auch der Nikolausbesuch und die familiäre Weihnachtsfeier kommen immer sehr gut an. Die »totale Unterstützung« erfahre man von der Caritas Traunstein und den Maltesern, dankte Riede. Auch wenn einige Zuwendungen zuletzt abgenommen haben, könne der Verein auf Rücklagen zurückgreifen, freute sich Kassiererin Uschi Erl. Der Verein sei sogar finanziell »noch nie so gut dagestanden«, seit der damalige Pfarrer Nepomuk Huber 1983 die Gründung angeregt habe, meinte Riede. Damit könne man beruhigt weitermachen und Hubers Werk fortführen.

Bürgermeister Georg Schützinger lobte die »familiäre Situation« in der »Wohngemeinschaft« und dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die dort tätig sind. Besonders hob er die Vorsitzende Irene Riede hervor. Die ehrenamtliche Arbeit, die im »Familienbetrieb« Marienstift geleistet werde, »ist alles andere als selbstverständlich«, bedankte sich Pater Augustin.

»Geschenk von Zeit und Zuwendung«

Das Wesentliche am Ehrenamt sei das Geschenk von Zeit und Zuwendung und das sei hier gegeben, betonte Karl Schulz vom Landratsamt, bevor er über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung referierte. Das Thema »Vorsorgevollmacht« gehe alle an, und zwar nicht erst im Alter, so Schulz. Die landläufige Meinung, dass die Familie automatisch die rechtsverbindliche Betreuung übernehmen könne, wenn etwas passiere, sei falsch. Ein Ehepartner oder die Eltern eines volljährigen Kindes könnten ohne Vollmacht nicht über die notwendige Behandlung bestimmen. Falls keine Vollmacht vorliege, entscheide das Betreuungsgericht. Eine Patientenverfügung erleichtere den Angehörigen die Entscheidungen, betonte Schulz. Eine Patientenverfügung sei nur gültig, wenn der Verfasser bei der Unterschrift volljährig und einwilligungsfähig ist. mmü