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»Oft über das übliche Maß engagiert«

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Zwei, die gut miteinander können: Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer (rechts) und Josef Reischl, der langjährige Geschäftsleiter der Gemeinde. Zum Abschied bekam der Verwaltungschef gleich mehrere Geschenke. (Foto: Schwaiger)

Surberg. 34 Jahre lang hat er als Verwaltungschef die Geschicke der Gemeinde Surberg geleitet. Die jüngste Gemeinderatssitzung war seine letzte: Josef Reischl geht Ende August in den Ruhestand. Bürgermeister Josef Wimmer, der Gemeinderat und die Rathaus-Mitarbeiter nutzten die Sitzung, um sich zu verabschieden – von einem Kollegen, der sich oft über das übliche Maß hinaus engagierte.


»Heute ist eine besondere Sitzung«, sagte der Bürgermeister anfangs. Es sei die letzte, die Geschäftsleiter Josef Reischl vorbereitet habe – »wie immer hervorragend«, lobte der Rathauschef, der in den 17 Jahren, in denen er mittlerweile im Amt ist, immer mit Reischl als Verwaltungschef zusammengearbeitet hat.

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Reischl selber hat als Geschäftsleiter in Surberg zwei weitere Bürgermeister erlebt: zuerst Josef Hofbauer, danach Rudolf Huber. Seine berufliche Laufbahn begann allerdings in seinem Heimatdorf, in Kammer. Reischl macht keinen Hehl daraus, dass die Arbeit in der Verwaltung kein Traumberuf für ihn war. »Ich wollte eigentlich Schreiner werden.« Doch wegen körperlicher Gründe blieb der Wunsch unerfüllt.

Ein Bewerbungsgespräch in der damaligen Gemeinde Kammer habe es gar nicht gegeben. Sein Vater und der damalige Bürgermeister hätten das nach einem Gottesdienst auf dem Kirchenplatz vereinbart. »So war das damals.«

Nicht nur das war 1966, als die Lehrzeit von Josef Reischl begann, anders: »Ich musste als erstes das Telefonieren lernen«, erinnert er sich. Damals habe es in Kammer schließlich nur im Rathaus, bei der Post und beim Wirt ein Telefon gegeben.

Auch nach der Lehre blieb Reischl in Kammer, war nach der Eingemeindung 1972 schließlich bei der Stadt Traunstein beschäftigt und machte seinen Verwaltungsfachwirt. 1978 und 1979 arbeitete er bei der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in München und danach wechselte er auf den Posten des Geschäftsleiters der Gemeinde Surberg.

Als er dort seinen Dienst antrat, arbeiteten fünf Mitarbeiter im Rathaus, zusätzlich gab es einen Bauhofmitarbeiter und zwei Reinigungskräfte für die Schule. Heute, 34 Jahre später, hat die Kommune knapp 50 Mitarbeiter. »Die Gemeinde Surberg ist in diesen Jahren ein modernes Unternehmen geworden, das auf dem aktuellen Stand ist. Und das ist mit ein Verdienst von dir«, lobte Wimmer Reischl.

Die Anforderungen an die Verwaltung seien stetig gewachsen, erinnerte sich Reischl. Er blickte zurück auf viele strittige Punkte, die ihn in seiner Dienstzeit begleitet haben. Ein Thema ließ ihn in all den 34 Jahren nicht los: die Nordumfahrung von Traunstein. »Die hat mich wirklich von meinem ersten bis zu meinem letzten Arbeitsjahr begleitet«, so der Verwaltungschef.

Der Bürgermeister sprach mit Blick auf Reischls Arbeit von einem Engagement, das oft über das Übliche hinausgegangen sei. »Deine Arbeit hier war immer zuverlässig und von großem Wissen geprägt.« Er dankte dem Geschäftsleiter für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. »Du bist mitverantwortlich, dass mir das Amt des Bürgermeisters immer mehr Freude gemacht hat und ich jetzt über 17 Jahre in diesem Amt bin.« Reischl gab das Lob zurück: »Man kann sich als Vorgesetzten keinen besseren Bürgermeister wünschen.« Er dankte seinem »starken Team« im Rathaus und dem Gemeinderat für das »harmonische Miteinander«.

Als alle vom Sitzungssaal zur geselligen Runde im Probenraum der Trachtler wechselten, gab es für Josef Reischl noch jede Menge Abschiedsgeschenke, unter anderem eine gemütliche »Ruhestandsliege« für den Garten. »Aber es kann schon sein, dass wir nochmal anrufen und was nachfragen müssen«, warnte der Bürgermeister seinen Verwaltungschef vor. san