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Obstbäume und Beerensträucher richtig behandeln – Jetzt Vorbereitungen für das nächste Jahr treffen

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Ein Johannisbeerstrauch in voller Pracht. Nach dem Abernten warten einige Handgriffe auf den Besitzer, damit die Pflanze auch im nächsten Jahr wieder Früchte ausbilden kann. (Foto: Irlinger)
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Nach wochenlangem Pflegen und Hegen seiner Pflänzchen, darf sich der Hobbygärtner nun auf die Belohnung freuen: die Ernte seiner Früchte. Die Beerenobsternte ist in vollem Gange; die ersten Äpfel, Birnen und Zwetschgen lassen nicht mehr lange auf sich warten. Doch Ruhe kehrt in die Gartenarbeit noch lange nicht ein: Neben dem Abernten der Früchte kann man bereits im August Vorarbeit fürs nächste Jahr leisten. Mit welchen Tricks auch im nächsten Jahr wieder die Früchte an Sträuchern und Bäumen sprießen, verrät Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Berchtesgadener Land.


Egal ob Stachelbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, rote oder schwarze Johannisbeeren – aktuell erntet der Hobbygärtner seine Beeren. Sind die Sträucher abgeerntet, sollen die Pflanzen unmittelbar danach zurückgeschnitten werden, denn nun werden die Blüten fürs nächste Jahr gebildet. »Hängende Triebe, die auf dem Boden aufliegen und alte Triebe ganz herausschneiden«, rät Putzhammer, »anschließend das Unkraut rund um den Busch wegzupfen und mit Rasen mulchen«. Auch bei Himbeersträuchern sollen die abgetragenen Ruten bodennah entfernt und Mulch aufgetragen werden. Damit die Sträucher bei der aktuellen Hitze nicht allzu sehr unter der Trockenheit leiden, hat Putzhammer noch einen Tipp parat: »Nicht jeden Tag ein bisschen gießen, sondern alle paar Tage kräftig zehn bis zwanzig Liter pro Strauch«.

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Wer im nächsten Jahr schmackhafte Erdbeeren aus seinem Eigenanbau ernten möchte, soll nun die neuen Pflanzen setzen, da auch hier in diesem Jahr noch Blüten ausgebildet werden. »Alte Erdbeerpflanzen soll man maximal zwei Jahre stehen lassen, neue Pflanzen müssen unbedingt an einer anderen Stelle im Beet gesetzt werden, da Erdbeeren oftmals Krankheiten wie Pilze haben und diese dann für einige Zeit im Erdreich verbleiben«, so Putzhammer. Auch sollen neue Erdbeerpflanzen nicht nach Frühkartoffeln gepflanzt werden, da diese teilweise dieselben Krankheiten wie Erdbeeren weitertragen.

Ein Sommerschnitt bietet sich momentan für junge Äpfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume an, auch wenn die Früchte noch nicht abgeerntet sind. Dabei werden Wassertriebe, die nicht zur Kronenentwicklung beitragen, am Ansatz entfernt. Bis zum Herbst können sich die »Schnittwunden« vollständig schließen. Auch bei Kirschbäumen ist die Wundheilung am besten im Juli/August; je später ein Kirschbaum zurückgeschnitten wird, umso langsamer verheilt die Wunde aufgrund des Saftflusses.

Um sein Spalierobst in die richtigen Bahnen zu lenken, kann der Hobbygärtner nun die Triebe je nach gewünschter Richtung am Spalier festbinden, Wassertriebe sollten gänzlich entfernt werden. »Die Triebe von Birnen, Pfirsichen und Aprikosen sind im Moment noch weich und noch nicht verholzt; so kann die Richtung gelenkt werden«, verrät Putzhammer. Beim Spalierwein sollten zwei Blätter nach dem Fruchtstand regelmäßig abgezwickt werden, damit sich die Trauben besser entwickeln.

»Obstbäume sollten ab jetzt keinesfalls mehr gedüngt werden«, so der Kreisfachberater«, ab Johanni (24. Juni) hört das Längenwachstum auf und das Dickenwachstum samt dem Verholzen setzt ein«. Durch erneutes Düngen würde das Verholzen der Triebe hinausgezögert und eventuell die Winterhärte eingeschränkt werden. Bei eisigen Temperaturen könnte, im schlimmsten Fall, der Baum im Winter erfrieren.

Runtergefallenes Obst im Komposthaufen vergraben

Runtergefallenes oder von Maden befallenes Obst sollte der Hobbygärtner aufsammeln und im Komposthaufen vergraben, so können sich keine neuen Maden mehr entwickelt. Putzhammer rät, Frühobst generell möglichst deutlich vor der Vollreife zu ernten, damit hält es sich länger. Gelagert wird das Frühobst am besten in kühlen, dunklen Räumen.

Auf alle Gartenspezialisten wartet Anfang August noch eine Herausforderung: Die Sommerveredelung, das heißt, das Aufsetzen einer anderen Sorte auf einen bereits tragenden Obstbaum, sollte jetzt mit ausgereiften Trieben durchgeführt werden. Die Triebe können somit heuer anwachsen und im nächsten Jahr erstmals austreiben. Auch das Augenveredeln, das Okulieren, ist an jungen Bäumen bis Mitte August möglich. Caroline Irlinger

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