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Oberwössner Trachtler brauchen 2014 neuen Vorsitzenden

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Vorstand Ludwig Voit (links) und Zweiter Vorstand Andi Bauer (rechts) ehrten für langjährige Mitgliedschaft Mathias Meier (von links), Lisi Schmid, Barthl Irlinger und Franz Meier. (Foto: Flug)

Unterwössen. Ludwig Voit wird 2014 nicht mehr als Vorsitzender des Oberwössener Trachtenvereins »D’ Rechlberger« kandidieren. Das gab er bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post bekannt. »Ich werde aus persönlichen Gründen bei den nächsten Vorstandswahlen in 2014 nicht mehr kandidieren. Das ist lange überlegt, wohl durchdacht und unabänderlich«, betonte er.


Zweiter Bürgermeister war »leicht schockiert«

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»Leicht schockiert« habe ihn die Ankündigung des Trachtenvorstandes Ludwig Voit, sagte der Zweite Bürgermeister Barthl Irlinger. Gerade auch, weil Voit in seinem Jahresbericht seine enge Verbundenheit zur Trachtensache dargestellt habe. »Ich wünsche mir, dass das noch nicht das letzte Wort war«, hoffte Irlinger.

Voit zeigte sich überzeugt, dass sich bis 2014 ein Nachfolger finden werde, wenn der Verein nur mit allen Kräften darauf hinwirke. In seinem Jahresbericht betonte Voit, dass das Leitbild »Sitte und Tracht der Alten wollen wir erhalten« auf den ersten Blick ein bisschen altbacken erscheine. Wer aber das erste Mal die Tracht oder später eine neue Tracht trage, tue das voller Freude und auch ein wenig mit Stolz.

Erfreuliches konnte Jugendleiterin Anja Voit berichten. Die Jugend- und Kindergruppen brachten bei einem Bayerischen Abend im Oberwössner Poststüberl den auswärtigen Gästen bayerische Sprache und Trachtenwesen näher. Den Pfingstheimatabend hatten Jugend und Kinder mit einem eigenen Programm gestaltet. Die Reit im Winkler Jugend war an diesem Abend unterstützend dabei. Das sah Anja Voit als Modell für die Zukunft. Vereinsübergreifende Zusammenarbeit sei immer mehr gefragt, betonte sie.

Das Achentaljugendpreisplattln brachte für die Oberwössner gute Ergebnisse. Florian Aberger kam wieder in die Gaujugend. Die Dirndln waren fast alle unter den besten Acht. Die Oberwössner Gruppe gewann das Achentaljugendpreisplattln. Auch der Almtanz im Gasthof zur Post ist wieder von Kindern und Jugend gestaltet worden.

Der Gaujugendtag verlor die vergangenen Jahre immer mehr Publikum. Mit neuen Ideen fanden die Oberwössener Jugendleiter Unterstützung beim Gau und so gab es beim Oberwössner Gaujugendtag elf Stationen, an denen die Kinder und Jugendlichen Kenntnisse erwerben und Selbstgefertigtes mit heimnehmen konnten. Am Ende stand die stolze Präsentation der Tagesergebnisse durch die Jugendlichen.

Nach Auffassung von Anja Voit hat sich die Jugendarbeit verändert, ist vielseitiger und umfangreicher geworden. Die Helfer bekommen aber auch sehr viel zurück, sagte sie. Die 200 bis 300 Stunden, die die Jugendleiter über das Jahr für und mit den jungen Leuten verbringen, wären eine echte Bereicherung, betonte sie.

Im Moment sieht Anja Voit den Nachwuchs im Verein gut aufgestellt. Für die kommenden Jahre werde es aber zäh, weil wenig Nachwuchs nachkäme, gab sie zu bedenken. Jugendarbeit beträfe aber alle im Verein. Jedes Vereinsmitglied müsse auf die jungen Leute zu gehen, mit ihnen reden, sie für die Sache motivieren. »Ich bin der Meinung, dass sich die Jungen später einmal gerne mit stolz an eine gemeinsame Zeit mit den überlieferten Bräuchen zurückerinnern. Das macht die Zukunft des Trachtenvereins aus«, sagte sie.

Schwung bringen auch die Röckifrauen mit, berichtete Christel Durchner. Viele gemeinsame Unternehmungen vom Stammtisch bis zum Ausflug zur Jageralm in Zell am See bringen ein munteres Miteinander. Aber dann werde auch wieder kräftig angepackt, wenn eine Unzahl an Kuchen zum Beispiel zum Almkirta beigesteuert werde, sagte sie.

Von einem ordentlichen Plus in der Kasse berichtete Andi Bauer. Der Vorstandschaft wurde einstimmig Entlastung erteilt.

Lisi Schmid ist seit 60 Jahren dabei

Dieses Jahr wird der Vereinsausflug am 5. Mai zum Gauderfest in Zell im Zillertal gehen. Auf dem Programm steht unter anderem auch das Gaufest in Wildenwart und das fünfzigjährige Jubiläum der Musikkapelle Weißbach. Vor dem Hintergrund des Gartlerfestes und des Rettenburger Ritterfestes wird der Trachtenverein mit eigenen Festen zurücktreten.

Vorstand Ludwig Voit und sein Stellvertreter Andi Bauer ehrten für langjährige Vereinsmitgliedschaft Mathias Meier, Barthl Irlinger, Franz Meier und Gertraud Maier (alle 50 Jahre) sowie Lisi Schmid (60 Jahre). Danach gab es noch eine Bilderschau von Andreas Greimel mit Impressionen aus dem Vereinsjahr. lukk