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Oberwössen kann Gesamttrend nicht stoppen

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Unterwössen. Im Tourismus der Gemeinde Unterwössen setzt sich der Trend zu mehr Gästen bei kürzerem Aufenthalt weiter fort. Das berichtete die Leiterin der Touristinformation Unterwössen, Theresa Schmid, bei der Gastgeberversammlung im Wössner Gemeindesaal vor gut 30 Teilnehmern.


Weil 20 411 Gäste anreisten, waren es 1071 mehr als in 2012 (plus 5,54 Prozent). Zugleich blieben sie aber nur 121 584 Nächte (minus 1,59 Prozent gegenüber 2012). Diesen Trend setzt vor allem der Ortsteil Unterwössen. Mit 49 604 Übernachtungen in 2013 sind es dort 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 8201 Gäste im Ortsteil Unterwössen bedeuten ein Minus von 0,56 Prozent. Der Ortsteil Oberwössen mit 71 980 Übernachtungen (plus 3,73 Prozent) und 12 210 Gästen (plus 1,17 Prozent) schafft die Kehrtwende der Gesamtgemeinde nicht allein.

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Theresa Schmid schätzt sich glücklich, in Oberwössen mit dem Posterholungsheim, seinen 40 Apartments und 160 Betten, einen verlässlichen Partner zu haben. Das Hotel Sonnenbichl bringe sehr schön ausländische Gäste, vor allem aus Ungarn. Wenn die Urlaubsgäste im Durchschnitt 5,95 Tage in Unterwössen bleiben, liegt das deutlich über dem Bayern-Trend von 4,0 Tagen.

75 Gästeehrungen im vergangenen Jahr

Laut Schmid gab es in Unterwössen im vergangenen Jahr 75 Gästeehrungen, darunter zwei für den 60. Besuch. Die Touristinformation Oberwössen ehrte 63 Gäste. Das IRS-Buchungssystem brachte 430 Buchungen für Unterwössen, wusste Schmid.

Bürgermeister Hans Haslreiter forderte von den Gastgebern, zusammenzuarbeiten und um den Tourismus zu kämpfen. Die Gemeinde wolle dazu die Rahmenbedingungen mit ihren Mitteln bereitstellen. Der Chiemgau-Tourismus werde in der Zukunft gerade die Privatvermieter fördern. Haslreiter riet zu den Schulungen des Verbandes.

Gerd Schickling, Hotelbetriebswirt und langjähriger Prüfer für Sterneklassifizierungen, stellte das System der Klassifizierung vor. Ohne E-Mail-Korrespondenz und eigenen Internetauftritt werde es in der Zukunft nicht mehr gehen, meinte Schickling. Er forderte, konsequent für die von den Sternen eingeforderte Qualität einzustehen. Schickling warnte, sich die Sterne zu ertricksen. »Der Gast kennt seine Rechte besser als Sie!« Der wolle in der Ferienwohnung mindestens die Qualität seines Zuhauses zu finden. Wer seinen Gast mit Ausstattung abspeisen wolle, die er im eigenen Haushalt ausgemustert habe, müsse scheitern.

Heinz Wenninger hätte es gern gesehen, wenn die Prüfer im Rahmen der Sterneklassifizierung für Sternemerkmale kämpfen, die dem Gastgewerbealltag gerecht werden. Schickling sah da kaum Möglichkeiten der Einflussnahme. Herbert Irlinger bemängelte, dass IRS nicht mit den Klassifizierungssternen der Vermieter werbe. Dazu wusste Theresa Schmid, dass IRS für seine frühere Darstellung der Gastgebersterne abgemahnt worden sei. Trotz aller Bemühungen habe sich bis heute keine andere Lösung ergeben.

Online-Präsenz wichtig

Theresa Schmid schloss die Versammlung mit ihrem alljährlichen Vortrag aus dem Alltag der Touristinformation. Einmal mehr riet sie den Gastgebern zur Online-Buchbarkeit auf IRS. Sie riet zur Werbung mit zeitnaher Darstellung der eigenen Wohnung mit schönen Fotos und aktuellen Beschreibungen. Die Touristinformationen solle man stets über Zimmerbelegungen informieren und zeitnah eine angemessene E-Mail-Korrespondenz mit dem Gast führen. lukk