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»Ober-Halunke« geht in den Ruhestand

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Weil nicht jeder Musikant der Waginger Faschingsmusi einen eigenen Orden erhalten kann, wird ein Orden traditionsgemäß an die Standarte gehängt.

Waging am See. Hans Poller ist neuer Vorsitzender des Waginger Faschingsvereins »So Halunke«. Bei den Wahlen im Hotel-Gasthof Wölkhammer trat der bisherige Vorsitzende Schorsch Seehuber nach zehn Jahren Amtszeit nicht mehr an. »Um den Jüngeren Platz zu machen«, wie er sagte. Zweiter Vorsitzender wurde Martin Gebauer. Die Posten des Kassiers und des Schriftführer behalten Franz Schneckenpointner und Felix Daxenberger.


Beisitzer sind Michael Baumgart, Kilian Daxenberger, Sepp Freimanner, Sebastian Geier, Benedikt Hollinger, Michael Lamminger, Andi Mader, Tobias Mayer, Bernhard Neuhold, Martin Perschl, Klaus Spiegelsperger, Heinrich Wankner und Stefan Wegscheider. Als Kassenprüfer wurden Hans-Peter Dietz und Simon Geierstanger bestätigt.

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Gemeinderäte und solche, die es werden wollen

Unter den Gästen waren Gemeinderäte und solche, die es werden wollen. So empfing Seehuber Bürgermeister Herbert Häusl und Dritten Bürgermeister Christian Reiter, die Vertreter von »So Hallodri«, der Feuerwehr Nirnharting und des Löwen-Fanclubs. Die Bayern-Fans mussten sich das Spiel gegen Mönchengladbach anschauen. Dafür war eine ganze Reihe ehemaliger Elferräte da, die auch im Austrag noch dem Verein die Treue halten. Dies gilt auch für die »alten« Gardemädchen, die zum Teil erst dem Teenager-Alter entronnen sind, den Faschingsfrauen und Faschingsdirndln.

Seehuber wies auf Neuerungen für unter 18-Jährige hin, die beim »So-Halunke«-Ball nicht eingelassen werden. Dafür findet am 15. Februar um 15 Uhr im Strandkurhaus eine Kinderfaschingsgaudi statt. Gäste sind die Kindergarden der Veitsgroma Zunft Traunstein und von »Sing-Sang« Teisendorf. Für Musik sorgt die »Kracherl-Musi« Waging.

Am Abend geht es im Strandkurhaus um 19.30 Uhr weiter bei der »So-Halunke«-Jugend-Faschingsparty mit der Band »The Backseat Aces«. Einlass ist ab 16 Jahre. Alkohol wird nicht ausgeschenkt. Schließlich beendet der Faschingsverein seine Ballsaison mit dem »So-Halunke«-Ball am 22. Februar um 20 Uhr im Strandkurhaus. Es spielen »Les Diamonds«. Auftreten werden auch Garden befreundeter Faschingsgesellschaften. Alle Veranstaltungen stehen unter dem Motto »Zirkus Rummelplatz«.

Zusammenschluss für einheitliche Faschingszüge

Viel Arbeit habe der Zusammenschluss der Faschingsvereine Veitsgroma Zunft Traunstein, »Die Elfer« Trostberg, »Traun-Narrische« Traunreut, »So Halunke« Waging, »Oidnmarkta Bochratzn« und »Sing-Sang« Teisendorf zur »Vereinigten Faschingszüge im Chiemgau und Rupertiwinkel« gemacht, berichtete der Vorsitzende. Weil Auflagen immer schwieriger umzusetzen seien, gebe es jetzt einheitliche Richtlinien für Faschingszüge und nur noch ein einheitliches Anmeldeformular. Ein weiterer Vorteil für die Teilnehmer sei, dass sie ihre Faschingswagen nur noch einmal vom TÜV prüfen lassen müssen. Die Faschingsvereine hätten bereits positive Resonanz von Polizei und Rettungsorganisationen.

Die Faschingssaison 2012/13 unter dem Motto »Arche Noah« bezeichnete Seehuber als erfolgreich. Beim Schwarz-Weiß-Ball habe gute Stimmung geherrscht. Der »So-Halunke«-Ball sei »guat umiganga«. Beim Faschingszug habe das Wetter gepasst, es seien viele Zuschauer gekommen. Weil der Teisendorfer Faschingszug ohne Wagen gewesen sei, seien auch nach Waging weniger Wagen gekommen. »Dafür war die Qualität besser«.

Den Rückblick des Vorsitzenden ergänzte Schriftführer Daxenberger noch um einige Termine, zum Beispiel das Faschingsschießen des Bunds Deutscher Karnevalisten (BDK) in Traunstein, den Ausflug ins Altmühltal, das Gemeindeschießen sowie in diesem Jahr bereits die Faschingseröffnung im Gasthaus Seerose und den Schwarz-Weiß-Ball beim Unterwirt.

»Närrinnen und Narren« sind ein sehr aktiver Verein

Mit »liebe Närrinnen und Narren« könne er seine Rede nur bei »So Halunke« beginnen, ohne dass er »bleed o'gschaut« werde, sagte Bürgermeister Häusl. Sie seien einer der wenigen Vereine, die nur jahreszeitlich beschäftigt seien, dann aber sehr aktiv. Diese Tätigkeit sei für das Leben in Waging sehr wichtig. Besonders freute sich Häusl über den Kinder- und Jugendfasching.

Zu den gemeinsamen Regeln beim Faschingszug meinte er: »Die Zeiten haben sich geändert.« In den 70er Jahren sei man mit Faschingswagen unterwegs gewesen, die kein TÜV abgenommen hätte. »Es ist deshalb richtig, dass ihr euch zusammengesetzt und einheitliche Standards festgelegt habt«, so der Bürgermeister. Dies freue die Gemeinde und die Polizei. Aber ohne Faschingszug gebe es keinen Fasching in Waging. »Wir sollten den Waginger Fasching hoch halten, denn er geht zurück bis in die 1920er Jahre.« Selbst in schwierigen Zeiten hätten die Waginger ihren Humor nicht verloren.

Anschließend stand die Ordensverleihung auf dem Programm. Natürlich bekam jedes Gardemädchen einen von den Elferräten umgehängt. Der Ordensregen prasselte ebenso auf die Bürgermeister, ehemaligen Elferräte, auf verdiente Mitglieder und wer sonst noch der Waginger Faschings-Hautevolée zuzurechnen ist, nieder. Der »Schnupfer-Fritzi« und die Waginger Faschingsmusi sorgten mit ihren musikalischen Einlagen dafür, dass die Versammlung der Faschingsverein nicht gar so trocken ablief. Bjr